Keine Bündnisse in Sicht

Fraktionen in Diemelsee nach der Kommunalwahl: Weiter sachbezogen arbeiten

Das Rathaus bzw. die Gemeindeverwaltung in Adorf, Gemeinde Diemelsee
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Wenn das Parlament in Adorf zusammenkommt, soll in bewährter Weise weitergearbeitet werden. archiv

Große Änderungen erwarten die Fraktionen in Diemelsee nach der Kommunalwahl nicht: Es gehe weiter um Sacharbeit.

Diemelsee –  „Das hätte besser ausfallen können, aber man muss akzeptieren, wie der Wähler das sieht“, sagt SPD-Spitzenkandidat Martin Tepel nach den leichten Verlusten der Sozialdemokraten bei der Kommunalwahl. Doch noch immer sei die SPD stärkste Kraft und wolle daran arbeiten, sich dies weiter zu verdienen. Derweil habe die programmatische Arbeit vor Ort bei der Wahl gegenüber Trends aus der höheren Politik vielleicht hinten angestanden. Große Veränderungen in der Gemeindepolitik erwartet Tepel nicht: Koalitionen gibt es bislang nicht, sondern je nach Thema die Suche nach Mehrheiten.

Sehr zufrieden zeigt sich CDU-Spitzenkandidat Björn Stöcker: Die Union hielt ihren Stimmenanteil und gewann ein Mandat hinzu. „Das war ein außergewöhnlicher Wahlkampf für uns alle“, berichtet er. Mit hohem Einsatz, der durch viele Neuzugänge umfangreichsten Liste und digitale Wahlkampfveranstaltungen sei es gelungen, die Wähler gut anzusprechen. „Das hat gezeigt, dass wir uns auf neue Situationen einstellen können“, erklärt Björn Stöcker. Große Veränderungen sieht er auf die kommunalpolitische Arbeit nicht zukommen: „Wir arbeiten sehr sach- und wenig parteibezogen.“

„Wir freuen uns natürlich sehr“, sagt FDP-Spitzenkandidatin Stephanie Wetekam: Die Liberalen haben 5,7 Prozentpunkt sowie einen Sitz gewonnen und sind somit drittstärkste Kraft geworden: „Das ist Freude und Verpflichtung.“ Die FDP habe sich in den vergangen fünf Jahren gut positioniert und die Stimmen der Bürger gehört, begründet sie den Erfolg: „Zudem hatten wir eine Super-Liste und tollen Leuten, die sich engagieren wollen.“ Auch sie erwartet keine gravierenden Änderungen für die Parlamentsarbeit etwa durch Koalitionen: Jede Fraktion stehe für sich selbst, hier und da gebe es nun vielleicht andere Mehrheiten.

Die größten Verluste hatte die FWG zu verzeichnen: „Wir hatten das Problem, dass wir in Adorf nur einen Kandidaten hatten, Und die größeren Ortsteile entscheiden einfach die Wahl“, sagt Spitzenkandidat Horst Wilke. Die Arbeit im Parlament würden weder der Verlust des einen Mandats der FWG noch die Verschiebungen bei den anderen Fraktionen wesentlich verändern: „Wir haben mit allen anderen sehr gut zusammengearbeitet – zum Wohle der Bürger, nicht der Parteien“, fasst er zusammen. Guten Vorschlägen habe man sich untereinander anschließen können: „Ich hoffe, dass es so weitergeht.“

Einig sind sich alle: Über Personalien müsse noch verhandelt werden, die SPD will derweil als stärkste Fraktion weiter die Vorsitzende der Gemeindevertretung stellen. (wf)

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