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Diemelseer Ortsverband der Freien Wähler feiert 50-jähriges Bestehen

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Die Diemelseer FWG feiert ihr 50-jähriges Bestehen. Hier eine Sitzung 1999 in Wilkes Werkstatt in Benkhausen - vorn sitzt Wilhelm Arnold, hinten Christian Bangert, Fritz Theile, Gerhard Behle, Christian Biederbick und Karl Wilke.
Die Diemelseer FWG feiert ihr 50-jähriges Bestehen. Hier eine Sitzung 1999 in Wilkes Schreinerwerkstatt in Benkhausen - vorn sitzt Wilhelm Arnold, hinten am Tisch Christian Bangert, Fritz Theile, Gerhard Behle, Christian Biederbick und Karl Wilke. © Privat

Der Diemelseer Ortsverband der Freien Wähler feiert am Samstag sein 50-jähriges Bestehen. Die Gründung vollzog sich kurz nach der Bildung der Großgemeinde 1972.

Diemelsee-Benkhausen – Klaus Bangert hat die Chronik zusammengestellt. Die Initiative ging demnach von Alfred Döbelt aus, der bis zur Gebietsreform Bürgermeister in Schweinsbühl war. Bei der der ersten öffentlichen Zusammenkunft am 25. März 1972 im Benkhäuser Dorfgemeinschaftshaus ging es darum, eine Liste für die Kommunalwahl am 22. Oktober vorzubereiten – da wählten die Diemelseer erstmals das Parlament der zum 1. Januar 1972 gebildeten Großgemeinde.

Um für die FWG zu werben, schlossen sich im April zwei weitere Informationsabende an. In einem Protokoll aus der Sitzung vom 13. April 1972 in Schweinsbühl ist festgehalten:

„Uns stellt sich zur Aufgabe, die bereits in allen Ortsteilen bestehenden Wählergemeinschaften in eine Wählergemeinschaft der Großgemeinde zusammen zu schließen. Wir wollen damit den Wunsch einer großen Anzahl von Bürgern der Großgemeinde entsprechen, wir wollen aber auch allen nicht politisch gebundenen oder Verpflichtenden die Möglichkeit zur Mitarbeit in der Wählergemeinschaft geben.“

„Keine Parteipolitik im Gemeindeparlament“

Zur Gründung des Ortsverbands kamen Diemelseer am 3. Mai in Giebringhausen zusammen, die erste Mitgliederversammlung folgte am 16. Mai in Rhenegge. Dabei wählen sie Alfred Döbelt zu ihrem Vorsitzenden. Ihre Wahlliste stellten die Freien Wähler am 31. August in Sudeck zusammen. Unter dem Motto „Keine Parteipolitik im Gemeindeparlament“ traten sie als Liste 4 an.

Das Wahlergebnis: Sie stellten sechs von 31 Gemeindevertretern – Wilhelm Arnold aus Sudeck, Heinrich Müller aus Rhenegge, Christian Kümmel aus Adorf, Reinhold Kalhöfer-Köchling aus Wirmighausen, Wilhelm Zölzer aus Stormbruch und Fritz Meier aus Flechtdorf zogen ein. Fraktionschef Müller übernahm auch den Vorsitz im Bauausschuss. Alfred Döbelt ging als Beigeordneter in den Gemeindevorstand.

Neben Fritz Emden und dem langjährige Bürgermeister Hans-Jürgen Fischer vertrat Wilhelm Arnold die Diemelseer FWG viele Jahre im Kreistag, wo er auch den Fraktionsvorsitz inne hatte.

Drei Prinzipien

Ihre Erfolgsgeschichte führe die FWG auf drei Prinzipien zurück, berichtet Bangert: Freiheit, Unabhängigkeit und die Konzentration auf die kommunale Ebene. Es bestehe kein Fraktionszwang, „darauf sind wir stolz.“

„Wir haben uns immer um parteilose Bürgermeister bemüht und Erfolg gehabt“, erklärt Bangert. Die Freien Wähler hätten die Kandidatur der späteren Bürgermeister Willi Scheuermann, Hans-Jürgen Fischer und Volker Becker unterstützt.

Die Gründer Alfred Döbelt wählten zu ihrem Vorsitzenden. Ihm folgten Walter Emden, Fritz Wetekam, Werner Backhaus und Gerhard Behle. Seit 2020 lenkt Heinrich Zölzer die Geschicke der FWG. Fritz Wetekam, Werner Backhaus und Gerhard Behle sind heute Ehrenvorsitzende.

Regelmäßige Besuche

Aktuell hat der Ortsverband 56 Mitglieder. Sie besuchen in regelmäßigen Abständen alle Diemelseer Ortsteile, greifen aktuelle Themen auf und besprechen sie mit den Ortsbeiräten und Bürgern, sie besuchen Bauernhöfe, Betriebe und Vereine, sie befassen sich mit der Weiterentwicklung des Tourismus im Dialog mit den Einwohnern vor Ort, mit Erneuerbaren Energien oder dem kranken Wald. Nicht zuletzt geht es in der täglichen Arbeit in schwierigen Zeiten um den Haushalt der Gemeinde.

Für die Zukunft erhoffen sich die Freien Wähler, weitere junge Diemelseer zu gewinnen – der 34-jährige Severin Keßler aus Giebringhausen sitzt seit der Kommunalwahl 2021 als „Neuzugang“ im Gemeindeparlament.

Jubiläumsfest am Samstag

Zum Fest „50 Jahre Freie Wähler in Diemelsee“ kommen die Mitglieder, politische Freunde und Gäste am Samstag, 17. September, um 15 Uhr im Benkhäuser Dorfgemeinschaftshaus zusammen. Zunächst besichtigen sie den neu geschaffenen Multifunktionsplatz, für 16 Uhr ist ein Gemeinschaftsfoto geplant. Im Anschluss beginnt die Feierstunde mit Kaffee und Kuchen.

Nach der Festrede folgen Wortbeiträge von Kommunalpolitikern und Gästen. Anschließend werden verdiente Mitglieder geehrt – allen voran die noch lebenden „Männer der ersten Stunde“ Karl Wilke, Heinrich Müller und Reinhold Kalhöfer-Köchling. Nach einem gemeinsamen Abendessen mit Gegrilltem, Salaten und kühlen Getränken klingt der Tag in gemütlicher Runde aus.

Erwartet werden auch Freunde aus der thüringischen Partner-Gemeinde Geschwenda. Die Gründung der dortigen Wählergemeinschaft haben die Diemelseer unterstützt, bis heute pflegen sie den Kontakt.

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