Gemeindevertreter wollen "Signal" geben:

Diemelseer Parlament setzt Planung für die Hängebrücke fort

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Der Entwurf steht: So soll die Hängebrücke über den Diemelsee aussehen, sie verbindet das „Hohe Rad“ mit dem Heringhäuser Hausberg „Sankt Muffert“.

Diemelsee. Auch wenn die Investoren einen alternativen Standort im Willinger Stryck-Tal prüfen wollen: Die Diemelseer Gemeindevertreter halten an den Planungen für die 400 Meter lange „Skyline“ über den Diemelsee fest.

Bei einer Nein-Stimme und einer Enthaltung beschlossen die Gemeindevertreter am Freitag, die Änderung des Flächennutzungsplanes in die nächste Phase zu bringen. „Damit haben wir ein Zeichen nach außen gesetzt, dass wir das Projekt mehrheitlich wollen“, erklärte die Parlamentschefin Hannelore Behle. 

Auch der Erste Beigeordnete Eckhard Köster empfahl für den Gemeindevorstand die Zustimmung. „Wir haben eine Menge Vorarbeit geleistet und sind gut in der Zeit“, stellte er fest. Daher sollten die Gemeindevertreter „ein Signal geben, das wir weitermachen“, die Brücke stärke den Tourismus in Diemelsee. 

Auch der Bauausschuss stimme zu, berichtete Martin Tepel. 

„Ich bin für das Projekt“, sagte Klaus-Dieter Becker. Aber er frage sich, wieso er noch abstimmen solle, wenn „das Gegenprojekt in Willingen in Planung“ sei. „Wir planen und planen – und stehen dann mit leeren Händen da.“ 

Die Investoren hatten die Gemeindevertreter per Mail vorab über die Prüfung des alternativen Standorts informiert, die WLZ berichtete am Freitag. Dies habe für Aufruhr gesorgt, sagte die FDP-Fraktionschefin Stephanie Wetekam. Dennoch: „Wir tun gut daran, weiterzukommen.“ Sie sprach sich für ein „forsches Vorangehen“ aus, „um zu signalisieren, dass wir die Hängebrücke haben wollen“. 

Der Grebensteiner Planer Detlef Schmidt hatte zuvor einen knappen Überblick über die eingegangenen Anregungen und Bedenken von rund 30 „Trägern öffentlicher Belange“ gegeben. Er rechnet damit, dass das Parlament den neuen Flächennutzungsplan in seiner Juni-Sitzung als Satzung beschließen kann, danach muss das Kasseler Regierungspräsidium die Satzung noch genehmigen. 

Parallele Planungen

Parallel dazu laufen die Arbeiten an der Baugenehmigung weiter, in der auch Details wie die genaue Anbindung der Brücke an den „Sankt Muffert“ festgeschrieben werden. Ein erster Entwurf kommt laut Tepel voraussichtlich im April ins Parlament. 

Und dann muss noch der Regionalplan für Nordhessen geändert werden. Auch dies ist bereits beantragt.

Die Gemeindevertreter beschlossen das Abwägungsprotokoll und die erneute Offenlegung des Flächennutzungsplanes.

Dr. Beate Schultze blieb bei ihrer grundsätzlichen Ablehnung der Brücke, weil sie nicht dem Ziel eines „naturnahen Tourismus“ entspreche.

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