Dr. Mahmoud Alsallal aus Volkmarsen

Dr. Dzillak hat Nachfolger für seine Adorfer Hausarzt-Praxis gefunden

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Letzte Absprachen im Team der Adorfer Arztpraxis - von links: Waltraud Behle, der künftige Chef Dr. Mahmout Alsallal, Irene Kosman und Hausarzt Dr. Hans-Jürgen Dzillak, der seine Praxis nächstes Jahr an seinen Kollegen übergibt.

Diemelsee-Adorf.  Bundesweit gibt es Probleme, Landärzte zu finden. Dem Adorfer Hausarzt Dr. Hans-Jürgen Dzillak ist es nach rund fünfjähriger Suche gelungen, einen Nachfolger für seine Praxis zu finden: Dr. Mahmoud Alsallal aus Volkmarsen beginnt am 2. Januar.

Der Allgemeinmediziner mit syrischen Wurzeln arbeitet voraussichtlich noch drei Monate als angestellter Arzt seines Kollegen Dr. Dzillak, dann wird er sein eigener Chef als neuer Inhaber der alteingesessenen Praxis.

„Ich bin dankbar und froh“, sagt Dr. Dzillak, „froh für meine Patienten und für mein Team.“ Denn für sie geht es nahtlos weiter.

Als er 64 Jahre alt wurde, begann er mit der Suche. Er meldete seinen Übergabewunsch der Kassenärztlichen Vereinigung und der Ärztekammer, er informierte die Kollegen in den Krankenhäusern in Bad Arolsen und Korbach und sprach Pharmareferenten an, die es an andere Ärzte weitergaben. Auch Bürgermeister Volker Becker bemühte sich, er  vermittelte Dr. Dzillak an die Initiative „Landarzt werden“ des Kreises.

Geklappt hat es erst nach rund fünf Jahren, als eine Pharmareferentin Dr. Alsallal auf den einen Nachfolger suchenden Kollegen aufmerksam machte. Die beiden Ärzte waren sich schnell einig.

Bevor Dr. Alsallal die Zulassung der Kassenärztliche Vereinigung bekommt, schreibt sie den „Kassensitz“ aus – voraussichtlich bleibt er aber der einzige Bewerber. Wenn alle Formalien erledigt sind, will sich Dr. Dzillak ganz aus der Praxis zurückziehen – voraussichtlich zum 1. April.

Mangel an Landärzten

Nach Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung für Hessen müssen mehr als die Hälfte der Hausärzte in Waldeck-Frankenberg bis 2025 einen Nachfolger finden, um den Versorgungsgrad des Jahres 2016 aufrecht zu erhalten – insgesamt 62,05 „Hausarztsitze“ müssen demnach "nachbesetzt" werden.

Der Kreis versucht mit der bundesweit einzigartigen Initiative „Landarzt werden“ des Projekts „Gesundheit schafft Zukunft“, dem Ärzte-Mangel entgegenzutreten und „die medizinische Versorgung auf dem Land weiterzuentwickeln und nachhaltig zu sichern“.

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