Land Hessen stellt mehr Geld fürs Programm zur Verfügung

Drei weitere Projekte der Diemelseer Dorfentwicklung sind bewilligt

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Das nächste Projekt der Dorfentwicklung: In Benkhausen ist der Multifunktionsplatz für die Diemelseer Jugend fast fertig. Die Spielfläche ist asphaltiert, die Bepflanzung fehlt noch. Diese Woche gehen die Arbeiten weiter.

Diemelsee-Adorf - Die Dorfentwicklung bietet zusätzliche Chancen. Das berichtete Bernd Wecker vom Lichtenfelser Büro Bioline am Freitag im Parlament. So dürfen die Diemelseer mit mehr Geld aus dem Landesprogramm rechnen.

Bislang sei das Budget für die öffentlichen Vorhaben in den zehn Jahren Laufzeit auf 1,5 Millionen Euro begrenzt gewesen, sagte Weckern. „Dieser Verfügungsrahmen ist inzwischen weggefallen.“ 

Wecker berichtete über den Stand der einzelnen Projekte. Schon eingebaut ist die rund rund 43 000 Euro teure Markise fürs Heringhauser Strandbad, das Sudecker Dorfgemeinschaftshaus wurde für rund 63 000 Euro umgebaut. 

Vorhaben der Dorfentwicklung

Weitere Vorhaben: 

Der Multifunktionsplatz für die Diemelseer Jugend in Benkhausen nähert sich seiner Vollendung. Asphaltiert ist, die Einsaat und Pflanzungen will die Dorfgemeinschaft übernehmen. Gesamtkosten: rund 183 000 Euro. 

Fürs Dorfgemeinschaftshaus in Wirmighausen liegt der Bewilligungsbescheid vor. Es wird für 130 000 Euro zu einem Treffpunkt für alle Generationen umgebaut. 

Der Dorfpark in Ottlar wird für 48 000 Euro aufgewertet, der Bescheid liegt vor. 

Die Dommelhalle in Ottlar wird für 99 500 Euro verbessert, auch da ist die Förderung genehmigt. 

Die Grillhütte in Schweinsbühl wird für rund 60 000 Euro optimiert, das Projekt ist beantragt. 

Am Vasbecker Teich wird das Gelände der Dorfjugend für 88 000 Euro zum Treffpunkt der Generationen aufgewertet, auch da ist die Förderung beantragt. 

Beim Reikweg in Adorf sei „der Knoten durchschlagen“, sagte Wecker – wie berichtet gab es im Streit um den Erhalt des kurzen Fußweges zwischen Bredelarer Straße und dem Reik eine Einigung mit der Bürgerinitiative. Die naturschutzrechtliche Genehmigung müsse noch eingeholt werden, dann könne der barrierefreie Ausbau des Reikwegs beantragt werden. 2020 sollen die Arbeiten losgehen. 

Das Büro Bioline begleitet die Steuerungsgruppe für drei weitere Jahre, dafür stehen rund 35 000 Euro bereit. 

In Rhenegge könnte wie berichtet auf dem leerstehenden Hof Brüne ein neues Wohngebiet mitten im Dorf entstehen. Dieses Projekt ist in Vorbereitung. Es bedürfe noch vieler Gespräche, bemerkte Wecker.

Großes Interesse an privaten Vorhaben

Auch bei privaten Bauherren sei die Nachfrage groß, betonte Wecker. Derzeit seien 90 Projekte in der Förderung, an Zuwendungen seien bereits 1,4 Millionen Euro bewilligt. In Diemelsee sei das Interesse „außerordentlich“. 

Fördersummen für private Vorhaben seien auf bis zu 45 000 Euro angehoben worden, für die Umnutzung von Wirtschaftsgebäuden zu Wohnungen gebe es bis zu 200 000 Euro. Auch bei Häusern unter Denkmalschutz gebe es mehr Förderung.

Dr. Schultze fordert "dorfübergreifende Projekte"

Dr. Beate Schultze rief auf, sich Gedanken über dorfübergreifende Projekte zu machen, um den Grundgedanken der Dorfentwicklung  für eine gesamte Gemeinde umzusetzen. „Wir wollen doch was bewirken.“ Die bisherigen Projekte seien so weit abgearbeitet, weitere in den Ortsteilen gebe es noch, sagte Wecker. Aber vielleicht entwickelten sich ja noch Ideen, bis 2024 sei noch Zeit. 

Bürgermeister Volker Becker bemerkte, er habe die Ortsvorsteher in einer Dienstversammlung bereits aufgefordert, sich Gedanken zu machen.

Fünf „Leader“-Projekte gefordert

„Leader“-Projekt im Vasbecker Walmemad: Das neue Kinderbecken mit Sonnensegel und Rutsche.

Aus dem  „Leader“-Programm der Europäischen Union seien in Diemelsee fünf Projekte im Umfang von 428.000 Euro mit 232.000 Euro gefördert worden, davon vier kommunale. Fünf weitere Projekte ließen sich der Gemeinde zuordnen, davon drei des Naturparks und ein Projekt der Region. 

Die sieben Kommunen der Region Diemelsee-Nordwaldeck lägen mit ihren  Vorhaben auf Platz 1 in Hessen: Bei Gesamtinvestition von rund 3,5 Millionen Euro seien 1,6 Millionen Euro als Förderung geflossen.

 Wecker ging auch auf weitere Programme ein.

Neue Förderrichtlinie des Landes

Das Land verbessert seine Förderangebote fürs flache Land: Seit August sei es eine neue Richtlinie in Kraft, die Programme wie die Dorfentwicklung, „Leader“, die „Landmilliarde“ des Programms „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ von Bund und Land, das GAK-Regionalbudget oder Programme für Kleinstunternehmen im Gastgewerbe zusammenfasse, berichtete Wecker.  Es stehe mehr Geld bereit, die erhöhten Forderquoten und -summen seien „zum Teil sehr interessant“. 

Zwar gebe es noch Überschneidungen der Angebote oder Unsicherheiten bei der Auslegung, das erhöhe derzeit den Klärungsbedarf mit den Behörden. „Aber das wird sich einschleifen“ – und dann könne auch Diemelsee stärker profitieren. (-sg-)

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