Platz schaffen für einen Nahversorger

Ehemaliges Sägewerk in Heringhausen wird abgerissen

Ortstermin mit dem Gemeindevorstand auf dem einstigen Pack-Gelände: Von links Dr. Beate Schultze, Lothar Lemberg vom Bauamt der Gemeinde, Bürgermeister Volker Becker, Hans Hiemer und Heinrich Zölzer.
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Ortstermin mit dem Gemeindevorstand auf dem einstigen Sägewerk-Gelände - von links: Dr. Beate Schultze, Lothar Lemberg vom Bauamt der Gemeinde, Bürgermeister Volker Becker, Hans Hiemer und Heinrich Zölzer.

Die Gemeinde Diemelsee lässt die Betriebsgebäude des einstigen Sägewerks Pack in Heringhausen abreißen, um Platz zu schaffen für einen Nahversorger.

Diemelsee-Heringhausen – Ein Baggerfahrer zieht mit dem Abbruchhammer schwere Betonbrocken von einem Haufen und zerkleinert sie, nebenan erhebt sich sich ein ein Hügel mit Stahlarmierungen, auf einem anderen Haufen liegen Ziegelsteine. Von den Hallen des einstigen Sägewerks Pack an der Heringhäuser Kirchstraße ist kaum noch etwas übrig, der Abriss der einstigen Betriebsgebäude schreitet voran.

Einst ein wichtiger Arbeitgeber

Über Jahrzehnte sei das Unternehmen mit seinen 25 bis 30 Beschäftigten ein wichtiger Arbeitgeber gewesen, sagt Bürgermeister Volker Becker. Dort sei einst die „längste Bank der Welt“ für die Uferpromenade am Diemelsee zugeschnitten worden. Doch vor einigen Jahren schloss der Betrieb.

Nur noch Geschichte: das Sägewerk Pack in Betrieb. Auch ein Holzhandel gehörte zu dem florierenden Unternehmen.

Damit kann das etwa 11 000 Quadratmeter große Gelände zwischen der Tourist-Info und dem neuen Feriendorf neu genutzt werden. Die Gemeinde hatte es wie berichtet gekauft. Wunsch der Heringhäuser sei der Bau eines Nahversorgers, sagt Becker. „Voraussetzung dafür ist, dass alles weg kommt.“

Projekt der Dorfentwicklung

Die Steuerungsgruppe für die Dorfentwicklung in Diemelsee sehe Chancen für die Innenentwicklung des Dorfes, sagt Becker, sie habe den Abriss des ehemaligen Sägewerkes im Mai beschlossen und befürwortete, einen Förderantrag beim Fachdienst Regional- und Dorfentwicklung des Kreis zu stellen. Das Büro Bioline bereitete ihn umgehend vor.

Dank der Unterstützung des Kreises habe die Gemeinde erfreulicherweise kurzfristig eine Förderzusage des Landes in Höhe von 80 Prozent der Netto- Abrisskosten erhalten, berichtet der Diplom-Ingenieur Lothar Lemberg vom Bauamt der Gemeinde. Der Abriss koste rund 190 000 Euro.

Fachunternehmen aus Baunatal beauftragt

Er bereitete die Ausschreibung vor, den Zuschlag erhielt ein Fachunternehmen aus Baunatal. „Wir sind sicher, dass wir im Kostenrahmen bleiben“, sagt Lemberg.

Eigentlich sollte die Firma schon Mitte September loslegen. Doch Lemberg wollte sicherheitshalber noch eine Abrissgenehmigung des Kreises einholen – die auch zügig erteilt worden sei, betont er. In der vergangenen Woche habe die Abrissfirma begonnen. Zuvor hatte der ehemalige Eigentümer bereits Betriebsanlagen abbauen lassen.

Tonnen an Material abzufahren

Einiges an Material dürfte zusammenkommen – allein zweieinhalb Tonnen Beton und Asphalt müssten abgefahren werden, schätzt Lemberg. Zum Teil werde das Material vor Ort zerkleinert. Manches werde recycelt, ergänzt Dr. Beate Schultze vom Gemeindevorstand.

Beim Zerkleinern: Mit dem Abbruchhammer bricht der Baggerfahrer schwere Betonbrocken auf.

Auch belastetes Material werde nach einem Entsorgungskonzept restlos beseitigt, versichert Lemberg. Das betreffe Asbest, aber auch Holzschutzmittel.

„Es wird alles freigeräumt“, betont er, es blieben keine Stoffe mehr im Gelände. Bis Ende Oktober sollen alle Arbeiten abgeschossen sein. Nur das ehemalige Wohnhaus der Familie bleibt stehen.

Nahversorger mit Supermarkt

Auf der Pack-Brache soll ein Nahversorger mit Supermarkt und Bäckerei-Filiale gebaut werden. Gespräche mit zwei möglichen Projektentwicklern und Investoren laufen bereits – ihre Entwürfe seien Teil des Abrissantrags gewesen, erklärt Dr. Schultze.

Abgeschnitten: Die eigentliche Haltestelle am Pack-Gelände ist wegen der Abrissarbeiten aus Sicherheitsgründen nicht zugänglich.

Bürgermeister Volker Becker schätzt, dass die Gemeindevertreter im Dezember oder Februar über den Verkauf des Areals an einen der Interessenten beschließen können. Wie viel Fläche er benötigt, steht noch nicht fest – noch gebe es Entwürfe mit unterschiedlichen Varianten von Marktgrößen, berichtet Lothar Lemberg.

Nebenan sind Appartementhäuser geplant

Abhängig ist die Größe auch davon, wie groß ein Investor das Kundenpotential einschätzt. Da passt es ansich gut, dass ein anderer Investor fünf große Appartementhäuser auf dem 12.400 Quadratmeter großen Areal „Hinter der Kirche“ oberhalb des Pack-Geländes und neben dem neuen Feriendorf bauen will.

Doch da gibt es wie berichtet Bedenken im Dorf, einigen geht die touristische Entwicklung zu schnell. Dr. Schultze erinnerte an die von den Heringhäusern gewünschte Priorisierung: Erst sollten die neue Gastronomie am Seeufer und der Nahversorger entstehen, dann erst die Appartementhäuser.

Die Bauleitplanung für die die Appartementhäuser könne parallel laufen, sagt Becker, gebaut werde dann später. Aber die Projektentwickler könnten schon einmal mit den Gästen kalkulieren.

Kleiner Parkplatz für Busse

Einen kleinen Teil des Pack-Geländes würde die Gemeinde gern behalten, um dort einen Parkplatz für ein, zwei Busse samt Wendemöglichkeit zu schaffen.

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