Klaus Hamel von der Tourist-Information sieht die Gemeinde „gut aufgestellt“

Erweitertes Angebot lockt mehr Gäste in die Ferienregion Diemelsee

Eine Familie badet im Sommer im Diemelsee. Hinten fährt ein Boot vorbei. Werbefoto der der Diemelseer Tourist-Information
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Badefreuden am Diemelsee: Der fast 100 Jahre alte Stausee ist die Hauptattraktion der Ferienregion. Allerdings bietet sie für Gäste jeden Alters das ganze Jahr über etwas zur Freizeitgestaltung. Es wird weiter kräftig investiert.

Insgesamt „gut  aufgestellt“ sei die Ferienregion Diemelsee, urteilt Klaus Hamel von der Tourist-Information der Gemeinde. Die erheblichen Investitionen der Kommune und privater Unternehmer schlügen sich bereits in einer höheren Zahl an Gästen nieder, berichtet er.

  • Die erheblichen Investitionen der Kommune und privater Unternehmer haben bereits in eine höhere Zahl an Feriengästen zur Folge.
  • Ohne Corona wäre 2020 ein Rekordjahr bei den Übernachtungszahlen geworden.
  • Weitere Investitionen am Diemelsee sind in Planung.

Diemelsee – Und es soll weiter gebaut werden, um das Angebot zu erhöhen: „Es sieht positiv aus.“

Neben Göbels Chaletpark mit mehr als 20 weitgehend fertiggestellten Häusern seien ab Januar 2021 auch die ersten Häuser des neuen Feriendorfes am Markt – ab 2022 stünden alle 71 Häuser und 18 Ferienwohnungen zur Verfügung. Für die beiden hochwertigen Objekte in der Kategorie mit 4 bis 5 Sternen sei Bedarf vorhanden – und dann auch gut abgedeckt.

Planungen fürs mittlere Preissegment

Was noch fehle, seien Angebote im mittleren Preissegment mit drei Sternen. Auch diese Lücke könnte sich schließen: Ein Kölner Büro plant gleich neben dem neuen Feriendorf einen Komplex mit 65 Wohnungen in fünf Appartementhäusern, das Projekt wird voraussichtlich im Februar im Parlament vorgestellt. Es sei eine ideale Ergänzung, urteilt Hamel, der die Investition begrüßt.

Schon jetzt sei das Angebot an Übernachtungsunterkünften in Diemelsee nicht ausreichend – und in den zehn nächsten Jahren könnten mehrere Pensionsbetriebe in Heringhausen den Betrieb einstellen, weil die Inhaber in den Ruhestand gehen oder kein Nachfolger finden.

Neue Plätze für Wohnmobile

Außerdem wolle der Investor 35 Plätze für Wohnmobile schaffen. Da sei die Region derzeit noch schlecht aufgestellt, die Plätze am Hohen Rad seien nicht mehr zeitgemäß. „Wir haben Nachholbedarf.“ Die neuen Plätze hätten Strom, Ver- und Entsorgung. Sanitäreinrichtungen und Duschen werden in einem Zentralgebäude untergebracht. Die Nachfrage sei derzeit sehr groß, das neue Angebot am Diemelsee werde sich schnell unter den Wohnmobilisten herumsprechen und gut angenommen.

Neue gastronomische Angebote

Im Zentralgebäude solle zudem ein neues gastronomische Angebot für alle geschaffen werden – auch das sei eine „notwendige Ergänzung“ der überlasteten Betriebe vor Ort, urteilt Hamel. Auch die Gastronomie im Heringhäuser Strandbad habe noch Potential, sagt Hamel. Auch da sei eine „Weiterentwicklung“ bereits ins Auge gefasst.

Bewegung kommt zudem in das seit Monaten diskutierte Thema Nahversorgungsmarkt in Heringhausen: Gespräche mit Interessenten liefen, berichtet Hamel. Mögliche Kunden seien vorhanden: Er hat zusammengerechnet, dass im Umkreis von acht Kilometern rund ums Dorf rund 220 000 Übernachtungen und etwa 450 000 Tagesgäste im Jahr zusammenkämen. Und auch die Einwohner der Umgebung müssen ja einkaufen.

Steigende Übernachtungszahlen erwartet

Mit den Investitionen „sind wir für die Zukunft sehr gut aufgestellt“, sagt Hamel. Er gehe davon aus, dass die Übernachtungszahlen und die Zahlen der Kurzurlauber und Tagesgäste in den nächsten Jahren stark ansteige. Allein Göbels Chaletpark und das Feriendorf könnten für zusätzliche 50 000 Übernachtungen im Jahr sorgen.

Auch mit negativen Zahlen kann ein Touristiker in Zeiten der Corona-Krise zufrieden sein: Von Januar bis Oktober 2020 verzeichne die Ferienregion Diemelsee bei den Übernachtungszahlen nur ein Minus von 21 Prozent, berichtet Klaus Hamel. Willingen hatte höhere Einbußen.

2020 hätte Rekordjahr werden können

Ohne die Krise mit Betriebsschließungen von März bis Ende Mai hätte 2020 nach seiner Überzeugung das Rekordjahr 2019 weit übertroffen: Die Übernachtungszahlen hätten um schätzungsweise zehn Prozent steigen können.

Schon 2019 seien die Übernachtungszahlen um 14,9 Prozent auf 85 559 gestiegen, berichtet Hamel. Und dieses Jahr habe gut angefangen: Im Januar habe das Plus gegenüber dem Vorjahresmonat bei 5,5 Prozent gelegen, im Februar bei 7,4 Prozent. Im September liege die Steigerung sogar bei 30 Prozent.

Betriebe im Sommer voll belegt

Alle Betriebe seien hochzufrieden, sagt er. Nach dem „Lockdown“ im Frühjahr seien sie von Juli bis Ende September zu 95 bis 98 Prozent belegt gewesen, Pensionen und Ferienwohnungen seien komplett ausgebucht gewesen – Interessenten hätten in benachbarte Regionen vermittelt werden müssen.

Doch wegen des „Lockdowns“ im Frühjahr kommt die Region bis Oktober nur auf 16 610 Ankünfte und 61 432 Übernachtungen – in die Statistik fließen Betriebe mit mehr als zehn Betten und Campingplätze ein.

Die letztlich positiven Zahlen seien trotz eines verringerten Angebots erreicht worden: Waren 2019 in Diemelsee 21 Betriebe mit 1394 Betten geöffnet, waren es im vorigen Jahr nur 16 Betriebe mit 869 Betten. Das heißt: Fünf Betriebe mit mehr als 450 Betten fehlten 2020 in der Statistik.

Die Gemeinde investiert weiter in den Ausbau des Tourismus, der für sie eines der wichtigsten wirtschaftlichen Standbeine ist. (Schilling)

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