122 Teilnehmer gehen im Walmebad an den Start

Fast 589 Kilometer beim 24-Stunden-Schwimmen in Vasbeck zurückgelegt

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Nach der Siegerehrung am Sonntag im Vasbecker Freibad: Die drei besten Teilnehmer des 24-Stunden-Schwimmens erhielten in allen Altersklassen Pokale überreicht.

Diemelsee-Vasbeck – Die 16. Auflage des 24-Stunden-Schwimmens lockte am Wochenende zahlreiche Besucher ins Vasbecker Freibad. Von Samstag 12 Uhr bis Sonntag 12 Uhr zogen die Teilnehmer ihre Bahnen.

Wegen des wechselhaften Wetters mit Regenschauern wurde der Rekord des vorigen Jahres nicht erreicht. Da waren bei Sonnenschein und Sommerhitze 205 Teilnehmer an den Start gegangen, dieses Jahr waren es lediglich 122, die 11 769 Bahnen und damit 588,45 Kilometer zurücklegten.

Beim 24-Stunden-Schwimmen in Vasbeck haben die 122 Teilnehmer am Wochenende fast 589 Kilometer zurückgelegt

 Allerdings: Mit durchschnittlich 96 Bahnen pro Teilnehmer war die Leistung der Schwimmer besser als im Vorjahr, da lag der Schnitt bei 94 Bahnen. 

Mit drei Jahren die jüngste Schwimmerin war Helene de Boeck aus Bad Arolsen, mit 80 Jahren der Älteste war Rudi Emmelmann aus Leitmar. 

Die meisten Schwimmer kamen aus einem Umkreis von 50 Kilometern, etwa 20 auch von weiter weg. Im Internet-Portal „Schwimmkalender“ ist der Vasbecker Wettbewerb seit Jahren vertreten und hat seinen Ruf in der Schwimmgemeinschaft. 

Mit 371 Kilometern hatte Manfred Kießling aus Waiblingen die weiteste Anreise. Seit 1986 nimmt er an bundesweiten Wettbewerben teil, in Vasbeck war er schon zum siebten Mal. Mit seiner roten Badekappe ist er als „Rotkäppchen“ bekannt. 

Der Vorsitzende des Freibad-Fördervereins, Martin Brücher, zeigte sich trotz des Wetters hoch zufrieden. Am Samstag seien bis zum Abend immer 25 bis 30 Schwimmer im Becken gewesen, berichtete er. Die Wassertemperatur lag bei 28,4 Grad. 

Zahlreiche Helfer

Zahlreiche Helfer waren beim 24-Stunden-Schwimmen in Vasbeck im Einsatz. Um die 15 „Stricher“ dokumentierten jede Bahn mit einem Strich auf ihren Listen.

Um die 15 „Stricher“ dokumentierten jede Bahn mit einem Strich auf ihren Listen. Nachts mussten sie sich dick eingepackt vor kühlen Temperaturen und der Nässe von oben schützen. Ein vierköpfiges Team übertrug die Ergebnisse in den Computer. 

Zahlreiche Helfer des Fördervereins sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Achim Bangert stand mit seiner "Flotte"-Mannschaft im Imbisswagen, Inge Steinbock und ihr Team im Kiosk, das Musche-Team sorgte für Getränke. An den Nachmittagen gab es Kaffee mit zahlreichen gespendeten Kuchen. 

Nach dem Auftritt des Akrobaten Karsten Feist lud Frank Luttrup zum Sauna-Event mit Regenwald- und Duftaufgüssen. Nach Einbruch der Dunkelheit kamen die bunten Lichterketten und die Strahler voll zur Geltung. Teilnehmer schlugen an die 20 Zelte auf der Liegewiese und auf dem Außengelände des Kindergartens auf.

In der Nacht waren nie weniger als sechs Schwimmer im Becken. Morgens und bis zum Schlusspfiff am Mittag wurden es wieder 25 bis 30. 

Die Nachtschwimmer erhielten Suppe und warme Getränke, auch Aufwärmräume standen zur Verfügung. Am Sonntag Morgen luden Gisela Schulze und ihre Helferinnen zum üppigen Brunch in den Kindergarten ein. 

Die Bad Arolser DLRG-Gruppe übernahm mit fünf Leuten den Wachdienst am Becken und nahm Kindern die Prüfung fürs Seepferdchen ab. Außerdem stellte sie ein achtköpfiges Wettkampfteam.

Bei der Siegerehrung hatte Thorsen Heyner am Sonntag Mittag 18 Pokale zu vergeben. Dazu überreichte er Urkunden und von einem Sportgeschäft gesponsorte Sachpreise für die besten drei Schwimmer aller Altersklassen. Hier die Sieger: 

Mannschaftswertung:

 „Rotkäppchen and friends“ mit 2649 Bahnen, gefolgt vom Team der DLRG und dem Team "VFL-Rettungsringe". 

Einzelwertung: 

Bambini: Robin Meyer und Antonio Heyner mit jeweils 205 Bahnen. 

Kinder: Marcel Kosneter mit 420 Bahnen. 

Jugend: Lea-Marie Flecke mit 401 Bahnen. 

Damen: Anna Plattner mit 615 Bahnen. 

Herren: Dennis Kättlitz mit 678 Bahnen. 

Senioren: Manfred Kießling mit 412 Bahnen.

Akrobatik mit Karsten Feist

Akrobatik mit Karsten Feist: Mit Lysander Becker auf der Schulter fährt er mit dem Einrad.

Kleinkunst und Akrobatik bot Karsten Feist am Samstag Abend beim 24-Stunden- Schwimmen im Freibad. Die Diemelseer Tourist-Information hatte ihn zum Auftakt der siebenwöchigen Reihe Sommer-Ferienspaß engagiert. Feist tourt derzeit für „Kirche unterwegs“ durchs Land, seine Darbietungen verknüpfte der Berliner immer wieder mit christlichen Botschaften. 

Nach einer Jonglage mit einem Diabolo führte er Lysander Becker in die Kunst des Einradfahrens ein. Schließlich setze er sich den Jungendlichen auf die Schulter und drehte eine Runde. 

Dann kam er zu seiner Paradedisziplin: Im Guinnesbuch hält Feist den Weltrekord beim Überqueren einer einer freistehenden Leiter, bundesweit erregte er 2003 als Teilnehmer bei „Wetten Dass“ Aufmerksamkeit. 

Auch in Vasbeck schlug er sein Publikum in den Bann, als er eine Leiter aus Metall hoch und runter kletterte, sich durch die Sprossen wand und schließlich auf ihr stand. Damit nicht genug: Er holte Jens Kesting zu sich. Auch ihn setze er sich auf die Schulter und erklomm die Leiter. 

Akrobatik mit Karsten Feist: Auf einer freistehenden Leiter trägt er Jens Kesting auf der Schulter.

Allerdings gehe es nicht darum, immer höher hinaus zu wollen, kommentiere Feist, es komme darauf an, „Tiefe ins Leben zu bringen“. 

Beim Bogenschießen sei wichtig, seine Ziele weise auszuwählen, sagte Feist und griff zu Pfeil und Bogen. „Ein Leben ohne Ziele geht auch nicht.“ Sünde bedeute letztlich, „am Ziel vorbei zu schießen“. Es gelte daher, das Ziel in den Blick nehmen, rief er, spannte den Bogen – und traf exakt die Scheibenmitte. 

"Tragfähige Gemeinschaft"

Als nächstes ließ er sechs Leute aus dem Publikum einen Schlauch halten. „Wir werden testen, ob ihr eine tragfähige Gemeinschaft seid“, erklärte er – und balancierte über den Schlauch. Sein Fazit: „Wir brauchen uns gegenseitig.“ 

Mit einer zweiten Diabolo-Darbietung verabschiedete sich Feist nach etwa einer Stunde. „Gott schaut tiefer“, sagte er, als er zwei der Doppelkegel durch die Luft wirbelte. Deshalb seien Sünde oder Versagen kein Problem. Ob beim Einradfahren oder im Leben, wichtig sei eines: „immer wieder aufstehen und neu anfangen.“ (-sg-)

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