Mehr als 165 historische Traktoren, Zweiräder, Autos und LKW zu sehen

Feld-Ittlar-Fest: Eldorado für Oldtimer-Liebhaber

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MAN und Fendt: Ralf Arnold (links) lehnt am Trecker von Jürgen Behle (rechts), einem MAN 2F1, Baujahr 1958. Auf dem Fendt Fix1 von 1960 sitzt Matthias Steinhardt.

Diemelsee – Da schlägt das Herz von Oldtimer-Fans einen dreifachen Salto: 165 historische Traktoren, Autos, Zweiräder und Lastwagen waren am Sonntag auf dem Feld-Ittlar-Fest zu bestaunen.

Das waren mehr als doppelt so viele wie vor zwei Jahren. Hinzu kamen Aberdutzende von Gästen, die das Feldfest an Zölzers Scheune zwischen Benkhausen, Schweinsbühl, Deisfeld, Giebringhausen und Sudeck aufgesucht hatten, um zu schauen, zu fachsimpeln und Bekannte zu treffen. Kein Wunder, dass das Resümee der Veranstalter – aller Verkehrsvereine der fünf Ortsteile – bestens ausfiel: „Wir sind sehr zufrieden“, sagte Klaus Fischer aus Benkhausen, zusammen mit Thomas Bauer aus Schweinsbühl Cheforganisator.

Schon zum Gottesdienst am Morgen hatten sich 80 Gäste eingefunden, den ganzen Tag über kamen neue Besucher hinzu, die bewirtet wurden; rund 40 Helferinnen und Helfer waren im Schichtdienst im Einsatz. Die Jagdhornbläser aus Rhenegge sorgten für die musikalische Umrahmung des Festes. Für die Unterhaltung der Kinder war mit Spielen gesorgt.

Viele neue Interessenten

Einige stellten ihre Fahrzeuge zum ersten Mal beim Feld-Ittlar-Fest aus, wie etwa Karl-Friedrich Vogel aus Hesperinghausen seinen Linde Guldner G 75A, Baujahr 1967 – ein selten zu sehendes, wertvolles Exemplar. „Mit Guldner bin ich groß geworden. Seit 1969 werden die Traktoren aber nicht mehr gebaut“, sagt er. 

Auch der Motorsportverein Diemelsee (MSV) stellte einige seiner Autos erstmals vor - Dennis Küthe, Jörg Küthe, Kevin Küthe und Thomas Aue mit  präsentierten einen Golf I, Baujahr 1981 mit 206 PS (Spezialturenwagen) und einem VW Gold II, Serienturenwagen mit 139 PS.

Ebenfalls zum ersten Mal dabei waren Rita und Jürgen Reiermann aus Bredelar, die mit ihrem Ford F100 mit Ladefläche, Baujahr 1967,  gerade von einem großen Oldtimer-Treffen aus Schweden zurück gekommen waren - und sich gleich aufmachten zum Feld-Ittlar-Fest. "Schon die Anfahrtsbeschreibung hörte sich so gut an", sagt Rita Reiermann.  

Preise für die schönsten, originellsten, kernigsten Fahrzeuge

Schlüter, Deutz, Fendt, Hanomag, Eicher, MAN, Fahr und Massey Ferguson waren einige der zu bewundernden Traktormarken, darunter auch ein John Deere aus dem Jahr 1934. Er war der älteste und seltenste Traktor bei der längsten Traktorparade der Welt, die 2016 in Odershausen stattfand – und dürfte am Sonntag auch beim Ittlar-Fest zu den ältesten Traktor gehört haben. 

Der neuste Traktor gehörte Claudia und Carsten Trachte aus Deisfeld: Ein Massey-Ferguson, Baujahr 2019, mit Hebebühne. Wer wollte, durfte damit in die Höhe fahren und sich Fest samt Oldtimer von oben beschauen.  

Hinzu kamen traumhafte Automobile, darunter eine Rarität wie der DKU Auto Union Typ AU 1000 SP, Baujahr 1962, von Hans Sieke aus Vöhl, der auch prämiert wurde. Ebenfalls ausgezeichnet wurden das hervorragend restaurierte Motorrad von Lothar Kunzmann aus Korbach, eine Kreidler Florett RS 14, Baujahr 1971, mit drei PS. 

Einen Preis für seinen kernigen Originalzustand vergab die Jury an Lothar Döbelt aus Schweinsbühl für seinen Fendt Geräteträger, Baujahr 1963, der immer noch zuverlässig im Einsatz ist – und auch genauso aussah. Ältester Teilnehmer war wie vor zwei Jahren Karl Wilke aus Benkhausen, der an seinem Fendt, Baujahr 1963, unter „Besonderheiten“ vermerkte: „Fahrer Baujahr 1924“. Die weiteste Fahrt hatte Karl-Heinz Ziegler. Er reiste eigens aus Schwalmstadt an, brachte 95 Kilometer hinter sich.

In zwei Jahren folgt die nächste Auflage des Festes mit Oldtimer-Show. „Das ist klar“, sagt Klaus Fischer und lacht. (md) 

Feld-Ittlar-Fest 2019, Bildergalerie

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