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Feuerwehr Diemelsee probt Ernstfall unter realistischen Bedingungen

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Von: Lutz Benseler

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Feuerwehrfahrzeuge reihen sich in der Bredelarer Straße in Adorf hintereinander, Rauchschwaden dringen aus dem alten Kik-Markt.
Feuerwehrfahrzeuge reihen sich in der Bredelarer Straße in Adorf hintereinander, Rauchschwaden dringen aus dem alten Kik-Markt. © Jenny Henning

Große Rauchentwicklung am alten Kik-Markt, vier Personen vermisst, viele Feuerwehrfahrzeuge im Einsatz: Die Feuerwehr Diemelsee hat an zwei Tagen den Ernstfall geprobt.

Diemelsee-Adorf – Rauchschwaden ziehen über die Bredelarer Straße, überall blinkt Blaulicht, Feuerwehrleute unter Atemschutz betreten den leer stehenden Markt: Auf den ersten Blick sieht alles wie ein echter Einsatz aus. Tatsächlich ist der vermeintliche Brand nur ein Szenario, um unter realistischen und unter einsatzähnlichen Bedingungen zu üben.

Jeweils um 18.28 Uhr an zwei aufeinanderfolgenden Tagen wurden die Diemelseer Wehren alarmiert. „Im ehemaligen KIK in Adorf wurde eine Explosion im Gebäude nach Bauarbeiten und eine beschädigte Gasleitung angenommen“, erklärt Jenny Henning als Sprecherin der Feuerwehr Diemelsee das vorbereitete Szenario.

Die Feuerwehrleute retten einen „Handwerker“ vom Dach des Gebäudes.
Die Feuerwehrleute retten einen „Handwerker“ vom Dach des Gebäudes. © Jenny Henning

Die Aufgaben: Vier vermisste Personen mussten jeweils von sechs Trupps unter Atemschutz geborgen werden. Für eine freie Sicht im verrauchten Gebäude sorgte ein Lüfter. Eine Person wurde aus dem Gebäude geschleudert und unter einem IBC-Container eingeklemmt. Die Einsatzkräfte mussten sie mit Hebekissen aus ihrer Lage befreien. Von insgesamt sechs Handwerkern befanden sich zwei auf dem Dach des Marktes, einer drohte abzustürzen. „Die Rettung erfolgte mit Leitern, Schleifkorbtrage und Sprungretter“, erläuterte Jenny Henning. Zur Brandbekämpfung wurde zusätzlich eine Wasserversorgung aus offenem Gewässer hergestellt.

An beiden Übungstagen waren laut Henning jeweils etwa 50 Einsatzkräfte vor Ort. Am ersten Tag wurden die Wehren Adorf, Benkhausen, Flechtdorf, Stormbruch alarmiert, ebenso die Örtliche Technische Einsatzleitungen (ÖTEL) Diemelsee. Am zweiten Tag waren es Heringhausen, Schweinsbühl, Vasbeck, Rhenegge/Sudeck und Wirmighausen, die die Lage abarbeiteten.

Unter Atemschutz gehen die Feuerwehrleute in das verrauchte Gebäude.
Unter Atemschutz gehen die Feuerwehrleute in das verrauchte Gebäude. © Lutz Benseler

Als Eigentümer hatte die Waldecker Bank den Wehren das Gebäude für die Übung zur Verfügung gestellt. Geplant ist, den Markt abzureißen und dafür Wohngebäude zu errichten.

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