Eigentümer will Immobilie über das Berliner Auktionshaus Karhausen verkaufen

Gebäude des alten Adorfer Edeka-Marktes wird versteigert

Der einstige Edeka-Marktes in der Adorfer  an der Bredelarer Straße. Das Berliner Auktionshaus Karhausen bringt den Komplex  am 11. Dezember unter den Hammer
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Zu ersteigern: Das Berliner Auktionshaus Karhausen bringt den Komplex des einstigen Edeka-Marktes in der Adorfer Mitte am 11. Dezember unter den Hammer

Der leerstehende Komplex des einstigen Edeka-Marktes an der Bredelarer Straße kommt unter dem Hammer: Am 11. Dezember will das Berliner Auktionshaus Karhausen die Adorfer Immobilie im Auftrag des Eigentümers versteigern.

Diemelsee-Adorf - Das Mindestgebot liege bei 199 000 Euro plus „Aufgeld“, heißt es in einer Pressemitteilung des Auktionshauses. Zur Verfügung stünden insgesamt stehen 815 Quadratmeter Nutzfläche, das Grundstück mit befestigter Freifläche und 42 Stellplätzen sei 2402 Quadratmeter groß, sagt der Karhausen-Vorstand und leitende Auktionator Matthias Knake. Das um 1989 errichtete Gebäude sei laufend instand gehalten und befinde sich in einem guten Zustand.

Knake bewirbt das Objekt: „Eine Nutzung als Non-food-Markt, kleiner Discounter ist ebenso möglich wie zum Beispiel für einen Handwerksbetrieb“, sagt er. Ohne große Umbauten könnten im ehemaligen Verkaufsraum eine Ausstellung und ein Lager sowie in den Nebenräumen Büro- und Sozialräume untergebracht werden.

Von Edeka über Kik zum Leerstand

Der Gebäudekomplex in der Dorfmitte war zunächst an die Familie Heumann verpachtet, die dort ihren florierenden Edeka-Markt betrieb. Doch dann zog er in einen deutlich größeren Neubau an der Rhenegger Straße um, der Getränkemarkt folgte. Danach nutzten der Textil-Discounter Kik und eine Bäckerei-Filiale die Räume, doch seit etwa sechs Jahren steht der Komplex leer.

Der Eigentümer habe sich in den vorigen Jahren bemüht, „wieder Leben rein zu bringen“, sagt Bürgermeister Volker Becker. Auch er habe wiederholt Interessenten an ihn vermittelt. Doch letztlich sei es an den „hohen Kaufvorstellungen“ gescheitert.

„Wir sind offen für Neuansiedlungen, solange nicht eine Konkurrenz zu unseren Geschäften besteht“, sagt Becker. Praxen könnten dort einziehen, auch eine sportliche Nutzung sei denkbar.

Gemeinde wünscht sich Wohnungen und betreutes Wohnen

Er favorisiert allerdings eine andere Lösung: „Uns ist wichtig, Wohnraum und Angebote fürs betreute Wohnen zu schaffen.“ Dafür böten sich das Gelände und die benachbarte Brache der schon vor Jahren abgerissenen Molkerei geradezu an.

In Adorf sei Wohnraum knapp, berichtet Volker Becker. Außerdem gebe es einen wachsenden Bedarf an betreutem Wohnen – über das Gesundheitsnetzwerk PORT kämen immer wieder Anfragen von Interessenten. Ältere überlegten, ihren Hof oder ihr Haus aufzugeben und eine kleinere Wohnung zu nehmen, erklärt Becker. Je nach Bedarf könnten sie im Betreuten Wohnen Service- oder Pflegeleistungen dazu buchen.

Diskussion um Aufnahme ins Konzept zur Diemelseer Dorfentwicklung

Als Standort käme die Immobilie an der Bredelarer Straße in Frage. Für diese Idee spricht auch die zentrale Lage: Ärzte, Apotheke und die Geschäfte sind zu Fuß schnell zu erreichen. Bei der Diskussion um das Konzept zur Diemelseer Dorfentwicklung kam der Vorschlag auf, dass die Gemeinde den Komplex kauft und abreißt, ein Investor hätte das Gelände und das Molkerei-Areal nebenan danach neu entwicklen können.

Es habe auch schon Gespräche gegeben. Aber eine Einigung der Partner sei wegen der Preisvorstellungen „nicht so einfach“ gewesen und nicht zustande gekommen, sagt Becker – „es muss im Rahmen bleiben.“ Darum gab es bislang keine Chance, die Idee umzusetzen. Der Bedarf ist jedenfalls vorhanden.

Doch wer bei der Versteigerung im Dezember den Zuschlag bekommt, ist offen.

Das Exposé für das Objekt mit den Vertragsbedingungen könne beim Auktionshaus angefordert werden, sagt Knake. Das persönliche Bieten sei in Corona-Zeiten nur eingeschränkt möglich, scheibt das 1991 gründete Auktionshaus. Deshalb soll die Versteigerung im Internet live übertragen werden – Bietinteressenten sollen vorher „einen schriftlichen Bietungsauftrag erteilen“ oder sich „eine der begrenzt verfügbaren Leitungen als Telefonbieter sichern“. Besichtigungstermine könnten vor der Auktion vereinbart werden.

Weitere Einzelheiten und die Kontaktdaten gibt es unter Telefon 030/8904856 oder unter www.karhausen-ag.de im Internet. -(sg-)

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