Neue Bauplätze entstehen – Wohnhaus soll erhalten bleiben

Gemeinde kauft den Hof Brüne in Rhenegge

Der Hof Brüne in Rhenegge im Sommer 2019. Er steht seit Jahren leer. Auf dem Gelände sollen Bauplätze entstehen.
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Der Kauf ist beschlossen: Die Gemeinde Diemelsee übernimmt den leerstehenden Rhenegger Hof Brüne. Die Wirtschaftsgebäude weichen Bauplätzen, das Wohnhaus rechts bleibt erhalten und wird verkauft.

Für den Hof Brüne in Rhenegge ist eine tragfähige Lösung gefunden: Die Diemelseer Gemeindevertreter beschlossen am Freitag, die seit Jahren leerstehende Hofreite in der Dorfmitte zu kaufen.

Diemelsee-Rhenegge - Die teils maroden Wirtschaftsgebäude des einstigen Pferdehofes sollen abgerissen werden. An ihrer Stelle sollen drei bis vier Bauplätze entstehen – Interessenten sind bereits vorhanden.

Das stattliche Fachwerk-Wohnhaus soll erhalten bleiben und ebenfalls verkauft werden, die neuen Eigentümer müssten es sanieren. Dafür können sie mit Zuschüssen aus der Diemelseer Dorfentwicklung rechnen.

Die Gemeinde wolle das Gelände „zügig“ kaufen, berichtet Bürgermeister Volker Becker. Dann geht es an die Planung und in Abstimmung mit den Bauinteressenten an den Zuschnitt der Grundstücke, eine Teilfläche wird dem Wohnhaus zugeschlagen.

Projekt der Dorfentwicklung

Mit einbezogen werden auch weiterhin die Behörden der Dorfentwicklung: Die Gemeinde will den Grundstückskauf und den Abriss der Wirtschaftsgebäude mit einem 85-prozentigen Zuschuss aus dem Landesprogramm finanzieren. Die Steuerungsgruppe hat sich am vorigen Donnerstag für das Projekt ausgesprochen.

Wie berichtet, plant das Büro Bioline schon seit Monaten, das Gelände einer neuen Nutzung zuzuführen. In einer Studie für ihre Bachelor-Arbeit hat die Mitarbeiterin Carolin Schneider Möglichkeiten ausgearbeitet, Kernidee war, mitten im Dorf neue Bauplätze zu schaffen – der Bedarf ist vorhanden.

Nicht einfach waren die Planungen, weil die Dorfentwicklung möglichst auf den Erhalt alter Gebäude setzt. Darüber hatte sich der Ortsbeirat im Juni enttäuscht gezeigt – er hatte auf einen Komplettabriss gehofft und befürchtete, dass Bauherren „Filetgrundstücke“ entgingen. Die Gemeinde habe keine Bauplätze mehr anzubieten, Familien drohten aus Rhenegge wegzuziehen. Doch mit Blick auf das Förderprogramm blieb es bei der Planung, das Wohnhaus zu erhalten und die Restfläche neu zu bebauen.

Bauinteressenten sind da

Zwei Interessenten haben bei der Gemeinde ihre Kaufabsicht bekundet. Beim Bau müssen sie aber Auflagen beachten: Die Häuser müssen dem „regionalen Baustil“ entsprechen. Im Gegenzug können sie eine Förderung aus der Dorfentwicklung erhalten. Das Wohnhaus wollte eine Familie bereits übernehmen – was sich mittlerweile aber zerschlagen hat.

Auch die Gemeindevertreter befürworteten den Kauf, über den sie in nicht öffentlicher Sitzung berieten. „Das ist eine gute Lösung, die passt“, bemerkt Becker. Auch der Rhenegger Ortsbeirat habe sich inzwischen einstimmig dafür ausgesprochen.

Alternative für die Eigentümerin wäre der Verkauf an einen Interessen gewesen, der Stroh in den Wirtschaftsgebäuden lagern wollte, größere Sanierungen am Wohnhaus seien „scheinbar nicht geplant“ gewesen. „Damit hätten wir nicht wirklich was gewonnen“, sagt Becker. Dann hätte sich der Dorfkern „nicht verbessert“. Und es gäbe keine neuen Bauplätze. (-sg-)

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