Zusammenarbeit mit sechs Partnern in der Region

Gemeinde Diemelsee will weiter vom „Leader“-Programm profitieren

Im Mai 2021 an der Trekking-Station bei Stormbruch: Vertreter der Kommunen Diemelsee und Willingen und des Kreises besichtigten die Plattform am „Wiggenknochen“. Links die Reiseblogger Biggi Bauer und Florian Manuel Westermann. Erfolgreiches „Leader“-Projekt: der neue Trekking-Park „Sauerland“ der Gemeinden Diemelsee und Willingen. Die Diemelseer wollen mit ihren Partnern auch in der neuen Förderperiode dabei sein, das beschloss das Parlament.
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Erfolgreiches „Leader“-Projekt: der neue Trekking-Park „Sauerland“ der Gemeinden Diemelsee und Willingen. Die Diemelseer wollen mit ihren Partnern auch in der neuen Förderperiode dabei sein, das beschloss das Parlament.

Die Gemeide Diemelsee will weiterhin vom „Leader“-Programm der Europäischen Union profitieren. Einstimmig beschlossen die Gemeindevertreter am Freitag, sich für die neue Förderperiode von 2023 bis 2027 zu bewerben und anteilige Kosten an der neuen Entwicklungsstudie von bis zu 6000 Euro zu übernehmen.

Diemelsee – Auch in den nächsten Jahren wollen die Diemelseer dabei die seit 2014 bestehende Zusammenarbeit mit ihren Partnern aus Korbach, Bad Arolsen, Willingen, Volkmarsen, Twistetal und Diemelstadt in der Region Diemelsee-Nordwaldeck fortsetzen.

Neue Entwicklungsstrategie erforderlich

Um als Region anerkannt zu werden, muss sie eine neue „Leader“-Entwicklungsstrategie vorlegen. Den Förderantrag habe der Verein für die Regionalentwicklung in Diemelsee-Nordwaldeck am vorigen Donnerstag abgegeben, berichtete Regionalmanager Bernd Wecker vom Büro Bioline. Er hoffe, dass er bis Ende Oktober bewilligt werde, dann kann ein Fachbüro loslegen.

Das neue Strategiepapier solle bis zum Mai 2022 fertig sein, „Die Anerkennungen der Regionen wird im Spätsommer oder Herbst 2022 erwartet.“ In der neuen Förderperiode würden die Gelder von EU, Bund und Land in einem Programm zusammengefasst, sagte Wecker. „Aktuell gehen wir von einem Budget von 3,5 Millionen Euro aus.“

Zusammenarbeit der sieben Kommunen „gut und harmonisch“

Die Zusammenarbeit der sieben Kommunen sei „gut und harmonisch“, sagte Bürgermeister Volker Becker, der auch Vorsitzender des Vereins für die Regionalentwicklung in Diemelsee-Nordwaldeck ist. Es gelte, weiter innovative Ideen und die Kultur zu fördern und Arbeitsplätze zu schaffen.

Das 2018 eingeführte Regionalbudget sei ein mutiger Schritt des Landes gewesen, auch in Diemelsee hätten sich Dorfgemeinschaften viele Gedanken über Projekte gemacht. „Wir haben das Maximale herausgeholt – und machen weiter.“

Regionalmanagement wird neu ausgeschrieben

Ob es mit dem Büro Bioline im Regionalmanagement weitergeht, ist offen. „Wir müssen neu ausschreiben“, sagte Becker. „Ich hoffe, dass wir unser bewährtes Team behalten“, merkte SPD-Fraktionschef Martin Tepel an. Interessant bei der Bilanz wäre für ihn auch ein Vergleich mit der vorhergehenden Förderperiode, in der es nur drei Kommunen gab.

Positive Bilanz der bisherigen Förderperiode

Für die vorigen sechs Jahre zog Bernd Wecker im Parlament eine positive Bilanz. Die bisherige Förderperiode endete eigentlich schon 2020, wurde aber wegen des britischen Austritts aus der EU und der Corona-Krise bis Ende 2022 verlängert. Ursprünglich stand der Region ein Budget von 2,01 Millionen Euro zur Verfügung – derzeit liege es bei 2,98 Millionen Euro.

Seit 2015 habe die „Leader“-Kommission der Region 68 Projekte beraten und 53 bewilligt – zehn Anträge seien zurückgezogen worden, berichtete Wecker. Hinzu gekommen sei 2018 das „super erfolgreiche“ Regionalbudget mit weiteren 69 Projekten.

Sechs Projekte in Diemelsee

In Diemelsee seien sechs „Leader“-Projekte mit knapp 406 000 Euro gefördert worden, fünf kommunale und ein privates. Gesamtausgaben: 720 000 Euro. Hinzu kamen sieben Projekte mit Bezug zur Gemeinde, etwa drei des Naturparks Diemelsee und zwei in Zusammenarbeit mit Willingen. Fördersumme: rund 176 000 Euro.

Zu den Projekten gehören etwa der neue Trekking-Park „Sauerland“ der Diemelseer und Willinger und die Aufwertung des Diemelsee-Umfeldes. Neu sei eine Kooperation über das Projekt PORT zur medizinischen Versorgung auf dem Land. Dabei führen Willingen und Diemelsee Gespräche mit einer Region in Brandenburg und demnächst auch mit einer Region an der Mosel.

Weitere 18 GAK-Projekte

Weitere 18 Projekte seien aus dem Förderprogramm Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ gefördert worden, das über „Leader“ abgewickelt werde und kein festes Budget habe, berichtete Wecker. Gedacht sei es für Kleinunternehmen der Grundversorgung und des Gastgewerbes sowie für die Sicherung der Basisinfrastruktur einschließlich des Tourismus.

Die Region sei früh eingestiegen und habe bei einer Gesamtinvestition von rund 5,16 Millionen Euro eine Förderung von 2,13 Millionen erhalten. In Diemelsee seien der Raderlebnispark und die Einrichtung von Ferienwohnungen gefördert worden, sagte Wecker, außerdem der neue Naturparkplan.

Förderung von 4,7 Millionen Euro erhalten

Insgesamt seien in den vorigen Jahren 145 Projekte bewilligt worden, bei Investitionen von 10,43 Millionen Euro seien rund 4,7 Millionen Euro als Zuwendung aus der EU, dem Bund und vom Land in die Region geflossen. „Und wir sind noch nicht am Ende.“ Kleinere Projekte in einem Umfang von 20 000 bis 50 000 Euro könnten noch bis Ende 2022 beantragt werden.

Der Erfolg der Region hänge maßgeblich von der guten Zusammenarbeit mit dem Kreis und gerade mit dessen Fachdienst Dorf- und Regionalentwicklung ab.

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