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Gemeinde würdigt ehrenamlichen Einsatz von Kommunalpolitikern für Diemelsee

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Ehrungsabend der  Diemelseer Gemeindevertreter in der Wirmighäuser Wirmetalhalle. Nach der Ehrung im Diemelseer Parlament – von links: Bürgermeister Volker Becker, die Geehrten Hartmut Schmidtke, Klaus Pohlman, Elke Jesinghausen, Gerhard Behle und Fritz Heinrich Rest sowie Parlamentschefin Hannelore Behle.
Nach der Ehrung im Diemelseer Parlament – von links: Bürgermeister Volker Becker, die Geehrten Hartmut Schmidtke, Klaus Pohlman, Elke Jesinghausen, Gerhard Behle und Fritz Heinrich Rest sowie Parlamentschefin Hannelore Behle. © Karl Schilling

Bei einem parlamentarischen Abend würdigten die Diemelseer Gemeindevertreter langjährige ehrenamtliche Mandatsträger, die nach der Kommunalwahl im vorigen Jahr aus dem Parlament, dem Gemeindevorstand oder den Ortsbeiräten ausgeschieden waren.


Diemelsee – Die Gemeindevertreter verliehen bei ihrer Sitzung am Freitag in der Wirmighäuser Wirmetalhalle einstimmig fünf Ehrenbezeichnungen an langjährige ehrenamtliche Mandatsträger, die nach der Kommunalwahl im vorigen Jahr aus dem Parlament, dem Gemeindevorstand oder den Ortsbeiräten ausgeschieden waren. Die Parlamentschefin und Kreisbeigeordnete Hannelore Behle und Bürgermeister Volker Becker verliehen außerdem Ehrenbriefe des Landes Hessen.

Eckhard Köster aus Sudeck wurde zum Ehrenbeigeordneten ernannt. 24 Jahre lang war der Christdemokrat als Erster Beigeordneter Stellvertreter der Bürgermeister Hans-Jürgen Fischer und Volker Becker. Insgesamt war er fast 40 Jahre in der Kommunalpolitik aktiv, nach der Gebietsreform 1972 trat er in die CDU ein und wurde zunächst Gemeindevertreter. Er konnte wegen einer Erkrankung nicht teilnehmen.

Gerhard Behle aus Vasbeck wurde ebenfalls Ehrenbeigeordneter. Außerdem erhielt er den Ehrenbrief. Er war von 1985 bis 2006 Gemeindevertreter und Vorsitzender zweier Ausschüsse, 20 Jahre war er FWG-Fraktionschef. Von 2006 bis 2021 gehörte er dem Gemeindevorstand an. Zehn Jahre leitete er den Diemelseer Ortsverband der FWG, 2020 wurde er Ehrenvorsitzender. Auch dem Kreisvorstand gehörte er an. 24 Jahre leitete er den Gemischen Chor in Vasbeck, bei seinem Ausscheiden im Juni wurde er auch da Ehrenvorsitzender. Außerdem arbeitete er zwei Wahlperioden im Kirchenvorstand mit. Behle habe sich „nachhaltig für Diemelsee eingesetzt“, lobte der Becker.

Fritz Heinrich Rest aus Rhenegge bekam den Ehrentitel Gemeindeältester und den Ehrenbrief. Er war von 1997 bis 2005 und von 2020 bis 2021 Gemeindevertreter, von 2006 bis 2016 saß der Liberale als Beigeordneter im Gemeindevorstand. Außerdem gehörte er von 2001 bis 2006 dem Ortsbeirat an.

Hartmut Schmidtke aus Wirmighausen ist ebenfalls neuer Gemeindeältester und Träger des Ehrenbriefes. Er gehörte von 1993 bis 2001, von 2006 bis 2016 und von 2018 bis 2021 dem Parlament an. Seit 2016 sitzt er zudem in der Steuerungsgruppe für die Diemelseer Dorfentwicklung. Der Christdemokrat ist Vizevorsitzender des Diemelseer Ortsverbandes. Von 2014 bis 2019 war er Vorsitzender des Turngaus Waldeck. Hannelore Behle erinnerte an ihren „langen gemeinsamen Weg“ mit ihm.

Elke Jesinghausen aus Adorf bekam den Titel Gemeindeälteste und ebenfalls den Ehrenbrief des Landes. Sie war von 1997 bis 2021 Gemeindevertreterin für die CDU. Die Unternehmerin gehört außerdem dem Kreistag an und ist Kreisvorsitzende und stellvertretende Landesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion. „Sie ist ein fleißiger Motor“ und habe auf vielen Feldern Hervorragendes geleistet, erklärte Becker. Sie habe die Wirtschaft vertreten, sie gehörte der Leader-Kommission und dem Naturpark-Zweckverband an, sie habe den Diemelseer Gewerbeverein über Jahre geleitet und Gewerbeschauen mitorganisiert, bundeszeit sei sei in Institutionen aktiv – dabei habe sie die Belange Diemelsees nie aus dem Blick verloren und immer neue Ideen eingebracht. Bereits 2019 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.

Klaus Pohlman aus Adorf erhielt den Ehrenbrief des Landes. Er war von 2016 bis 2019 Gemeindevertreter in der FDP-Fraktion. Dem Ortsbeirat gehörte er von 1985 bis 2016 an, anderthalb Jahre war er Ortsvorsteher. Auerdem sei er Vorsitzender des Adorfer Männergesangvereins und in anderen Vereinen aktiv, berichtete Becker. Pohlman habe sich Jahrzehnte für die Entwicklung Adorfs und der Gemeinde eingesetzt.

Selten Dank, dafür aber viel Arbeit und auch Ärger

Die Geehrten hätten sich eine lange Zeit für die Gemeinde eingesetzt, sagte Parlamentschefin Hannelore Behle. Wer ein politisches Ehrenamt übernehme, erhalte selten Dank, bekomme dafür aber viel Arbeit und auch Ärger. Dennoch sei das Ehrenamt eine besondere Verpflichtung und eine Auszeichnung. In der Geschichte und in der aktuellen Weltlage zeige sich der Wert von frei gewählten Bürgern, ohne sie sei der Ausbau der Städte und Gemeinden nicht möglich. Sie hätten aus einer „inneren Verpflichtung“ heraus gewirkt. Sie fragen nicht, was andere für sie tun könnten – sie fragten: „Was kann ich für die Gemeinde und ihre Bürger tun?“

Große Verantwortung übernommen

„Tragen Sie ihre Auszeichnung mit Freude und Stolz und stecken sie andere damit an“, sagte Bürgermeister Volker Becker. Die Geehrten hätten große Verantwortung für die Gemeinde übernommen, sich durch „meterhohe Türme“ Papier gearbeitet, abgestimmt und an vielen auch hitzigen Rededuellen teilgenommen. Das Amt erfordere Durchhaltevermögen, „denn Erfolg, Niederlage und manchmal auch Frust liegen nicht selten nah beieinander.“ Ehrenamtlichen Kommunalpolitikern werde in der Öffentlichkeit gelegentlich zu wenig Respekt entgegengebracht, es werde verkannt, was sie für die Bürger der Gemeinde leisteten, bedauerte Becker.

Aber Diemelsee brauche Menschen wie die Geehrten, betonte er. Mit der Ehrung wolle sie erreichen, dass sich andere die Ausgezeichneten zum Vorbild nähmen und ihrem Beispiel folgten.

Sie bewiesen mit ihrem Engagement, dass Werte wie der Einsatz für die Gemeinschaft, Verantwortung, Zuverlässigkeit und Ideenreichtum in Diemelsee fest verankert seien. Die Ehrung sei „Ausdruck höchster Anerkennung und Ansporn für die Zukunft“.

„Bleiben Sie alle so rege“, wünschte Becker. „Sie sind ein Aushängeschild für die Gemeinde.“

Das Team der Wirmighäuser Ortsvorsteherin Regina Lückel hatte die Wirmetalhalle hergerichtet.

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