Giebringhäuser bereiten sich auf die 850-Jahr-Feier in einer Woche vor

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Bereit zum nächsten Arbeitseinsatz: Knapp 30 Giebringhäuser kamen am Montag Abend am Feuerwehrhaus zusammen, um ihr Dorf weiter herauszuputzen. Die Dorfgemeinschaft bereitet sich mit Hochdruck auf die 850-Jahr-Feier am 1. und 2. September vor

Giebringhausen. Es wird gebohrt, geschliffen, gebaut und gemalert, geschnitten, gereinigt und gekehrt: Die Giebringhäuser Dorfgemeinschaft bereitet sich mit Hochdruck auf die 850-Jahr-Feier am 1. und 2. September vor.

Nur noch eine Woche ist es bis zum Dorfjubiläum. Schon seit zwei Wochen gibt es jeden Montag und Mittwoch Abend feste Arbeitseinsätze, am ersten nahmen rund 40 Leute teil, am Montag waren es knapp 30. „Wir machen klar Schiff“, beschreibt der Ortsvorsteher Frank Merhof. „Wir putzen unser Dorf heraus fürs Jubiläum.“ 

Jeden Donnerstag kommen zudem die beiden Festausschüsse für die beiden Festtage zusammen, um offene Fragen zu besprechen oder Listen für die Arbeitseinsätze aufzustellen. Merhof freut sich über den Zusammenhalt und die große Beteiligung. 

Die Giebringhäuser Dorfgemeinschaft bereitet sich mit Hochdruck auf die 850-Jahr-Feier im September vor. Hier ihr Logo.

Die ehrenamtlichen Helfer haben bereits Bäume und Sträucher geschnitten, Zäune gestrichen, das Bachbett der Diemel hergerichtet, die Alte Schule aufgeräumt und Scheunen für Präsentationen vorbereitet. Manch Hauseigentümer ließ seine Fassaden fürs Fest streichen. Auch der Bauhof der Gemeinde unterstützt die Giebringhäuser. 

Im alten Dorfkern sollen zahlreiche Stände aufgebaut werden. Der Hof Happe wird ein Mittelpunkt der Feier, dort finden am Sonntag der Gottesdienst und die Eröffnung statt. In der Scheune wird eine gemütliche Kaffeestube mit alten Möbeln eingerichtet, ein Sofa, Stühle, ein Kronleuchter, ein Spinnrad, ein Herd mit Töpfen, Milcheimer und andere Dekorationen sind schon zusammengetragen. Am Montag bauten Männer Holzrahmen zusammen, an denen Leinentücher aufgespant werden. 

16 Puppen gebaut

Schon seit Februar arbeitet Elke Kern an 16 Puppen, die im Dorf aufgestellt werden. Die Gesichter hat sie aus Pappmachée und gefüllten Leinensäckchen hergestellt. Die Körper hat ihr Mann Karl-Hermann aus Dachlatten gezimmert, sie bekamen alte Kleidung angezogen. „Mir macht das Spaß“, sagt die „Puppenmutti“, die ungezählte Stunden aufgewandt hat. 

An den vier Dorfeingängen sollen lebensgroße Vogelscheuchen die Besucher mit „Herzlich willkommen“ begrüßen, zum Abschied heißt es „Schön, dass ihr da wart“. Im Dorf werden vier Figuren als Wegweiser aufgestellt. Es gibt eine Lehrerin und drei Schüler für die Alte Schule und einen Bäcker. Auf einer Bank sitzen weitere Figuren, darunter ein Feuerwehrmann mit Helm. Hinzu kommen vier Schlackergänse als Wappenvogel des Dorfes.

Gruß an die Besucher des Jubiläumsdorfes: 16 Puppen hat Elke Kern für die 850-Jahr-Feier in Giebringhausen liebevoll gebaut.

Auch Privatleute bereiten sich vor: Die Bäckerei Gerhardt öffnet am Sonntag ihre Backstube, die Familie Pohlmann zeigt ihre Schuhmacherwerkstatt, und die Familie Vollbracht gibt auf ihrem Hof Einblicke in die moderne Landwirtschaft - siehe das Programm unten. 

Nach den Arbeitseinsätzen sitzen die Giebringhäuser noch gemütlich beisammen, am Montag wurde am Feuerwehrhaus gegrillt. „Ohne Mampf keinen Kampf“, sagt Merhof. 

Nächste Woche werden Buden und Stände aufgebaut, der Getränkelieferant bringt Tische und Bänke. „Die Einteilung der Stände steht noch aus, und dann geht’s los“, erklärt Merhof. „Dann hat sich ein Jahr der Vorbereitungen hoffentlich gelohnt.“

Das Festprogramm:

Am 1. und 2. September feiern die Giebringhäuser ihr Dorfjubiläum. Ein Blick auf das Programm: 

Der Samstag:

Um 15 Uhr beginnt eine plattdeutsche Vortragsreihe mit dem Waldeckischen Geschichtsverein. 

Um 20 Uhr folgt eine Party unter dem Motto „Born for Korn“ mit der Tanz- und Partyband „Friends“. 

Der Sonntag:

Um 10 Uhr beginnt der Tag mit einem Gottesdienst. 

Um 11 Uhr ist die offizielle Eröffnung mit den Grußworten. Musikalisch geht es weiter: 

Um 12 Uhr singt die Chorgemeinschaft Diemeltal, 

um 13 Uhr spielt der Spielmanns- und Musikzug der Adorfer Feuerwehr auf, 

um 16 Uhr folgen „die fidelen Orgelpfeifen“. 

Um 12.15 Uhr wird die Dorfgeschichte vorgestellt. 

Um 13.30 und 15.30 Uhr sind historische Dorfbegänge geplant, je nach Bedarf können es auch mehr werden. 

Überall im Dorfkern sind Stände aufgebaut und Scheunen geöffnet. Direktvermarkter bieten ihre Waren an, es gibt Leckereien vom Spanferkel bis zu Bowle und Wein. In der Diemeltalhalle stehen Kaffee und Kuchen bereit. 

Das Handwerk spielte auch in Giebringhausen eine große Rolle, das beweist auch das Dorfjubiläum: 

Die Bäckerei Gerhardt öffnet von 11 bis 15 Uhr ihre Backstube. Besucher können den Weg von den Zutaten bis zum ofenfrischen Brötchen oder Brot verfolgen, Meister Karl-Martin Gerhardt erläutert die Arbeitsschritte. 

Die Familie Pohlmann zeigt ihre Schuhmacherwerkstatt, in der Meister Wilhelm Pohlmann noch bis zu seinem Tod vor rund drei Jahren gearbeitet hat. Am Sonntag plant Schuhmacher Mikahail Savulidi aus Korbach zudem Vorführungen an einem Stand. 

Die Alte Schmiede des Gästehauses Stede schloss schon Mitte der 1970er Jahre, doch sie ist vollständig erhaltenen. Und so entzünden Hans Krautheim und Eduard Fenzlein am Sonntag wieder die Esse. Sie planen Schmiedevorführungen, bei denen auch Kinder einbezogen werden sollen.

Die Familie Vollbracht bietet den Besuchern von 11 bis 15.30 Uhr Einblicke in die moderne Landwirtschaft. Mit rund 80 Kühlen zählt ihr Milchviehbetrieb zu den mittelgroßen im Kreis. In den 70 Liegeboxen sind derzeit 67 Milchkühe untergebracht, die täglich auf acht Hektar Wiesen grasen können. Hinzu kommt die Nachzucht. Zum Jubiläum gibt es Führungen je nach Bedarf. Janson aus Adorf stellt auf dem Hof  Landmaschinen aus, die Molkerei „Landliebe“ bietet an einem Oldtimer-Bus Verkostungen an, der Bauernverband, der Maschinenring und die Landesvereinigung Milch informieren an ihren Ständen.

Schäfer Steffen Schierholz aus Hemmighausen führt vor, wie Schafe geschoren werden. Für Kinder gibt es eine Hüpfburg, Kinderschminken und verschiedene Spiele.

Viele Oldtimer von Motorrädern bis zu Treckern sind im Dorf zu bewundern. Historische Ausstellungen gibt es im Feuerwehrhaus und in der Alten Schule.  Und die Diemelseer Feuerwehr plant an der Halle Vorführungen.

Die Anfahrt

Anfahrt zum Fest ist am besten über Heringhausen, Parkplätze werden auf einer Wiese an der Diemeltalhalle eingerichtet. Die drei Straßen „Am Bertenberg“, „Zur Kirche“ und die Talstraße in der Dorfmitte sind gesperrt, damit Besucher sicher zu allen Ständen gelangen können.

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