Giebringhäuser feiern das 850-jährige Bestehen ihres Ortes mit vielen Besuchern

Bürgermeister Becker: „Ich bin stolz auf euch“

Leckerei: Die Giebringhäuser Frauen machten Ofenkuchen für Einheimische und Besucher.

Giebringhausen. So ein Fest schweißt zusammen, findet Ortsvorsteher Frank Merhof. Der ganze Ort hat in den vergangenen Monaten mit angepackt, um das Fest zum 805-jährigen Dorfjubiläum von Giebringhausen auf die Beine zu stellen. Mit Erfolg: Zahlreiche Besucher kamen am Sonntag, um etwas über die Ortsgeschichte zu lernen, Einblick in alte Handwerkskunst zu bekommen – und selbst gemachte Leckereien zu genießen.

„Wenn man sieht, was der Ort geleistet hat, ist das schon beachtlich“, sagte Diemelsees Bürgermeister Volker Becker bei der Eröffnung des Festtages. „Das Wir-Gefühl wird hier groß geschrieben“, sagte er. „Ich bin stolz auf euch.“

Bei schönstem Wetter feierten die gut 130 Einwohner – der Jüngste ist keine zwei Wochen alt, der Älteste ist 96 – mit ihren Gästen. Eine Fotoausstellung mit historischen Aufnahmen von der Kirche und dem Schulhaus, vom ersten Auto in Giebringhausen, das Karl und Klara Gerhardt 1938 kauften, und von Festen der vergangenen Jahrzehnte lud zum Verweilen im Feuerwehrhaus ein. Die Freunde von Treckern kamen voll auf ihre Kosten, denn gleich mehrere Straßen waren gesäumten von historischen und brandneuen Traktoren.

Einblick in vergangene Zeiten gab es beispielsweise auf Hof Happe, wo eine alte Küche nachgebaut wurde. Einblick in moderne Betriebe gab es auch, unter anderem in der Bäckerei Gerhardt, wo sich Besucher die Backstube anschauen konnten, und im Milchviehbetrieb von Martin Vollbracht, der mit seiner Familie Führungen über den Hof Trüten anbot.

Für Abwechslung sorgten am Festsonntag die Chorgemeinschaft Diemeltal mit einem Auftritt, kleine historische Dorfrundgänge sowie Musik mit dem Spielmanns- und Musikzug Adorf und die Fidelen Mühlhäuser Orgelpfeifen, außerdem konnte die alte Schmiede besucht und die Schusterwerkstatt besichtigt werden. Für die jüngsten Besucher gab es Kinderschminken und eine Spieleecke.

Viel Lob von Ehrengästen

Die Ehrengäste waren voll des Lobes für die engagierten Giebringhäuser. „Ich bin zutiefst überzeugt, dass der Ort eine gute Zukunft haben wird“, sagte Landrat Dr. Reinhard Kubat. Er sei sicher, dass das Fest weit über dieses Wochenende hinaus nachwirken werde. Dass die Orte in der Nachbarschaft alle zusammenhalten, betonte CDU-Landtagsabgeordneter Armin Schwarz. So übernahmen Einwohner aus Sudeck und aus Stormbruch die Bewirtung des Festes. Auch er betonte: „Giebringhausen hat eine großartige Perspektive.“

Für die Giebringhäuser hatte Armin Schwarz etwas Besonderes mitgebracht. Vor 50 Jahren – zum 800-jährigen Dorfjubiläum – bekam der Ort die Freiherr-vom-Stein-Plakette des Landes verliehen. Doch die besondere Auszeichnung verschwand beim Umzug der alten Schule – und tauchte nie wieder auf. Schwarz hatte sich darum gekümmert, eine neue Plakette zu bekommen. Diese brachte er am Sonntag mit und überreichte sie Frank Merhof.

Neben dem bunten Programm, das Einblick in die Historie des Ortes und alte Handwerkskunst gab, kam auch die kulinarische Vielfalt nicht zu kurz. Die Frauen des Ortes machten frische Ofenkuchen, es gab Kartoffelsuppe, Würstchen und Pommes, Kaffee und Kuchen sowie Fleisch vom 90-Kilo-Spanferkel, das sich am Spieß drehte.

Fotostrecke: Giebringhausen feiert 850. Geburtstag

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