Giebringhäuser Walter Emden fotografiert Biber an der Diemel mit einer Wildkamera

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Dem Giebringhäuser Landwirt Walter Emden gelang es mit einer automatisch auslösenden Wildkamera, die Biber in der Nähe des Diemelsees bei ihren nächtlichen Touren aufzunehmen.

Giebringhausen. Dem Biolandwirt Walter Emden ist es gelungen, Biber an der Diemel mit einer automatisch auslösenden Wildkamera zu fotografieren. Es ist schwer, die nachtaktiven Pelztiere vor die Linse zu bekommen.

Am Diemelsee sind die Biber seit etwa drei Jahren fleißig an der Arbeit. Walter Emden ist es seit dem Sommer mehrmals gelungen, die emsigen Tierchen mit einer Wildkamera aufzunehmen. 

Emden kann die Biber derzeit fast jede Nacht hören. „Sie ziehen die gut drei Kilometer bis ins Dorf herein“, berichtet er. Wenn im Winter das Futter knapp werde, fällten sie junge Bäume, um die Rinde abzufressen. Unterhalb seines Hofes machen sich die Pelztiere mit den kräftigen Zähnen an Stämmen zu schaffen. Hauptsächlich hätten sie es auf Pappeln, Weiden und Eschen abgesehen, berichtet Emden. Biber sind reine Pflanzenfresser. 

Und da sie lieber schwimmen als laufen, bauen sie Dämme, um Wasser anzustauen. Dazu fällen sie Bäume. Der Naturliebhaber und Biolandwirt ist fasziniert vom Können der Tiere. So exakt wie Holzfäller lassen sie einen Stamm genau in die gewünschte Richtung kippen. Entsprechend nagen sie ihn an. „Sie scheuen sich auch nicht vor großen Bäumen.“ 

Damm an der Diemel gebaut

An der Diemel haben sie neben ein paar kleinen auch einen großen Damm gebaut, der inzwischen schon teilweise bewachsen ist. Auch da lieferten die Biber Präzisionsarbeit ab: Der Damm sei genau so hoch wie der Wasserspiegel des Sees, berichtet Emden. 

Der Damm hat Folgen: Die Diemel hat sich links und rechts ein neues Flussbett gesucht, Böschungen ausgespült und Auen geschaffen – die Biber sind Landschaftsgestalter. Ihre Arbeit ist von Bedeutung für die Artenvielfalt, gerade Amphibien können in den feuchten Biotopen neuen Lebensraum finden.

 In den Uferböschungen legen die Biber ihren Bau an. Die „Wohnkessel“ liegen über dem Wasser, die Zugänge aus mehreren Röhren unter dem Wasser. Die Gänge unter der Uferböschung können für Fußgänger gefährlich werden, Emden: „Sie können schnell einbrechen.“ 

Da er seine Ländereien in der Nähe hat, schaut Emden regelmäßig nach den Bibern. Mit geübtem Auge entdeckt er überall ihre Spuren. Etwa kleine Bäume, von denen nur noch spitz zulaufende Stumpen stehen. Stämme liegen im Wasser. Emden hat gesehen, dass Biber sich im Spätsommer Mais aus einem rund 300 Meter entfernten Feld geholt haben, sie zogen die kompletten Stengel in ihren Bau. Voriges Jahr hätten sich im Dorf Äpfel von Obstbäumen geholt.

 „Die Untere Naturschutzbehörde hat begonnen, einzelne Bäume zu schützen“, sagt Emden. Hessen-Mobil hat angefressene Bäume absägen lassen, damit sie nicht bei Sturm auf die Straße fallen können. „Die Biber machen schon Schäden“, sagt Emden. „Aber sie sind nunmal da, wir müssen wir ihnen leben.“

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