Fachfirma legt 56 Jahre alten Pavillon der Mittelpunktschule nieder

Adorfer Grundschulbau wird abgerissen

Ein 16 Tonnen schwerer Bagger der  Fachfirma Heinrich Archinal aus Wetter reißt den 56 Jahre alten Grundschulbau der Adorfer Mittelpunktschule nieder. Der Kreis sieht „keinen Raumbedarf mehr“.
+
Der Abriss des Grundschulbaus an der Adorfer Mittelpunktschule hat begonnen. Bis Donnerstag soll der 56 Jahre alte Pavillon niedergelegt sein.

Ein Stück Diemelseer Bildungsgeschichte verschwindet: Der Kreis lässt den 56 Jahre alten Grundschulbau der Adorfer Mittelpunktschule abreißen. Generationen von Schülern haben in den vier Klassenräumen das ABC und das kleine Einmaleins gelernt.

Bis 2011 wurden Kinder in dem 1964 fertiggestellten Bau unterrichtet. Nachdem sich Eltern über feuchte Decken und Schimmelbefall beschwert hatten, zogen die Grundschüler ins Hauptgebäude um. Danach dienten die Räume mehrfach wieder als Klassenzimmer, aber auch als Mensa, Verwaltung und Lehrerzimmer und als Unterkunft für die Betreuungsangebote.

Idee: „überdachte Pausenfläche“

Schon während der Schulsanierung 2009 bis 2018 hatten sich das Kollegium, Eltern und Schüler dafür ausgesprochen, den Grundschulbau zu entkernen und als „große überdachte Pausenfläche“ zu nutzen. „Bei Bedarf hätten dort wieder vier Klassenräume geschaffen werden können“, erklärt der ehemalige Schulleiter Jürgen Wohlfart. Doch der Kreis als Eigentümer der Schule entschied sich für den Abriss.

„Kein Raumbedarf mehr“

Der Kreis habe für den Gebäudeteil „keinen Raumbedarf mehr“ gesehen, erklärt Petra Frömel vom Fachdienst Öffentlichkeitsarbeit der Kreisverwaltung. „Er wurde aus der Nutzung genommen.“

Der Abriss

Nachdem die Schule das noch brauchbare Mobiliar ausgeräumt hatte, brachte die Fachfirma Heinrich Archinal aus Wetter am Mittwoch voriger Woche einen Bagger nach Adorf, am Donnerstag begann das Team mit schwerem Gerät mit dem Abriss.

Zunächst hat es mit einem Kran das Dach abgenommen. Da dort Asbestzementplatten verbaut worden waren, war besondere Vorsicht geboten. Mit Atemschutzmasken und Schutzanzügen verpackten die Männer das Material in „Big Packs“ genannte große Spezialsäcke, die in die Deponie nach Uttershausen bei Wabern gebracht wurden.

Außerdem wurde die alte Pergola aus Stahlgerüsten und Eternitplatten am kleinen Schulhof abgebaut. Danach waren die Künste von Polier Dustin Schneider gefragt: Er riss mit dem 16 Tonnen schweren Bagger zunächst die breiten Metallfenster und die gemauerten Außenwände an der Hofseite aus dem Pavillon.

Mit der Betonzange

Am Montag Vormittag arbeitete er sich weiter vor: Er legte im ersten der vier alten Klassenzimmer die Betonstürze und Decken mit dem Bagger nieder. Nachdem er ein Teilstück eingerissen hatte, begann er gleich, das Matetrial zu sortieren. Mit der Betonzange zog er Holzlatten, Metallfenster, Heizkörper, Dachrinnen aus dem Schutt und legte sie auf dem Hof ab. Den Bauschutt schob er zusammen. Danach war die erste Fensterfront an der Rückseite fällig.

Mit der Betonzange seines 16 Tonnen schweren Geräts zerlegt Polier Dustin Schneider den Grundschultrakt der Adorfer Mittelpunktschule.

Der Pavillon bereitet dem erfahrenen Team keine Schwierigkeiten. „Das machen wir jeden Tag“, berichtet Schneider. Bis Donnerstag solle der gesamte Bau niedergelegt sein. „Dann wird der Schutt abgefahren.“

Material wird sortiert und recycelt

Zum Aufräumen steht für den Bagger ein Sortiergreifer bereit, für den Bauschutt die Schaufel. Schneider trennt die Überreste in drei Werkstoffe: Holz, Metall und Bauschutt aus Ziegelsteinen und Beton. Der Bauschutt werde recycelt, berichtet Schneider, das Metall komme in einen Container und werde zum Schrottplatz gebracht. Die in der Decke als Dämmstoff verbaute Glaswolle wird separat behandelt.

Neugestaltung  als Grünfläche

Nach dem Abtransport des Schutts geht es an die Neugestaltung des Geländes. Die Fläche soll begrünt werden, ein großer, halb offener Holzpavillon soll Schüler vor Regen und Sonne schützen. Auch der Schulhof soll noch in den Ferien neu gestaltet werden.

Als Gesamtkosten sind 450 000 Euro im Kreishaushalt vorgesehen. -sg-

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare