Mehrere Opfer aus Waldeck-Frankenberg

Heißluftballon abgestürzt: Elf Verletzte - eine Person außer Lebensgefahr

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Ein Heißluftballon ist bei Bredelar abgestürzt. Unter den Verletzten sind mehrere Waldeck-Frankenberger.

Bei einem schweren Unfall mit einem Heißluftballon sind am Dienstagabend in Marsberg im Hochsauerlandkreis elf Menschen verletzt worden. Zwei von ihnen schwebten laut Angaben der Polizei zunächst in Lebensgefahr, der Zustand einer der beiden ist mittlerweile aber stabil.

Aktualisiert um 12.42 Uhr -  Etwa 200 Meter neben der Bundesstraße 7, im Bereich der Gaststätte "Fettküche" im Marsberger Ortsteil Bredelar kam es kurz vor der Landung zu dem Unglück. Die Polizei erhielt gegen 21.10 Uhr einen Notruf.

Aus bislang ungeklärter Ursache war der Heißluftballon kurz vor dem Boden ins Trudeln geraten und abgestürzt. Möglicherweise wurde er von einer Windböe erfasst. Nach dem Aufprall überschlug sich der Ballon mehrfach. Durch den Gasbrenner des Ballons wurden mehrere Personen verletzt. Zwei der Insassen erlitten dabei lebensgefährliche Verletzungen.

Ein Sprecher der Feuerwehr Marsberg schilderte: "Nach dem Aufprall ist ein Feuer entstanden. Drei Personen erlitten Brandverletzungen."

Unglücksursache noch unklar

Wie genau es zu dem Unglück kommen konnte, ist Bestandteil der Ermittlungen. Im Ballon waren zehn Gäste im Alter zwischen 22 und 59 Jahren, darunter vier Männer und sechs Frauen, berichtet die Westfalenpost. Der Pilot ist 64 Jahre alt. 

Die vier Männer und sechs Frauen waren Teil einer Reisegruppe, ergänzte Polizeisprecher Sebastian Held am Mittwochmorgen. Der Ballon war zwischen 19 und 19.30 Uhr in Korbach gestartet.

Alle Insassen kamen aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg. Ein 52-jähriger Mann und eine 51-jährige Frau, beide aus Korbach, wurden lebensgefährlich verletzt. „Die Verletzungen sind eine Kombination aus den Folgen des Aufpralls und Brandverletzungen“, sagte ein Polizeisprecher am späten Dienstagabend.

Rettungshubschrauber im Einsatz

Das Ausmaß des Unglücks war sofort klar. Mehrere Krankenwagen wurden zur Unfallstelle gerufen, um Menschen zu versorgen und in umliegende Krankenhäuser zu bringen. Drei Verletzte wurden mit Rettungshubschraubern von der Unfallstelle in Krankenhäuser geflogen. Insgesamt waren 60 Einsatzkräfte mehrere Stunden vor Ort.

Hier stürzte der Ballon ab:

Gegen Mitternacht beendeten die Rettungskräfte den Einsatz. Noch in der Nacht wurde ein Team zur psychosozialen Unterstützung (PSU) zum Unglücksort geschickt, um Einsatzkräften beizustehen. Erstes Ziel solcher PSU-Teams ist es, psychische Überlastungen zu minimieren.

Experten untersuchen Heißluftballon

Die Unglücksstelle wurde zwischenzeitlich geräumt, der Heißluftballon sichergestellt. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen. Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) untersuchen am Mittwoch die Unglücksstelle, wie der Sauerlandkurier* berichtet. 

Deren Sprecher Germout Freitag konnte im Gespräch mit unserer Zeitung noch nicht auf weitere Einzelheiten des Unfalls eingehen und verwies auf die Ermittlungen vor Ort. "Die Kollegen nehmen die Unfallstelle und den Ballon in Augenschein. Den Ballon werden sie mitnehmen und bei uns in Braunschweig genauer untersuchen." Wie genau es zu dem Unglück kam, ist nun Bestandteil der Ermittlungen von Polizei und der BFU.  

Neben den technischen und meteorologischen Bedingungen wird auch der Pilot von den Ermittlern genau unter die Lupe genommen. "In sechs bis acht Wochen" sei mit einem ersten Unfallbericht der BFU zu rechnen. Der Abschlussbericht werde, so die Erfahrungen aus anderen Fällen der Vergangenheit, etwa ein Jahr in Anspruch nehmen.

Staatsanwaltschaft prüft Anfangsverdacht Auch die Staatsanwaltschaft Arnsberg wartet nun die Ergebnisse der Flugunfall-Ermittler ab. "Im Moment wird ein Anfangsverdacht geprüft", erklärte Oberstaatsanwalt Thomas Poggel.

Es geht unter anderem um die Frage, ob der Ballon mit Blick auf die Wetterlage starten durfte.

Bei dem Unglücks-Ballon handelt es sich mit 32 Metern Höhe, 22 Metern Durchmesser und einem Volumen von 6000 Kubikmetern um einen besonders großen Luftriesen, in dem eine entsprechend große Anzahl an Gästen gefahren werden kann. Seine maximale Startmasse liegt bei 1,6 Tonnen. (112-magazin.de/lb)

*sauerlandkurier.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Fotos: Heißluftballon bei Bredelar abgestürzt

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