Sicherheitscheck: Führungsteam erläutert Gründe für gutes Abschneiden

Hessischer Prüfdienst gibt Diemelseer Feuerwehr gute Noten

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Gute Teamleistung rund um die Überprüfung– von links: der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Torsten Behle, Gemeindebrandinspektor Karl-Wilhelm Römer und Bürgermeister Volker Becker im Adorfer Feuerwehrhaus.

Diemelsee. Gute bis sehr gute Beurteilungen erhielt die Diemelseer Feuerwehr vom hessischen Prüfdienst, der alle Feuerwehrhäuser, die Fahrzeuge und die Ausrüstung auf Sicherheitsmängel hin überprüft hat.

Sind die Reifen der Löschfahrzeuge in einem guten Zustand? Sind Haltbarkeitsfristen bei Löschschaum oder Ölbindemitteln abgelaufen? Funktionieren die Pumpen? Ist die Schutzkleidung der Aktiven vollständig und in Ordnung? Gibt es in den Feuerwehrhäusern Gefahrenstellen? Sind die Umkleideräume vorschriftsmäßig? Ist die Beleuchtung überall ausreichend? Gibt es genügend Parkplätze für die Aktiven? Solche sicherheitsrelevanten Punkte hat das Land im Mai bei allen Feuerwehren gründlich überprüfen lassen.

In Diemelsee waren die Kontrolleure an zwei Tagen bei allen zwölf Ortsteilwehren. Ergebnis: keine großen Mängel und gute bis sehr gute Beurteilungen.  

 „Wir waren mit dem Ergebnis mehr als zufrieden“, kommentiert Bürgermeister Volker Becker. Die Prüfer seien voll des Lobes gewesen, die Feuerwehrleute um Gemeindebrandinspektor Karl-Wilhelm Römer hätten gute Arbeit geleistet. 

Gründe für gute Abschneiden

Für Römer und seine beiden Stellvertreter Torsten Behle und Uwe Becker hat das gute Abschneiden Gründe. „Es bedarf guter und klarer Strukturen“, stellt Römer heraus. Und: „Die gute Zusammenarbeit zwischen den drei Gemeindebrandinspektoren, dem Bürgermeister und dem Gemeindevorstand ist der Schlüssel.“ 

In Diemelsee werde vieles auf dem kleinen Dienstweg erledigt, es gebe kurze Wege. So berichte er bei Problemen zum Teil einfach im Gemeindevorstand, dabei werde schnell eine Lösung gefunden. Auch alle politischen Parteien stünden zur Feuerwehr, erklärt Torsten Behle, „Es geht nur gemeinschaftlich“, sagt auch der Bürgermeister. 

Nach der Überprüfung vor sechs Jahren haben sich Gemeinde und Feuerwehrführung die Protokolle des Technischen Prüfdienstes genau angesehen. „Wir haben die Hinweise ernst genommen“, sagt Römer. Kleinigkeiten seien sofort behoben worden. Bei größeren Mängeln „haben wir einen Maßnahmenplan aufgestellt und uns um die Abarbeitung gekümmert“. 

Dabei half der auf Jahre ausgelegte Bedarfs- und Entwicklungsplan der Wehren, den die drei Gemeindebrandinspektoren aufgestellt haben und den das Parlament zuletzt im Februar 2015 einmütig verabschiedet hat. Gemeinde und Politik hätten sich die Sicherheit auf ihre Fahnen geschrieben und das Geld für die Umsetzung bereit gestellt, betont Römer. 

So entstanden neue Feuerwehrhäuser in Adorf und Ottlar, der Umbau in Wirmighausen oder die Erweiterung in Deisfeld, neue Fahrzeuge wurden ausgeliefert, jedes Jahr wird Schutzausrüstung ergänzt. 

Dieses Jahr erhält Heringhausen  ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank, vielleicht schon 2019 geht ein Löschgruppenfahrzeug 10 des Katastrophenschutzes nach Vasbeck.  

"Das sind für die Gemeinde hohe finanzielle Belastungen", sagt Becker. "Aber es geht um die Sicherheit der Bürger" - und um die der ehrenamtlichen Aktiven. "Sie müssen optimal ausgestattet sein." Und Stillstand bei den Investitionen sei letztlich Rückschritt.

„Die richtigen Strukturen“ 

Wichtig seien aber auch die richtigen Strukturen, sagt Römer. Nach dem Organigramm stehe der Bürgermeister an der Spitze – er habe seinen Anteil am Erfolg der Überprüfung. Dann kämen die drei Gemeindebrandinspektoren. Sie sorgten für die Motivierung der Aktiven, sagt Becker. Das gute Ergebnis der Überprüfung zeige, "dass alle dahinter stehen".

Das Führungstrio hat Teams eingerichtet, darunter das Team Technik unter der Leitung des Benkhäusers Klaus Fischer. Ihm stünden alle Gerätewarte der Ortsteilwehren zur Seite, erklärt Römer. 

Das führe zum nächsten Punkt: „Wir haben eine Feuerwehr in Diemelsee“, betont Römer. „Wir haben nicht ein Kirchturmdenken in zwölf Ortsteilwehren.“ Das ermögliche eine „zentrale Struktur“. So gebe es die zentrale Kleiderkammer in Adorf und einmal im Jahr die zentrale Überprüfung aller Geräte in Adorf. 

Und: „Wir leisten uns den Luxus eines Sicherheitsbeauftragten“, sagt Römer: Günter Radtke hat das Ehrenamt inne. Um alle elektrischen Geräte von den Rolltoren bis zur Kaffeemaschine kümmere sich der Ehrengemeindebrandinspektor Alfred Eitzert, der ebenfalls jedes Jahr kontrolliere, sagt Römer. 

„Außerdem geht die Führungsmannschaft durch alle Feuerwehrhäuser.“ Auch der Gemeindevorstand besuche sie, um nach dem Rechten zu schauen, fügt Becker hinzu. Zu den guten Strukturen gehört für Römer aber auch, dass die Wehren mit Silke von dem Berge eine feste Ansprechpartnerin in der Gemeindeverwaltung haben.

Vorbereitung auf die Prüfung

Die Feuerwehrleute haben sich auf die Prüfung gründlich vorbereitet. Vor dem Termin gab der Kreis den Gemeindebrandinspektoren Hinweise, Römer gab sie an seine Wehrführer und an das Team Technik weiter, um sie zu sensibilisieren. 

Klaus Fischer rief seine Gerätewarte zusammen, um alles durchzusprechen. Das Team war bei den Prüfungen vor Ort dabei – da hätten sich die aktiven Feuerwehrleute des Bauhofes als „tolles Bindeglied“ zwischen Gemeinde und Wehren bewährt, hebt Römer hervor. „Sie standen uns an den beiden Prüftagen zur Seite.“ 

„Ohne die ganze Mannschaft könnten wir dieses Ergebnis nicht haben“, erklärt Römer. „Die Jungs haben eine ganze Menge gewuppt.“ Am Freitag gibt es für alle Beteiligten als Dankeschön ein kleines Sommerfest. 

Aber es bleibe eine Herausforderung, dieses Ergebnis zu halten. Denn in fünf Jahren steht die nächste Überprüfung an.

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