Personalmangel bei den Rettern

Kein Wachdienst am Diemelsee: DLRG-Station in Heringhausen verwaist

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Baden auf eigene Gefahr: Die DLRG-Wachstation am Diemelsee in Heringhausen bleibt in dieser Saison unbesetzt.

Korbach/Diemelsee. Die Badesaison am Diemelsee hat begonnen – die Wachstation in Heringhausen bleibt vorerst allerdings unbesetzt: Die DLRG-Ortsgruppe Korbach sieht sich personell nicht mehr in der Lage, den Wachdienst zu übernehmen.

Die Retter in ihren roten Jacken und Hosen sorgten bislang ehrenamtlich für Sicherheit auf dem Diemelsee: Von 2001 an hatte die Ortsgruppe Korbach die Wachstation in Heringhausen betrieben und zunächst von Mai bis September jedes Wochenende und während der Sommerferien in Hessen und Nordrhein-Westfalen rund um die Uhr besetzt.

Weil ausreichend ausgebildete Rettungsschwimmer fehlen, hatten die Korbacher eigentlich schon in der Saison 2017 den Wachdienst quittieren wollen, besetzten dann aber doch noch die Station an den Wochenenden während der Ferienzeit. In diesem Jahr ist ganz Schluss. „Wir haben für uns die Notbremse gezogen“, sagt Udo Kirstein, Vorsitzender der Ortsgruppe.

"Sind nicht in der Lage, 3000 Wachstunden am Diemelsee zu erbringen"

Anders als am Edersee oder Twistesee werden in der Station in Heringhausen deshalb keine Lebensretter Wache schieben. Udo Schönemann, Vorsitzender des Kreisverbandes Waldeck-Frankenberg erklärt: „Korbach hat es besonders gebeutelt – wir sind nicht mehr in der Lage, 3000 Wachstunden zu erbringen.“

Während der jahrelangen Schließung des Hallenbads in Korbach waren laut Kirstein die Mitgliederzahlen dramatisch eingebrochen. „Von 300 auf nur noch 100 Mitglieder“, sagt der Ortsgruppen-Vorsitzende. Mittlerweile laufe wieder eine erfolgreiche Ausbildung.

Lösung für den Diemelsee gesucht

Kurzfristig hilft das der Wachstation am Diemelsee aber nicht. „Wir suchen nach einer Lösung“, sagt Diemelsees Bürgermeister Volker Becker. Wie diese aussehen könnte, ist noch offen. Im Frühjahr war über eine Kooperation der DLRG mit Johannitern und Feuerwehr diskutiert worden. Dazu gekommen ist es aber noch nicht. Inzwischen tritt der Landkreis moderierend auf. „Wir führen mit allen Handelnden Gespräche und wollen sie an einen Tisch bringen“, erklärt Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese.

Zumindest eingeschränkt besetzt ist auf westfälischer Seite des Sees die Station der DLRG Ortsgruppe Marsberg unterhalb des Fährhauses. Bei Kontrollfahrten mit ihrem Boot sind die Retter auch auf dem gesamten See unterwegs. „Unser Ziel ist, die Station an den Wochenenden in den nordrhein-westfälischen Sommerferien zu besetzen“, sagt Vorsitzende Ann Christin Kern, schränkt aber ein: „Wir haben aber keine Verpflichtung dazu.“ In den meisten Fällen werde die Station zu Ausbildungszwecken genutzt.

Der Belegungsplan der Marsberger Wachstation ist im Internet einzusehen. Lebensretter aus dem gesamten DLRG-Bezirk Hochstift-Paderborn haben sich dort eingetragen. Kern: „Wir können aber keine Garantie dafür übernehmen, dass die verschiedenen Ortsgruppen ihre Termine auch wahrnehmen.“

Hier befindet sich die Rettungsstation in Heringhausen:

Das bietet der Diemelsee den Gästen:

im Sommer ist der Diemelsee ein Eldorado für alle Wassersportler – ob Schwimmen, surfen, angeln, Ruder- und Tretboot oder auch Kanu fahren. Strände und Liegewiesen laden zum Baden und zum Sonnen ein. Die Badewasserqualität an dem von Naturpark Diemelsee betriebenen Strandbad „Helminghausen“ und am Strandbad „Heringhausen“ ist ausgezeichnet. Das wird seit vielen Jahren durch regelmäßig stattfindende Messungen nachgewiesen und durch die Europäische Union bescheinigt. Liegewiesen und Parkplätze sind kostenfrei. Strandcafés und Kioske bieten Getränke und Snacks für zwischendurch.

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