Motto: "Lernen durch Ausprobieren"

Kindergarten Sinai in Vasbeck ist jetzt ein „Haus der kleinen Forscher“

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Experimentieren ist hier selbstverständlich: Kinder und Erzieherinnen der evangelischen Kita Sinai in Vasbeck bei der Übergabe des Zertifikats „Haus der kleinen Forscher“ durch Anja Jesinghausen von der IHK (hinten Mitte). Die Erzieherin Nicole Wagner (hinten mit Kind im Arm) hat sich dafür fortbilden lassen.   

Diemelsee-Vasbeck. So stellt man sich ein Haus der kleinen Forscher vor: Ein Hämmern schallt durch den Flur, der Duft von frischem Basilikum zieht hinein, Kinder in farbbeklecksten Kitteln hantieren mit Reagenzgläsern, andere wuseln herum, auf der Suche nach einer neuen Herausforderung.

Lernen durch Experimentieren – das ist im evangelischen Kindergarten Sinai in Vasbeck schon längst ein alter Hut. Neu hingegen ist das Zertifikat, das die Kita-Leiterin Daniela Elkmann am Donnerstag in offizieller Runde entgegengenommen hat.

Anja Jesinghausen vom IHK-Servicezentrum Waldeck-Frankenberg überreichte das Zertifikat ebenso wie eine Spülwanne, die gefüllt war mit jeder Menge Material zum Werkeln und Forschen. Sogar ein Mikroskop hatte sie für die Kinder als Geschenk dabei. Die Vasbecker Kita ist somit eine von sieben im Landkreis, die sich „Haus der kleinen Forscher“ nennen darf.

Daniela Elkmann ist vollends überzeugt von dem Konzept, den Kindern möglichst viel Freiraum zu geben, damit sie das lernen können, was sie interessiert und ihrem Alter entspricht. „Denn jedes Kind hat ein anderes Lernverhalten“, sagt sie. Klassische Gruppen gibt es hier nicht mehr. Stattdessen erkunden die Anderthalb- bis Sechsjährigen in verschiedenen Funktionsräumen und einem naturnahen und abwechslungsreichen Spielplatz, was die Welt zu bieten hat. „Jeder Raum soll eine Aufforderung sein. Und wir Erzieher sind die Begleiter.“ An diesem Vormittag machen sich auch einige Eltern und der evangelische Pfarrer Sascha Biehn-Tirre ein Bild davon. Die Kinder haben zum Beispiel Butter selbst hergestellt, sie fassen verschiedene Kräuter an, riechen daran und schmecken sie. Manche erleben, wie Texte mit der Schreibmaschine entstehen, andere mischen Farben und wieder andere nageln mit echten Nägeln.

„Hier ist erlaubt, was die Kinder Zuhause nicht dürfen. Wir haben hier die Kapazitäten für sowas“, erklärt Daniela Elkmann. Zum Beispiel im Waschraum mit Wasser spritzen. Dann gibt es auch mal Unordnung. „Das ist gewollt.“

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