Gottesdienst, Tanz und Musik

Kreiserntedankfest in Vasbeck: Dank trotz Dürre

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Gratulationen zur bestandenen Ausbildung: Die frisch gebackenen Betriebswirte und Landwirte, ein Agrarbetriebswirt ökologischer Landbau, ein Agrarservicemitarbeiter und ein Landwirtsgehilfe erhielten Präsente.

Diemelsee-Vasbeck. Beim Kreiserntedankfest stand nicht nur ein Gottesdienst, Tanz, Musik, Festansprache und Ehrungen auf dem Programm, sondern auch jede Menge Dankbarkeit trotz Dürre und schlechteren Erträgen.

Prädikant Karsten Meyer machte in seiner Predigt klar, dass trotz höchster Technisierung und aller Planung die viele Sonne zumindest den Landwirten einen Strich durch die Rechnung machte: „Was für Äpfel und Wein gut war, war für das Getreide schlecht“. Aber es sei wichtig, die Situation anzunehmen: „Gott ist bei uns“. Zum Schluss sang er der Gemeinde den Segen zur Gitarre zu: „Sei behütet …“

Der Kreisteilsvorsitzende Eisenberg des Kreisbauernverbandes, Friedrich Pohlmann, begrüßte die Gäste, darunter Prinz Carl Anton zu Waldeck und Pyrmont, die hessische Milchkönigin Laura Burger und Vertreter aus Politik und Wirtschaft. „Kann man für eine Ernte danken, die kaum stattfand?“, fragte er in die Runde. Er denke, ja, denn manches sei durch höhere Preise aufgefangen worden. Bei den Futtermitteln werde es eng, aber eine moderne Landwirtschaft mache es möglich, dass die Regale in den Läden nicht leer blieben. „Dürre bedeutete früher Hunger und Flucht.“ Dass die versprochenen Dürrehilfen in Millionenhöhe im Landkreis ankommen, bezweifelte Pohlmann.

Der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese mahnte die Verbraucher zum Umdenken, etwas mehr Geld für Qualitätsprodukte auszugeben und sah in den regionalen Angeboten im Landkreis eine gute Alternative. Die gute Kooperation mit den Landwirten sei dem Landkreis wichtig, sie habe unter anderem auch zum Einhalten der Nitratgrenzwerte geführt.

Kreiserntedankfest in Vasbeck: Der Junglandwirt des Jahres 2016, Christian Bug, hielt den Festvortrag.

Der Junglandwirt des Jahres 2016, Christian Bug, hielt den Festvortrag zum Thema: „Die Herausforderung, Junglandwirt zu sein. Er berichtete von seinem Werdegang, der Übernahme des elterlichen Hofes in der Rhön. Er betreibt Milchviehhaltung mit 95 Kühen, bewirtschaftet 200 Hektar Acker- und Grünland mit zwei Betrieben und Biogasanlage für eigene Produkte.

Bug erzählte begeistert von seinen Träumen, Plänen und Visionen, aber auch von Niederlagen. Die Genehmigung der Biogasanlage mit Gegenklagen einer Bürgerinitiative sei eine große Belastung für die Familie gewesen. Das gehe nur mit Hartnäckigkeit, Selbstbeherrschung und der Fähigkeit, Rückschlägen etwas Positives abzugewinnen. Herausforderungen für junge Landwirte lägen in der sich ändernden Gesellschaft, dem Kaufverhalten, den Vorgaben der Politik, schwankenden Märkten und schwindenden Flächen.

Tipps für die neue Farmergeneration hatte er auch dabei: Netzwerke schaffen, Einigkeit bewahren, Ehrenämter übernehmen, Interesse an Politik zeigen, Zeit für die Familien und Auszeiten haben. Jeder müsse hier seinen eigenen Weg finden.

Am Ende der Veranstaltung wurden die Absolventen der landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschulen für ihre Abschlüsse geehrt. Die Veranstaltung wurde musikalisch umrahmt vom Posaunenchor Vasbeck, dem Chor „Sing & Swing“ und der Tanzgruppe der Landjugend. (os)

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