Fest in Rattlar gefeiert

„Liedertafel“ Schweinsbühl feiert 100. Geburtstag: „Auf die Wurzeln besinnen“

Rund 20 Ehrungen standen bei der Jubiläumsfeier auf dem Programm.
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Rund 20 Ehrungen standen bei der Jubiläumsfeier auf dem Programm.

Die „Liedertafel“ Schweinsbühl hat am Samstag ihr 100-jähriges Bestehen in der Gemeindehalle Rattlar gefeiert. Der Abschluss der „kleinen Festaktivitäten“ war ein würdiger Rahmen für die Ehrungen von 20 Personen für ihre langjährige Treue und Arbeit in den Vereinen des Bezirks.

Diemelsee-Schweinsbühl – Eingeladen waren neben den Vorständen des Mitteldeutschen Sängerbundes (MSB), des Waldeckischen Sängerbundes und des Sängerbezirks Upland vor allem Vorstände und Interessierte aus den Vereinen des Bezirks. Zu den Ehrengästen gehörten unter anderen der Bezirkschorleiter Rüdiger Pfankuche, Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese, der Diemelseer Bürgermeister Volker Becker, sein Willinger Kollege Thomas Trachte und die Ortsbeiräte aus Schweinsbühl und Rattlar.

Nach der Begrüßungsrede des Vorsitzenden des Gemischten Chors Schweinsbühl Karl-Friedrich Trachte gab es den ersten Chorvortrag der Gastgeber. In den Grußworten wurde zurückgeblickt auf das 100-jährige Bestehen des Chors mit Meilensteinen wie zum Beispiel der Fahnenweihe 1924 als erstes Bezirksfest des Sängerbezirks Upland und dem damals weit verbreiteten Lauf von Ort zu Ort. Der ehemalige Männergesangverein Schweinsbühl wurde erst 2014 zu einem Gemischten Chor.

Hans-Joachim Zwickirsch, Geschäftsführer des Mitteldeutschen Sängerbundes, sprach von der anfänglichen Chorarbeit als „Samen eines Baumes“, der über die Zeit zu etwas Großem herangewachsen sei. Trotz historischer Einschnitte in der Geschichte Deutschlands seit der Gründung der „Liedertafel“, wie dem Zweiten Weltkrieg, dem Mauerbau und Mauerfall und aktuell der Corona-Pandemie, bleibe der Baum standhaft.

Das „Geburtstagskind“ auf der Bühne: Mit Liedvorträgen bereicherte der Gemischte Chor Schweinsbühl die Feier.

Heute könne man sich im Schatten dieses damals gepflanzten Baumes ausruhen und das Miteinander der Chöre genießen – vor allem vor dem Hintergrund, dass während der Pandemie Zusammenkünfte zeitweise nur im Freien möglich waren, so Zwickirsch.

Nach pandemiebedingter Zwangspause beginnen die ersten Gesangsvereine und Chöre wieder mit regelmäßigen Proben. Gemeinsames Singen war in der Pandemie so gut wie nicht möglich. Die Vorstände haben sich allerdings andere Veranstaltungen, wie Wanderungen, einfallen lassen, damit der Zusammenhalt und das Miteinander, nicht ganz zum Stillstand kommt. Trachte erwähnte, dass die Pandemie zu einer „Rückbesinnung auf die Wurzeln“, die das Dorfleben so besonders mache, half. Kurzum hätten die Gesangsvereine die Corona-Pandemie gut überstanden, denn „der Wille öffnet die Türen zum Erfolg“.

Im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterten Bürgermeister Volker Becker und Luise Henkler, dass dank der Dorfkultur die Gesangsvereine kaum Mitglieder verloren hätten. Trotzdem fehle den Gesangsvereinen vor allem der jugendliche Nachwuchs, da kaum noch Jugendgruppen zusammen in Chöre eintreten. Um diesem Problem entgegenzuwirken, hat etwa der Gemischte Chor Vasbeck Patenschaften mit Kindergärten ins Leben gerufen. Wie ertragreich das ist, wird sich noch ergeben.

Auftritte der „Liedertafel“ und des „Trio Chorale“ sorgten für Unterhaltung. Für die Gäste gab es Kaffee, Kuchen und belegte Brötchen. (Anna Potthoff)

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