Alle Haushalte im Dorf erhalten nächste Wiche einen Fragebogen

Mike Fieseler überarbeitet das Adorfer Ortssippenbuch und bittet um Mithilfe

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Die Arbeit am neuen Werk kommt voran: Mike Fieseler überarbeitet derzeit das Adorfer Ortssippenbuch und bittet um die Mithilfe der Familien.

Diemelsee-Adorf – Nach der Adorfer Chronik hat Mike Fieseler das nächste historische Projekt begonnen: Er überarbeitet das Ortssippenbuch seines Heimatdorfes und will es bis in die Gegenwart fortschreiben. Dazu bittet er die Adorfer um ihre Mithilfe.

Sein Ziel ist es, möglichst alle zu erfassen, in einmal in Adorf gelebt haben oder heute dort leben. Dazu bittet er um Angaben der Adorfer: Ende nächster Woche erhalten sie einen haushaltsdeckend verteilten Fragebogen, in dem sie Korrekturen oder Ergänzungen zu ihren Familien eintragen können. 

Erster Band aus dem Jahr 1997

Im Sommer 1997 hatte Alfred Emde den Band 57 der Waldeckischen Ortssippenbücher über Adorf herausgebracht. Der Heimatforscher hatte viele Jahre lang alle erhaltenen Kirchenbücher von 1648 bis 1980 ausgewertet und historische Urkunden mit herangezogen. Außerdem trug er Familiendaten der jüdischen Gemeinde zusammen. Weitere Hinweise und Ergänzungen kamen aus Adorfer Familien. 

So kamen rund 2000 handschriftliche Seiten in drei Aktenordnern zusammen, die der ehemalige Konrektor der Mittelpunktschule, Karl Weltecke, und seine Frau Hildegard am Computer erfasst haben. Dabei legten sie ein neues Namensverzeichnis an. Der fertige Band mit einem Abriss der Geschichte des Dorfes und der jüdischen Gemeinde und mit vielen historischen Bildern umfasst insgesamt 452 Seiten. 

Wie berichtet, hat Mike Fieseler bereits die 1992 erschienene und ausverkaufte Adorfer Chronik von Emde und Weltecke überarbeitet und mit der Hilfe vieler Adorfer wesentlich ergänzt, 2016 kam das auf 535 Seiten erweiterte Buch heraus. Bei seiner Arbeit an der Neuauflage bemerkte er, dass es in der Auflistung der Gefallenen beider Weltkriege Abweichungen zwischen Chronik und Ortssippenbuch gab. Auch einzelne Familien fehlten. Und dass es durch die Übertragung der Namen aus Emdes Manuskript Fehler geben könne, hatte Karl Weltecke schon 1997 angemerkt. 

Überarbeiten und fortschreiben

So kam Fieseler der Gedanke, auch das Ortssippenbuch zu überarbeiten und fortzuschreiben. Von Hildegard Weltecke erhielt er die alten Disketten, die sich zum größten Teil auslesen ließen. Fehlende Seiten hat er eingescannt. „Das Datenfundament ist da“, berichtet er. 

Dann machte er sich an die Arbeit: „Ich habe ein neues Layout gewählt, das übersichtlicher ist.“ Die Namen der jüdischen Familien hat er ins allgemeinde Verzeichnis eingegliedert. Außerdem hat Fieseler auf die einheitliche Schreibweise der Familiennamen geachtet. So tauchen in den Kirchenbüchern Angehörige der Neumanns auf Platt auch als Niggemann auf. 

Querverweise eingefügt

Um die Generationen besser auseinanderzuhalten, hat er zudem weitere Familiennummern eingefügt. Und schließlich hat Fieseler Querverweise zu anderen Ortssippenbüchern eingefügt. Das erleichtert die Suche nach Familienangehörigen, die nach Adorf „eingeheiratet“ haben oder weggezogen sind. 

Dazu hat er die 1939 begründete Reihe des Waldeckischen Geschichtsvereins ausgewertet und die Werke für umliegende westfälische Dörfer herangezogen. Im neuen Ortssippenbuch finden sich die jeweiligen Familiennummern der dortigen Bücher. Weitere Quellen sind das Landesgeschichtliche Informationssystem LAGIS und im Internet veröffentlichte Familienbücher.

Das weitere Vorgehen: 

Stimmen die Daten im Ortssippenbuch, müssen Familien nichts unternehmen, die alten Einträge werden übernommen. Korrekturen und Ergänzungen müssen im Bogen eingetragen werden. 

Viele Hinweise bekam Fieseler schon von Rudolf Engelhard und von dem aus Adorf stammenden Heimatforscher Erwin Brüne, der sich in den Beständen des Gemeindearchivs oder des Marburger Staatsarchivs gut auskennt. Ihre Ergänzungen und Korrekturen hat Fieseler schon in die Daten eingearbeitet.

 Fieseler bittet die Familien auch um Angaben über Verwandte, die aus Adorf ausgewandert sind. Damit im Buch auch alle jüngeren Adorfer aufgenommen werden können, müssen sie einer Veröffentlichung zustimmen. Nach dem Datenschutzgesetzen muss die Zustimmung vorliegen bei Geburten der vorigen 110 Jahren, bei Hochzeiten der vorigen 80 Jahre und bei Sterbefällen der vorigen 30 Jahre. 

Die Bögen sollten bis zum 31. Juli an Mike Fieseler zurück gehen, Adorfer können sie auch einscannen und ihn per Mail an diemelsee-adorf@gmx.de schicken.

Bei den Feiern zum Dorfjubiläum 2020 soll der überarbeitete Band vorgestellt werden, Herausgeber ist wieder der Waldeckische Geschichtsverein. (-sg-)

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