Außerplanmäßige Ausgabe im Etat

Naturpark Diemelsee will Dommelturm bei Ottlar reparieren

Ein beliebtes Ausflugsziel ist der Dommelturm bei Ottlar – dafür nimmt der Naturpark ungeplante Kosten in Kauf.
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Ein beliebtes Ausflugsziel ist der Dommelturm bei Ottlar – dafür nimmt der Naturpark ungeplante Kosten in Kauf.

Der Naturpark Diemelsee plante mit einem ausgeglichenen Etat für 2021, es fallen aber Arbeiten am derzeit gesperrten Dommelturm an.

  • Der Naturpark Diemelsee hat einen ausgeglichenen Etat für 2021 vorgelegt.
  • Es fallen aber außerplanmäßige Ausgaben an, um den gesperrten Dommelturm zu reparieren.
  • In diesem Jahr hat die Corona-Pandemie viele Aktivitäten des Naturparks verhindert.

Diemelsee/Willingen – Der Naturpark Diemelsee will den seit 28. Oktober gesperrten Dommelturm reparieren. Das belastet den eigentlich ausgeglichenen Haushalt: Vor Leistungsvergabe werden die Kosten auf 8000 Euro geschätzt. „Der Vorstand ist der Meinung, dass wir diese außerplanmäßige Ausgabe leisten sollten“, erläuterte Geschäftsführer Dieter Pollack; Der Turm sei für Wanderer und Radfahrer sehr wichtig.

Die Holzkonstruktion zieht von unten Wasser, erklärte Pollack das Problem. Gut ein Meter sei angefault, was die Standfestigkeit des Bauwerks gefährde. Unten müssten die Stützen also abgesägt und ersetzt werden – und dann so aufgestellt werden, dass sich das ganze nicht wiederholt.

„Ich finde wir sollten den Turm erhalten“, sagte Manuela Köhne, Vorsitzende der Verbandsversammlung, welche geschlossen zustimmte. Pollack merkte derweil auch an, dass der Turm eigentlich zu klein sei: In Teilen überrage der umliegende Fichtenhochwald das Bauwerk, das der Landkreis vor 14 Jahre bauen ließ und dem Naturpark schenkte.

Reinhold Sude, Vertreter der Stadt Korbach, fühlte sich an den Kellerwaldturm erinnert, bei dem der Fall ähnlich gelegen habe: „Schade, dass sich das so wiederholt.“

Abgesehen von der außerplanmäßigen Ausgabe war der Haushalt ausgeglichen, mit 295 Euro Überschuss im Ergebnis. Größte Investition ist der Neubau des Strandbads Helminghausen in der Gemarkung Heringhausen. Planungskosten wurden schon bezahlt, im kommenden Jahr fallen 354. 000 Euro an. Dafür gibt es 269. 000 Euro Förderung, wofür der Landkreis Waldeck-Frankenberg Mittel aus der „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ bewilligt hat. Der Naturpark nimmt einen Kredit über 79 .000 Euro auf.

Weiterere Investitionen werden in Westfalen getätigt: Fünf Jahre lang fließen je 10. 000 Euro in Entdeckerorte, 8000 davon stellt je das Land NRW. In der Verbesserung der Wanderinfrastruktur stecken das Land 17. 000 Euro, die Städte Brilon und Marsberg zusammen 7400 Euro. Für Autobahnbeschilderung sind 7000 Euro vorgesehen. Die im Sommer angeregte Vereinheitlichung der Hinweisschilder auf den Naturpark stellt die Versammlung um ein Jahr zurück, um die Ausgabe für den Dommelturm leisten zu können.

Durch die geplante Einstellung eines stellvertretenden Geschäftsführers als einzuarbeitenden Nachfolger Pollacks entstehen höhere Personalkosten, die eine Sonderumlage der Kommunen deckt. Die Gemeinde Willingen verzichtet derweil auf den üblichen Personalkostenzuschuss, weil der Geschäftsführer verstärkt für die Gemeinde tätig werden kann.

Dieter Pollack berichtete über die Tätigkeiten des Naturparks – die Pandemie schränkte ihn sehr ein: Bei Messen und Jubiläen konnte er sich nicht präsentieren, den Jugendzeltplatz nach dem ersten Lockdown wieder zu öffnen, war unwirtschaftlich, auch wenn er im Vorjahr 6650 Übernachtungen verzeichnete. Die Angebote zur Umweltbildung konnten nur in Teilen gemacht werden: „Was war, wurde aber gut besucht“, so Pollack. (wf)

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