Neue Räume, neue Angebote:

Neuer Adorfer Landarzt Dr. Mahmoud Alsallal investiert in seine Praxis

Bei der Übergabe der Bescheide in der Adorfer Praxis – von links: „Port“-Geschäftsführerin Katharina Kappelhoff, Arzthelferin Bärbel Merhof, der Landtagsabgeordnete Armin Schwarz, Dr. Mahmoud Alsallal, Bürgermeister Volker Becker und die Landtagskandidatin Jutta Kahler.

Diemelsee-Adorf. Der neue Landarzt Dr. Mahmoud Alsallal hat von der Gemeinde das Haus mit seiner Praxis gekauft und mit der Renovierung und Erweiterung der Räume begonnen. Er hat noch viele Pläne, die gut ins Konzept des Gesundheitsnetzwerks „Port“ für Willigen und Diemelsee passen.  

Dieses Engagement ist auch dem hessischen Sozialministerium eine Förderung aus seinem Programm zum Erhalt von Landarztpraxen wert: Der CDU-Landtagsabgeordnete Armin Schwarz überreichte am Donnerstag einen Bewilligungsbescheid über 8612 Euro an Bürgermeister Volker Becker, er übergab einen Bescheid der Gemeinde über die selbe Summe an Dr. Alsallal. 

Wie berichtet war der Volkmarser Allgemeinmediziner im Januar in die Praxis von Dr. Hans-Jürgen Dzillak eingestiegen. Zum 1. April hat er die Zulassung der Kassenärztlichen Vereinigung erhalten. Damit konnte er die Nachfolge des langjährigen Hausarztes antreten, der mit 69 Jahren in den Ruhestand gegangen ist. 

Gekommen, um zu bleiben

Ursprünglich hatte Dr. Alsallal geplant, in Adorf neu zu bauen, doch er bekam das Grundstück nicht. Prompt kamen Gerüchte auf, er wolle Diemelsee verlassen – sie sind völlig falsch: „Ich habe versprochen, bis zu meiner Rente zu bleiben“, erklärt der Arzt. Und das werde er auch halten. 

So übernahm er das Haus an der Arolser Straße und begann in den vorigen Wochen zu renovieren. In nur sieben Tagen hat er die Räume im Erdgeschoss hergerichtet und neue Möbel aufgestellt. Empfang und Wartezimmer wurden modernisiert, neu hinzu kamen ein zweites Sprechzimmer auch für Notfälle und ein Raum für die Spirometrie – für Lungenuntersuchungen. „Er hat sie schön einladend gestaltet“, kommentierte Becker. 

Für die sieben Arzthelferinnen laufen Weiterbildungen, derzeit steht die Schulung für neue Computerprogramme an.

Schulungen und Vorträge

Im ersten Stock hat er Lager für Patientenakten und ein Büro eingerichtet. Als nächstes entsteht dort ein großer Seminarraum mit bis zu 50 Plätzen – Dr. Alsallal will Schulungen und Vorträge zur Gesundheitsbildung und Vorbeugung anbieten, zum Beispiel über Krankheiten wie Diabetes. Dabei will er mit umliegenden Medizinern zusammenarbeiten, die als Referenten nach Adorf kommen. 

Auch Untersuchungen von aktiven Feuerwehrleuten könne Dr. Alsallal übernehmen, sagte Becker. Bei Untersuchungen mit dem Magnetresonanztomographen arbeitet er mit Kliniken der Umgebung zusammen. Genau dieses Denken in Netzwerken will „Port“ fördern, um die medizinische Versorgung auf dem Land zu sichern.

Die Gemeinde sei froh, „dass wir einen Nachfolger für Dr. Dzillak gefunden haben“, sagte Becker. Für die Grundversorgung in Diemelsee sei es wichtig, dass zwei Ärzte und der Apotheker da seien. 

Schwierige Suche nach Nachfolger

Er erinnerte an die langwierigen Versuche, einen neuen Arzt für Adorf zu gewinnen, selbst in Griechenland habe es Gespräche gegeben. Die Gemeinde habe sogar über die Möglichkeit beraten, einen Mediziner anzustellen. 

Und dann kam ein Interessent, der seit 18 Jahren in der Region bekannt ist. „Wir waren uns in fünf Minuten einig“, sagte Becker „Er kann auch das Skalpell führen“, für kleinere chirurgische Eingriffe müssten Patienten nicht mehr nach Bad Arolsen oder Korbach fahren. Und Ende Oktober endet seine Fortbildung zum Palativmediziner, dann kann er auch Sterbende zu Hause betreuen. 

Arzt in Schlüsselfunktion 

Auch die Geschäftsführerin des Gesundheitsnetzwerks „Port“, Katharina Kappelhoff, freut sich, dass sich nach jahrelanger gemeinsamer Suche Dr. Alsallal in Adorf niedergelassen habe. „Port“ wolle die Leistungen von Medizinern, Pflegern und Therapeuten zusammenbringen, dazu sei mehr Koordination erforderlich. Landärzten komme dabei eine Schlüsselfunktion zu. Dr. Alsallal passe „perfekt“ in dieses Konzept. „Er ist ein großes Glück für die Gemeinde.“

 Für die Landesregierung sei die Gesundheitsversorgung auf dem Land schon deshalb wichtig, um gleichwertige Lebensverhältnisse wie in großen Städten zu sichern, sagte Armin Schwarz. Die Koalition wolle über ihr Programm „Heimat Hessen“ Landarztpraxen erhalten und die „Gemeindeschwester 2.0“ etablieren.

 „Toll, dass Sie in Diemelsee eine neue medizinische Heimat gefunden haben“, sagte die SPD-Landtagskandidatin Jutta Kahler. „Sie machen Ihre Arbeit von Herzen.“ Dr. Alsallal sagte schlicht: „Mir ist es wichtig, mich um die Menschen hier zu kümmern.“

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