„Klosterforum“ in Flechtdorf eröffnet

Neues Leben zieht in alte Gemäuer ein

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Zahlreiche Gäste nahmen an der Eröffnung des „Forums Kloster Flechtdorf“ nach Fertigstellung des ersten Bauabschnitts teil. Gastgeber war der Förderverein Kloster Flechtdorf mit dem Vorsitzenden Helmut Walter (2.v.r.).

Diemelsee-Flechtdorf - Wie ein verfallenes historisches Gebäude zu neuem Leben erweckt werden kann, zeigte sich bei der offiziellen Eröffnung des „Klosterforums“ in Flechtdorf.

Beim Blick auf das steinerne Abthaus und das Wirtschaftsgebäude an der Klosterstraße lassen sich Arbeit und Mühen nur erahnen, die nötig waren, um aus einer Beinahe-Ruine ein Vorzeigeobjekt zu machen. Dass es dazu überhaupt kam und das Dorf nun sogar mit einem „Klosterforum“ als Bildungs-, Veranstaltungs- und Begegnungsstätte punkten kann, ist dem unermüdlichen Einsatz des Fördervereins fürs Flechtdorfer Kloster zu verdanken. Dieser hatte am Samstag dazu eingeladen, den Abschluss des ersten Bauabschnitts zu feiern - und in diesem Rahmen allen Förderern, Mitstreitern und Fürsprechern Danke für die Unterstützung des Projekts zu sagen.

Den im wahrsten Wortsinn steinigen, aber auch von Zuspruch geprägten Weg bis zum „Klosterforum“ sprach Vereinsvorsitzender Helmut Walter in seiner Begrüßungsrede an. Die Wiederbelebung der Klostergebäude sei ein wichtiges bürgerschaftliches Projekt und für den Ort ein identitätsstiftendes Projekt.

Eine Stätte des kulturellen Austauschs

Nachdem die erste Etappe geschafft sei, habe sich der auf inzwischen 270 Mitglieder angewachsene Förderverein bewusst für den Begriff des „Forums“ entschieden, sagte Walter. Das Klosterforum sei offen für alle, unabhängig von Religion und Weltanschauung, und solle eine Stätte für den kulturellen Austausch und „nicht für Ballermann-Partys“ bieten, erklärte Walter. Auch Trauungen sind im Obergeschoss des einstigen Abt- oder Torhauses möglich.

Anerkennung findet das Wirken des Fördervereins auch vonseiten der Politik und des Landkreises, wie etliche Besucher bei der offiziellen Einweihung bewiesen. Als „Schmuckstück, das sich sehen lassen kann“, bezeichnete Kreisbeigeordnete Hannelore Behle, gleichzeitig Vorsitzende der Gemeindevertretung Diemelsee, die frisch renovierten Klostergebäude. Sie übermittelte die Grüße der Kreisgremien und der Gemeindevertretung und stellte fest, dass ausbleibende Sanierungen in der Vergangenheit auch ihr Gutes hatten: „So ist viel von der ursprünglichen Gebäudesubstanz erhalten geblieben.“

Für die unzähligen ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden dankte Gemeinderat Jürgen Küthe dem Förderverein und allen Mitstreitern. „Lob, Respekt und Anerkennung, wenn man bedenkt, wie die Anlage vor neun Jahren ausgesehen hat“, zollte schließlich Landtagsabgeordneter Armin Schwarz den emsigen Bauherren. Zudem stellte er fest: „Die Mühe hat sich gelohnt.“

Mit dem jüngst verliehenen Hessischen Denkmalschutzpreis hält der Förderverein Kloster Flechtdorf die Bestätigung für sein Wirken sogar schwarz auf weiß in Händen. Zudem ist der Verein, auf den noch weitere Gebäudesanierungen zukommen, für den Kulturpreis des Landkreises nominiert.

Erinnerung an das liturgische Morgengebet

Begonnen hatte der Festtag mit einem „ökumenischen Morgenlob“ in der Klosterkirche. Mit dem von der Flechtdorfer Pfarrerin Anna Heyser und Pater Klaus-Ludger (Abtei Königsmünster, Meschede) gestalteten Gottesdienst wurde an das liturgische Morgengebet erinnert, das auch die Mönche des Flechtdorfer Benediktiner-Klosters gepflegt haben dürften. Ein Bildervortrag, Führungen und die Aufführung des Mono-Dramas „Singende Steine“ (Bericht folgt) rundeten die Einweihung ab.

Von Sandra Simshäuser

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