Prinzip „Ringtausch“:

Parlament billigt neues Fahrzeugkonzept für Diemelseer Feuerwehr

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Starke Ortsteilwehren am Rand der Gemeinde, starke Zentrale in Adorf: Diesem Ziel folgt das neue Fahrzeugkonzept der Diemelseer Feuerwehr. Durch einen „Ringtausch“ von Fahrzeugen sollen alle Einsatzabteilungen optimal und effizient ausgestattet werden. Im Bild: der gemeinsame Einsatz bei einem Großbrand in Ottlar im Mai 2014.

Diemelsee – Ein neues Fahrzeugkonzept für die Diemelseer Feuerwehr stellte der Gemeindebrandinspektor Karl-Wilhelm Römer am Freitag im Parlament vor – die Gemeindevertreter billigten die mit dem Wehrführerausschuss abgestimmten Planungen für die Jahre ab 2020.

„Wir müssen uns zukunftsorientiert aufstellen“ sagte Römer. Ziel müsse sein, die Ortsteile an den Rändern der Gemeinde und das Zentrum in Adorf „gut und stark auszustatten – damit sind wir sauber aufgestellt“. Eine Schlüsselrolle komme dabei dem „Ringtausch“ von Fahrzeugen in den Wehren zu. 

Derzeit verfügten die zwölf Einsatzabteilungen über 16 Fahrzeuge, drei Mannschaftstransporter und das Mehrzweckboot, sagte Römer. Für die ältesten Fahrzeuge stünden Ersatzbeschaffungen an.

Ersatzbeschaffungen

In Deisfeld müsse das 1991 gebaute Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank der Einsatzabteilung ausgetauscht werden – sie soll im ersten Quartal 2020 ein Tragkraftspritzenfahrzeug Logistik erhalten. Er hoffe, dass es noch dieses Jahr die Landesförderung fürs Fahrgestell gebe. Derzeit nutzt die Wehr das alte Fahrzeug der Heringhäuser Kameraden, die bereits ein neues Fahrzeug erhalten haben – es wird am 16. März offiziell übergeben. 

In Adorf soll das 2002 gebaute Löschgruppenfahrzeug 16/12 durch ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20 ersetzt werden. Förderfähige Kosten: 252.000 Euro. In der Prioritätenliste des Kreises stehe es auf Platz 5, sagte Römer, der Beihilfebescheid sei noch 2019 zu erwarten. 

Der Bund soll sein 1988 gebautes und in Adorf stationiertes Löschgruppenfahrzeug 16 mit Tragkraftspritze durch ein Löschgruppenfahrzeug 10 ersetzen. 

Vasbeck erhält voraussichtlich im ersten Quartal 2020 vom Land ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 10 des Katastrophenschutzes, es ist bereits bewilligt. 

Der „Ringtausch“:

Diese Neuanschaffungen ermöglichen den „Ringtausch“ der alten Fahrzeuge: 

Ottlar soll das Adorfer Löschgruppenfahrzeug 16/12 erhalten. Wegen des Fremdenverkehrs und der Struktur der Betriebe sei diese Ausstattung erforderlich, betonte Römer, die Adorfer Wehr komme nicht in der gesetzlich vorgegebenen Hilfsfrist von 15 Minuten bis ins Dorf. 

Die jetzigen Tragkraftspritzenfahrzeuge mit Wassertank der Ottlarer und der Vasbecker könnten im „Ringtausch“ ältere Fahrzeuge in Benkhausen, Flechtdorf oder Wirmighausen ersetzen. 

Benkhausen soll nach 2021 mit Landesförderung ein neues Fahrzeug erhalten. 

Stormbruch benötigt ebenfalls ein neues Fahrzeug – darüber soll aber erst entschieden werden, wenn der Umbau des Feuerwehrhauses angegangen wird. Ohne diese baulichen Voraussetzungen sei die Neuanschaffung nicht sinnvoll, sagte Römer.

Schlagkraft der Feuerwehr verbessern

Das Konzept verbessere die Einhaltung der Hilfeleistungsfristen und die Schlagkraft der Feuerwehr, erklärte Römer. Alternativen hätten die drei Gemeindebrandinspektoren und die Wehrführer bei ihrer Sitzung im Dezember verworfen. Notwendig sei, künftig drei Löschzüge zu bilden, sagte er. Außerdem erforderten die neuen Fahrzeuge des Katastrophenschutzes eine stärkere überörtliche Zusammenarbeit und Ausbildung. 

Karl-Werner Fisseler fragte, ob alle Ortsteilwehren das Konzept mittrügen. Im Wehrführerausschuss hätten alle zugestimmt, sagte Römer. „Wir sind eine Feuerwehr Diemelsee“, betonte er. „Es gibt bei uns kein Kirchturmdenken, wir müssen weiter zusammenwachsen.“ 

Gemeindebrandinspektoren und Gemeindevorstand machten sich bereits seit Jahren Gedanken über die Ausstattung, erklärte Bürgermeister Volker Becker. „Wir können uns auf unsere Feuerwehrkameraden verlassen“, die Gemeinde sei daher bemüht, ihnen eine „optimale Ausrüstung“ zu geben. 

Hinter diesem Ziel stehen auch die Gemeindevertreter – letztlich dienten die Fahrzeuge nicht der Feuerwehr, sondern der Sicherheit der Diemelseer Bevölkerung, sagte Horst Wilke. "Wenn unsere Feuerwehrleute ausrücken, sollen sie auch ein vernünftiges Auto haben." Die Gemeindebrandinspektoren hätten "ihre Hausaufgaben gemacht".

Elke Jesinghausen kommentierte: „Das Konzept ist sinnig. Was sein muss, muss sein.“ (-sg-)

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