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Pläne für Autowaschanlage in Adorf: Anwohner äußern Ablehnung

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Von: Stefanie Rösner

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Austausch über Pläne für eine Autowaschanlage in Adorf
Großes Interesse: Viele Adorfer kamen zur Info-Veranstaltung auf die noch grüne Wiese an der Arolser Straße. © Stefanie Rösner

Ein Unternehmer will in Adorf eine Waschanlage für Fahrzeuge und eine Lagerhalle bauen, was bei Anwohnern auf Widerstand stößt.

Diemelsee-Adorf – Bei einem Ortstermin mit Vertretern der Gemeinde und des Ortsbeirats gab es daher eine rege Beteiligung und hitzige Diskussion. Boris Wagner aus Goddelsheim plante nach eigenen Angaben, eine Waschanlage mit drei Boxen für Autos und eine größere für Laster und Traktoren zu errichten. Diese könnte der Waschanlage in Twiste ähneln. Kunden können dort ihre Fahrzeuge selbst waschen.

Dahinter sollte zudem eine Lagerhalle gebaut werden. Außerdem sollte eine daneben stehende Gewerbebrache mit einbezogen werden. „Der Schall von den Wäschen würde eher zur Straße hin reichen“, sagte Wagner, als er die Pläne vorstellte, die noch nicht fix sind.

Bei dem Grundstück handelt es sich um eine Wiese am Hang mit Bäumen an der Arolser Straße plus einer Fläche mit einem seit Jahrzehnten leer stehenden Gewerbegebäude. Das Gebiet ist als Mischgebiet ausgewiesen, was die Ansiedelung von Gewerbe grundsätzlich erlauben würde. Nach dem Tod des vorherigen Eigentümers waren die zwei Grundstücke in einem Bieterverfahren an den Unternehmer aus Goddelsheim verkauft worden.

Anwohner fürchten Lärm, Verkehr und Schadstoffe

Allerdings befinden sich ringsum Wohnhäuser, und die Anwohner befürchten Belästigung durch Lärm, Licht und mögliche Schadstoffe.

Außerdem sorgen sie sich um die Verkehrssicherheit, weil mit zusätzlichen Fahrzeugen inklusive Lastwagen zu rechnen sei. Zudem argumentieren die Anwohner, dass es bereits eine Autowaschanlage in Adorf gibt.

Der Architekt Karl Suck, der zudem als Sachverständiger für die Nachlassregelung betraut gewesen war, entgegnete unter anderem, dass durch eine solche Waschanlage weniger Lärm entstehen würde als durch den Verkehr, der ohnehin schon über die Straße führt. Die Anliegerin Christine Wilke fragte beispielsweise nach der zu erwartenden Auslastung. Im besten Fall rechnet der Unternehmer mit bis zu 5500 Waschgängen pro Jahr.

Bislang liegt der Gemeinde eine Bauvoranfrage vor. Die Pläne stehen daher noch nicht fest, und der Gemeindevorstand berät und beschließt darüber erst am 25. April. Bürgermeister Volker Becker äußerte direkt seine Meinung: „Der Bau einer Waschanlage ist eine gute Idee, aber am falschen Ort.“ Das Gebiet mit der Schule in der Nähe und viel landwirtschaftlichem Verkehr weise schon Gefahrenpunkte auf. Daher sei weiterer Laster-Verkehr kaum verträglich.

Der Ortsbeirat hatte zuvor in seiner Stellungnahme Bedenken in Bezug auf Lärm, Betriebszeiten und Abwasserbehandlung geäußert. Zudem hatte er die Gemeinde um eine Anliegerversammlung gebeten. Viele Anwohner gaben sich dennoch alarmiert und machten von Beginn an ihre Ablehnung lautstark deutlich.

Boris Wagner ist Landwirt und betreibt in Goddelsheim Fischzucht. Er habe Bedarf an Stellplätzen für Fahrzeuge und eine eigene Waschanlage. Er versprach: „Ich sichere Ihnen zu, dass ich die Autowaschanlage so nicht baue, wenn sich die Gemeinde dagegen entscheidet.“ Der Bürgermeister hatte darauf hingewiesen, dass letztlich der Landkreis die genehmigende Behörde sei.

Aufgrund der Proteste erwägt Wagner nun, nur einen einzigen Waschplatz zu errichten, ob privat oder öffentlich sei noch unklar. „Ich werde die Pläne anpassen“, sagte er im Anschluss gegenüber unserer Zeitung. (Stefanie Rösner)

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