53-Jähriger verschickte Mails an Cem Özdemir und Torsten Albig

"Messer in den Hals": Diemelseer wegen Beleidigung verurteilt

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Waldeck-Frankenberg. Wegen Beleidigung in zwei Fällen ist ein Mann aus Diemelsee am Montag vor dem Korbacher Amtsgericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Richter Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling sah es als erwiesen an, dass der 53-Jährige im Jahr 2017 Mails an den Grünen-Politiker Cem Özdemir und den damaligen Ministerpräsidenten Schleswig-Holsteins, Torsten Albig, mit ehrverletzendem Inhalt geschickt hatte.

Er hoffe, dass Cem Özdemir, „genau wie der Polizist in Hannover ein Messer in den Hals bekommt“, schrieb der Diemelseer demnach Anfang 2017 in einer Mail an den Grünen-Politiker. Bei der Befragung durch die Polizei, so wurde es im Vernehmungsprotokoll vermerkt, räumte er ein, die Mail geschrieben zu haben. Vor Gericht sagte er aus, dass er tatsächlich eine Mail an Özdemir geschrieben habe. Ob es aber genau diese gewesen sei, wisse er nicht. Ob er die Mail an Albig schrieb, wisse er gar nicht mehr.

Albig, vor etwas mehr als einem Jahr noch Ministerpräsident in Schleswig-Holstein, hatte er in der Nachricht als „Volksverräter“ bezeichnet. Weil sich Albig für einen Abschiebestopp von Afghanen stark gemacht hatte, schrieb der 53-Jährige die Mail. Er hoffe, so die Nachricht, dass wenn einem Kind etwas durch einen Flüchtling zustoßen sollte, sich der „Vater des Kindes ein Herz nimmt und Ihnen den Kopf einschlägt“. Auch schrieb er ihm, dass die Justiz nicht mehr neutral sei und die Polizei mache, was sie wolle. Er habe mehr als 10 000 Mails seit 2015 geschrieben, sagte der Mann vor Gericht.

Die Staatsanwaltschaft und auch der Richter sahen die Taten als erwiesen an, unter anderem wegen der ähnlichen Rechtschreibfehler, die in beiden Mails auftauchten. Kalhöfer-Köchling verurteilte den Mann zu 65 Tagessätzen zu je 15 Euro, insgesamt also zu 975 Euro. Der 53-Jährige legte Berufung ein. 

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