1. WLZ
  2. Waldeck
  3. Diemelsee

Rüdiger Kersting ist neuer Stormbrucher Burschenkönig

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Der neue Stormbrucher Burschenkönig: Rüdiger Kersting sicherte sich am Sonntag den Titel, er regiert mit Carina Vollbracht. Die Schützen hoben sie auf ihre Schultern.
Der neue Stormbrucher Burschenkönig: Rüdiger Kersting sicherte sich am Sonntag den Titel, er regiert mit Carina Vollbracht. Die Schützen hoben sie auf ihre Schultern. © Karl Schilling

Rüdiger Kersting ist neuer Burschenkönig der Stormbrucher Schützen: Mit dem 149. Schuss holte er am Sonntag um 14.28 Uhr auf dem Schießplatz „in der Tränke“ den hölzernen Vogel von der Stange. Als Burschenkönigin steht Carina Vollbracht an der Seite des 28-Jährigen.

Diemelsee-Stormbruch – Länger als erwartet zog sich der sportliche Wettstreit. Sechs Aspriranten traten abwechselnd in den Stand, zwei von ihnen wollten es unbedingt wissen. Auch der noch amtierende Regent Frederik Pohlmann legte zwischendurch mit an. Kugel um Kugel verließ das Kleinkaliber-Gewehr – doch der von der Schreinerei Rabanus gebaute Adler hielt stand.

Zweite Chance genutzt

Nachdem die Aufseher das Gewehr neu justiert hatten, trat Kersting erneut an – ein Schuss, und der Vogel kippte zu Boden. Jubelnd hoben die Burschen ihren neuen König und seine Königin auf ihre Schultern. Schon vor fünf Jahren wäre Kersting fast Burschenkönig geworden, der Vogel wackelte schon, doch Frederik Pohlmann fegte ihn mit einem weiteren Treffer von seinem Sitz. Corona-bedingt regierte er mit Louisa Pohlmann fünf statt drei Jahre.

Mit der Proklamation endete am Nachmittag ihre Regentenzeit. Der Vorsitzende Joachim Lahme dankte dem scheidenden Paar, übergab den beiden Orden und Kette und gab die Königskette an Rüdiger Kersting weiter.

Festgottesdienst und Ausmarsch

Begonnen hatte der Sonntag mit einem Festgottesdienst, den Pfarrer Jörg Schultze erstmals in der Schützenhalle hielt, nicht in der Kirche. Nach einem Gruppenbild aller Mitglieder und ihrer Partnerinnen vor der Halle traten die Schützen- und die Burschenkompanie zum Abmarsch an – eine letzte Probe vor dem Schützenfest an Pfingsten. Der Zug holte das Kaiserpaar, den Burschenkönig und die Kinderkönigin zu Hause ab und marschierte zum Schießplatz.

Das Kaiserschießen

Dort begann das Kaiserschießen. Mit ihm endete eine 14-jährige Regentenzeit: Das Stormbrucher Kaiserpaar Karl-Friedrich und Ulla Brocke legte Kette und Diadem ab, nachdem sich Reinhard Biederbick bei einem spannenden Schießen auf den hölzernen Adler durchgesetzt hatte. Der neue Kaiser regiert mit seiner Frau Annegret, genannt Anni.

Vier ehemalige Könige waren zum Wettstreit angetreten. 70 Schuss gaben sie ab, der Adler blieb auf seiner Stange hocken. Da legte die Schießaufsicht die großkalibrigere Munition „Königsadler“ ins Kleinkaliber-Gewehr. Friedrich Biederbick nahm sich zurück, und so wetteiferte Reinhard Biederbick am Ende mit dem Ehrenvorsitzenden Klaus-Dieter Becker und mit Karl-Erhard Pohlmann um die Würde.

Die letzten acht Schuss brachten die Entscheidung: Mit dem 98. Schuss brachte Reinhard Biederbick um punkt 12.30 Uhr den Adler zur Strecke. Für die Stormbrucher war es eine Premiere: Erstmals hatten sie ihren Kaiser nicht mit einem Schießen auf die Ehrenscheibe ermittelt, sondern durch ein Vogelschießen.

Applaus für das neue Kaiserpaar: Rechts Anni und Reinhard Biederbick mit Diadem und Kaiserkette, links neben ihnen ihre Vorgänger Karl-Friedrich und Ulla Brocke.
Applaus für das neue Kaiserpaar: Rechts Anni und Reinhard Biederbick mit Diadem und Kaiserkette, links neben ihnen ihre Vorgänger Karl-Friedrich und Ulla Brocke. © Karl Schilling

Viele Gäste und Delegationen

Das Burschenkönigsschießen folgte. Viele Stormbrucher verfolgten den packenden Wettstreit, auch die befreundeten Schützenvereine aus Adorf, Flechtdorf, Rhenegge, Sudeck und Heringhausen waren mit Delegationen und ihren Königen vertreten. Der Spielmanns- und Musikzug der Adorfer Feuerwehr sorgte für die musikalische Unterhaltung.

Kein neuer Kinderkönig

Erstmals seit 39 Jahren ermittelten die Stormbrucher Schützen keinen neuen Kinderkönig – mangels Nachwuchs.  So blieb dem Vorsitzenden und regierenden Schützenkönig Joachim Lahme nur, der scheidenden Kinderkönigin Sarah Potthoff einen Orden anzuheften und ihr für ihre fünfjährige Regentschaft zu danken. 

Nach der Ordensverleihung: der Vorsitzende und regierende Schützenkönig Joachim Lahme mit der scheidenden Stormbrucher Kinderkönigin Sarah Potthoff.
Nach der Ordensverleihung: der Vorsitzende und regierende Schützenkönig Joachim Lahme mit der scheidenden Stormbrucher Kinderkönigin Sarah Potthoff. © Karl Schilling

Lahme erinnerte bei der Proklamation an die lange Regentschaft des Kaiserpaares Karl-Friedrich und Ulla Brocke, die von 1983 bis 1986 das Königspaar stellten und den Verein seit 2008 als Kaiserpaar repräsentiert hatten. Ihre Nachfolger waren von 2014 bis 2017 das Königspaar. Lahme legte Reinhard Biederbick die Kaiserkette um.

„Kaiserwetter zum Kaiserschießen“

Er freue sich über das „Kaiserwetter zum Kaiserschießen“, sagte Lahme. Schützen und Gäste hätten einen „tollen Tag“ erlebt – er hoffe, viele beim großen Schützenfest über Pfingsten wiederzusehen.

Nach der Proklamation stimmten die Adorfer das „Waldecker Lied“ an. Dann befahl Hauptmann Karl-Heinz Hesse den angetretenen Kompanien: „Zum Feiern nach vorn wegtreten.“ Diesen Befehl befolgten die Schützen gerne.

Auch interessant

Kommentare