Brillianter Live-Auftritt mit viel Applaus belohnt

Sängerin Viktoria Nierhaus begeistert Publikum bei Hofkonzert in Flechtdorf

Viktoria Nierhaus überzeugte bei dem Song „Ich lass los“ als Elisa aus Disneys „Eiskönigin“. Begleitet wurde die bei dem Hofkonzert in Flechtdorf von Heiko Seibel (links).
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Viktoria Nierhaus überzeugte bei dem Song „Ich lass los“ als Elsa aus Disneys „Eiskönigin“. Begleitet wurde die bei dem Hofkonzert in Flechtdorf von Heiko Seibel (links).

Richtig glücklich darüber, endlich wieder einmal Beifall zu hören, war Viktoria Nierhaus bei ihrem Konzert auf dem Hof ihrer Familie in Flechtdorf, die Begeisterung des Live-Publikums war ein erfrischendes Erlebnis.

Ein vielseitiges Programm voller Höhepunkte mit exemplarischen Darbietungen aus jedem Genre bot denn auch Anlass zu gern und reichlich gespendetem Applaus. Mit Country-Klängen eröffneten Viktoria Nierhaus und ihr Begleiter Heiko Seibel die sanftere erste Hälfte des Konzerts. Der Song „Jolene“ von Dolly Parton geriet gleich zur ersten eindrucksvollen Demonstration der Intonationskunst, im Verlauf der Interpretation stimmte die ehemalige Stimme der Band „Cazara“ den Namen Jolene in immer neuen Betonungen und Nuancen an.

Noch eine Spur differenzierter geriet die erste Premiere des Abends: In „ Wie schön du bist“ von Sarah Connor war jedes Wort und jede Wendung mit Bedeutung aufgeladen, ein Optimum in Sachen Interpretation, das keinen im Publikum ungerührt ließ und auch in Sachen Beifall eine Bestmarke bedeutete. Nahe am Original, aber mindestens genau so gut, war nur ein Teil der Erfolgsgeschichte dieses sehr gut besuchten Hutkonzerts, Klassiker mit anderem Akzent und Favoriten mit persönlicher Note (in der Art der Tauschkonzerte) bildeten die zweite Säule des Repertoires. Simon und Garfunkels munterer Hüpfer „Cecilia“ hatte in der ersten Hälfte einen Gala-Auftritt als Power-Ballade.

Interpretin verlässt sich bei Konzert in Flechtdorf auf ihre stimmlichen Qualitäten

Nach der Pause erwies sich die unplugged-Version von „Bohemian Rhapsody“ als Gipfel in Sachen Aneignung. Dabei blieb die balladeske Eröffnung nahe am Vorbild, aber bei der Aufführung des vertrackten Mittelteils (Galileo-Maginificat), der bei der Entstehung des Originals mit allen Mitteln der Vielspurtechnik verwirklicht wurde, konnte sich Viktoria Nierhaus ganz auf ihre stimmlichen Qualitäten und ihr Gespür als Interpretin verlassen und bewältigte die vokale Tour der Force mit Bravour. Eine Hommage an die sanfte Seite von Queen hatte sie zuvor schon mit „Somebody to love“ und „Love of my Life“ geboten. Die Musik von Freddy Mercury und Brian May erwies sich als eines der musikalischen Bindeglieder im Programm, Songs von Lady Gaga erklangen auch in beiden Hälften des Konzerts.

Als Bekenntnis zur persönlichen Einzigartigkeit jedes Menschen bildete „Born this way“ ein starkes Bekenntnis zur Toleranz. Zugleich bot der Instrumentalpart einen Moment im Rampenlicht für Heiko Seibel, der auch als Boogiepianist beim Intro zu „Lay down Sally“ glänzen konnte. Als sanfter Kontrast im rockigeren zweiten Teil eröffnete „Shallow“ aus der Neufassung von „A Star is born“ den Reigen der jüngeren Filmhits.

Auf das finale Vokalfeuerwerk folgt bei Konzert in Flechtdorf eine Zugabe

Den Abschluss eines musikalischen Höheflugs durch mehr als 50 Jahre Rock- und Popgeschichte bildete ein Titel, der selbst den jüngsten Zuhörern vertraut war: „Ich lass los“ aus Disneys „Eiskönigin“. Als Elsa brannte Nierhaus ein finales Vokalfeuerwerk ab, das gerade zu nach einer Zugabe verlangte. „Angels“ kannten die meisten Anwesenden auswendig, die letzte Zeile der Ballade von Robbie Williams ging denn auch ans Publikum. Von Armin Hennig

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