Rotenburger Meister Peter Kozeluh baut Pfeifen in der Kirche aus

Sanierung der Vasbecker Vogt-Orgel hat begonnen

Die Sanierung der Vasbecker Vogt-Orgel hat am vorigen Mittwoch begonnen: Der Rotenburger Orgelbaumeister Peter Kozeluh baut in der Kirche alle Pfeifen aus, um sie danach in seiner Werkstatt zu reinigen.
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Die Sanierung der Vogt-Orgel hat begonnen: Der Rotenburger Orgelbaumeister Peter Kozeluh baut alle Pfeifen aus, um sie zu reinigen.

Am vorigen Mittwoch begann die umfassende Sanierung der historischen Vogt-Orgel in der Vasbecker Michaelskirche. Orgelbaumeister Peter Kozeluh baute zunächst mit zwei Mitarbeitern in stundenlanger Arbeit das gesamte Pfeifenwerk aus.

Diemelsee-Vasbeck – Die Pfeifen werden in Kozeluhs Orgelbauwerkstatt Rotenburg in Rotenburg an der Fulda gereinigt und überholt. Weitere Gewerke werden vor Ort ausgeführt. Die neue Balganlage ist bereits gebaut. Außerdem soll die Orgel auf Kammertonlage umgestimmt werden, dazu müssen einige Pfeifen ausgetauscht werden.

Gebaut für die Kirche in Rhena

Die heutige Vasbecker Orgel stand ursprünglich in der romanischen Thomas-Kirche in Rhena. Der Korbacher Meister Jacob Vogt hatte sie 1877 für 1710 Goldmark gebaut.

Als die Vasbecker Kirche am 23. Juli 1940 durch einen britischen Luftangriff zerstört wurde, lag auch ihre 1880 erbaute Vogt-Orgel in Trümmern – sie war größer als das Instrument aus Rhena. Ein Neubau wäre der Gemeinde zu teuer gewesen. Da passte es gut, dass die Rhenaer ihr Instrument austauschen wollten. So übernahmen die Vasbecker 1952 deren Vogt-Orgel für 4150 Mark. Der Kasseler Orgelbaumeister Werner Bosch stellte sie auf.

Beim Einbau 1951/52 änderte er das hölzerne Gehäuse nach dem damals modernen Geschmack ab: Er ließ die romanischen Bögen des Prospekts und den „Deckel“ weg. Dadurch konnte Staub in die Orgelpfeifen gelangen.

Außerdem baute Bosch zwölf neue Diskantpfeifen ein, die das Register der „Zartflöte“ um eine Oktave nach unten setzten. Das Ergebnis überzeugte Kirchenmusiker nicht, deshalb soll die Orgel wieder umgestimmt werden.

Neues Prospekt nach Vogts Plänen

Schreinermeister Heiko Emde aus Mühlhausen beginnt unterdessen mit der Rekonstruktion des Orgel-Gehäuses. Da die Original-Zeichnungen des Prospekts von Vogt noch vorliegen, hat Emde gute Vorlagen für den Bau. Das Prospekt hatte einst Rundbögen, die gut zur romanischen Kirche in Rhena passen, aber auch zur neuromanischen Kirche in Vasbeck.

Geld aus dem Kirchenerhaltungsfonds

Insgesamt 46 400 Euro haben die Vasbecker für die Generalsanierung der Orgel zur Verfügung: 23 200 Euro hat die Kirchengemeinde an Spenden eingesammelt, weitere 23 200 Euro stellt die Stiftung Kirchenerhaltungsfonds der Landeskirche bereit.

Spendenaktion gestartet

Die Vasbecker haben im Laufe von zwei Jahren zahlreiche Aktionen gestartet, um die Spenden zusammenzubekommen. Es gab Benefizkonzerte, ein „Kirchenkino“, der Erlös eines Gemeindefestes floss in den „Spendentopf“. Am 22. Januar wurde die Gemeinde in Kassel offiziell in den Kirchenerhaltungsfonds aufgenommen – als einzige aus dem Kirchenkreis Twiste-Eisenberg. Der Fonds verdoppelt alle gesammelten Spenden. Dies ermöglicht es, alle geplanten Arbeiten umzusetzen.

Einweihung zu Ostern 2021

Die umfangreiche Sanierung muss bis zum Ostersonntag 2021 abgeschlossen sein, dann soll die Orgel in einem feierlichen Gottesdienst mit anschließendem Festakt eingeweiht werden. Dazu hat sich auch die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Beate Hofmann, angekündigt.

Während der Sanierungsarbeiten steht der Gemeinde ein Orgelpositiv zur Verfügung, das am Volkstrauertag im Gottesdienst mit Pfarrer Dr. Andreas Nissen erstmals genutzt worden ist. (red/-sg-)

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