Touristiker Klaus Hamel stellt das Konzept für einen Raderlebnispark vor

Sechs reizvolle Radtouren sollen durch Diemelsee führen

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Radfahren ist in – deshalb will die Gemeinde Diemelsee das Konzept des Touristikers Klaus Hamel für einen Raderlebnispark umsetzen, alle 13 Ortsteile sollen in den Ausbau des Wegenetzes mit einbezogen werden.

Diemelsee-Adorf - Sechs Radwege unterschiedlicher Länge sollen künftig durch die Gemeinde Diemelsee führen. So sieht es das Konzept für einen Raderlebnispark vor, das Klaus Hamel von der Tourist-Information in Heringhausen zusammengestellt hat. Die Gemeindevertreter wollen es umsetzen.

Klaus Hamel stellte das Konzept  am Freitag den Gemeindevertretern vor. Sie nahmen das etwa 345 000 Euro teure Projekt an. Keine Mehrheit fand die CDU mit ihrem Antrag, einen spektakulären Rastplatz auf dem Diemelsee aus Kostengründen zu streichen. 

Das Radfahren boome immer stärker, gerade in den Mittelgebirgen, sagte Hamel. Doch in der Gemeinde seien derzeit lediglich die elf Kilometer des Diemelradweges und die „Genussradeltour“ von Willingen zur Diemeltalsperre ausgeschildert, berichtete er. „Sonst haben wir keine beschilderten Radwege.“ 

Vier Ziele des Konzeptes:

Mit dem Raderlebnispark verfolge er vier Ziele: 

  • Es will die Ferienregion Diemelsee wettbewerbsfähig halten, 
  • es will die Bahnhöfe in Marsberg, in Bad Arolsen, Korbach und in Willingen und Usseln an das Diemelseer Wegenetz anbinden, 
  • es will Diemelsee an Radfernwege anbinden, 
  • es will die „Nahmobilität“ in der Gemeinde fördern. 

Dazu solle in Diemelsee ein Radwegenetz von 132 Kilometern Länge ausgebaut werden, berichtete Hamel. Urlauber und Einheimische sollen sechs verschiedene Routen nutzen können: 

  • den Diemelradweg, der auch Westfalen anbindet, 
  • die neue Stadt-Land-See-Tour soll über 35 Kilometer vom Diemelsee bis nach Korbach führen, 
  • die Panorama-Radel-Tour ist eine 54 Kilometer lange „sportlich ambitionierte“ Rundtour, die alle 13 Ortsteile einbindet, sie soll individuell planbare Etappen erlauben – „die wird ein Highlight werden“, betont Hamel,
  • die „Diemelschleife“ führt über elf Kilometer rund um den See und ist auch für Familien gut geeignet, 
  • die Rundtour Rhenegge verläuft über Padberg und Heringhausen nach Rhenegge zurück und wird 21 Kilometer lang, 
  • der Adorf-Rundweg führt über zehn Kilometer zum Besucherbergwerk, zur Martenberg-Klippe und zum „Rosenschlösschen“. 
Klaus Hamel von der Diemelseer Tourist-Information hat das Konzept für den Raderlebnispark mit sechs Touren ausgearbeitet.

Die Stadt Korbach habe der Anbindung bereits zugestimmt, berichtete Hamel. Mit Bad Arolsen gebe es Gespräche, von Vasbeck aus eine Radweg-Verbindung in die Barockstadt und vielleicht weiter bis zum Twistesee zu schaffen. Damit wäre Diemelsee auch an den Oranje-Fernweg angebunden. Mit Marsberg seien noch Abstimmungen vorgesehen. 

Zur Umsetzung müssten auf fünf Strecken 11,8 Kilometer geschotterter Weg aufbereitet werden, sagte Hamel, mehr als 100 Kilometer asphaltierte Wege bestünden bereits. Außerdem sollen an 130 Standorten einheitliche Wegweiser sowie 17 Infotafeln aufgestellt werden. Im Feld Ittlar und am Nigelscheid sollen zwei Schutzhütten gebaut werden. 

Rastplatz auf dem Diemelsee

Außerdem sind 13 Rastplätze mit 26 Bänken und 13 Tischen geplant. Der Clou: ein Rastplatz, der auf einem Ponton auf dem Diemelsee schwimmt. Außerdem kämen noch Planungskosten und das Marketing hinzu. Mit dem Erlebnispark sei Diemelsee „zukunftsfähig aufgestellt“.

„Das Konzept ist der richtige Weg in die Zukunft“, urteilte Bürgermeister Volker Becker. Es erweitere die Rad-Infrastruktur in der Region und passe somit auch in die Konzepte von Kreis und Land. Bei Gesprächen in Wiesbaden sei ihm bereits eine Landesförderung von etwa 70 Prozent in Aussicht gestellt worden. 

Ladestationen für E-Bikes

Elke Jesinghausen fragte nach Ladestationen für E-Bikes. Die würde er gern in Zusammenarbeit mit der Gastronomie aufstellen, sagte Hamel. So könnten Radler gemütlich einen Kaffee trinken, während ihr Akku auflade.

 „Die SPD begrüßt die Konzeption“, sagte SPD-Fraktionschef Martin Tepel. Radfahren sei in, eine gute Förderung sei zu erwarten, „wir sind guter Dinge, dass wir es zeitnah umsetzen können.“ 

Für die FWG lobte Klaus-Dieter Becker die „sehr gute Arbeit“ Hamels, „dieses Highlight sollten wir uns nicht aus der Hand nehmen lassen.“ Das Wegenetz nutze Gästen und den Diemelseern, den Ponton auf dem See könnten auch Wanderer nutzen. 

Debatte um den Ponton

Die CDU sehe den Bedarf, das Radwegenetz auszubauen, sagte die CDU-Fraktionschef in Dr. Beate Schultze. Allerdings entstehe an der Heringhäuser Uferpromenade gerade ein „Amphitheater“ – da brauche es den 63.000 Euro teuren Ponton nicht. Sie beantragte, ihn zu streichen. 

Dieser Rastplatz lade zum Verweilen ein und solle nicht wegfallen, fand Jan-Christoph Meier von der FDP. Seine Fraktionschefin Stephanie Wetekam sprach sich hingegen für die Streichung aus: „Wir sollten nur tun, was nötig ist.“

 Tepel mahnte, auf die Anstrengungen der Nachbarn zu blicken, etwa nach Willingen: „Die klotzen nur.“

Schließlich lehnte eine Mehrheit aus SPD und FWG den CDU-Antrag ab. Im Gegenzug stimmten CDU und FDP gegen das Konzept mit dem Ponton und unterlagen der SPD-FWG-Mehrheit. (-sg-)

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