„Sauerlandkänguru“ auf Wiese in Gemeinde Diemelsee eingefangen

Skippys Reise endet im Waldecker Land

Diemelsee-Schweinsbühl - „Sauerlandkänguru“ Skippy hat wochenlang Schlagzeilen produziert. In Schweinsbühl endete der Streifzug des Beuteltiers.

Vielleicht wurde Skippy der Rummel im Sauerland zu groß: Seit Anfang Juni hüpfte das Känguru durch den Hochsauerlandkreis, besonders aus Brilon und Olsberg berichteten Menschen, es gesehen zu haben. Im Waldecker Land endete nun seine Reise: Auf einer Wiese nahe Schweinsbühl wurde Skippy gefangen. Dass es sich um das schlagzeilenträchtige Tier handelt, ist wahrscheinlich: In Waldeck-Frankenberg wird laut Veterinäramt kein Känguru vermisst, das Schweinsbühler Känguru gleicht Skippy-Fotos aufs Haar. Entdeckt haben das Beuteltier vorgestern Karl-Friedrich Trachte, Jürgen Saure, Ludwig Eierding und Lothar Döbelt, als sie Wanderschilder befestigten. Am nächsten Tag war das Tier noch immer da, anscheinend kam es von der umzäunten Wiese nicht mehr herunter. „Es muss einen großen Satz gemacht haben, um über den Zaun zu kommen“, vermutet Karl-Friedrich Trachte. „Aber jetzt ist es vielleicht zu schwach, um zurückzuspringen“, fügt Ludwig Eierding hinzu. Wie lange das Tier schon auf der Wiese verharrte, wissen sie nicht, es verhielt sich unauffällig: Meist saß es ruhig im Schatten, knabberte an Gras und Blättern und sprang nur geschwind davon, wenn Beobachter es verschreckten. Aus Sorge um das Tier alarmierten die Männer Polizei und Tierheim, die das Veterinäramt einschalteten. Bis Freitagabend über versuchten dessen Mitarbeiter, einen Tierarzt zu erreichen, der Skippy betäuben konnte – einfach in Freiheit bleiben könne Skippy nicht, erklärt Fachdienstleiter Martin Rintelen, im Winter könne er sich kaum ernähren. Am Abend rückte dann die Usselner Tierärztin Carolin Stolpe aus: Sie traf Skippy mit einem Betäubungspfeil, das Männchen ging nach wenigen Minuten zu Boden. Mit Karl-Friedrich Trachtes Hilfe fixierte sie das augenscheinlich unverletzte Tier, die beiden beruhigten es, bis Markus Lange und Doris Schneider-Lange eingetroffen waren: Die Medebacher halten bereits Kängurus und nehmen Skippy bei sich auf. Wie es mit ihm weitergeht, zeigt sich nächste Woche, bislang hat sich kein Besitzer gemeldet. Von Wilhelm Figge

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