Gemeindebrandinspektoren Karl-Wilhelm Römer, Thorsten Behle und Uwe Becker teilen sich die Arbeit auf

An der Spitze der Diemelsee Feuerwehr herrscht Teamarbeit

Teamarbeit an der Spitze der Diemelsee Feuerwehr. Von links zu sehen sind die drei Gemeindebrandinspektoren Uwe Becker Wilhelm Römer und Thorsten Behle. Seit fünf Jahren teilen sie sich ihre Aufgaben auf. Foto: Schilling
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Teamarbeit an der Spitze der Diemelsee Feuerwehr. Von links zu sehen sind die drei Gemeindebrandinspektoren Uwe Becker Wilhelm Römer und Thorsten Behle. Seit fünf Jahren teilen sie sich ihre Aufgaben auf.

An der Spitze der Diemelsee Feuerwehr herrscht Teamarbeit: Gemeindebrandinspektor Karl-Wilhelm Römer und seine beiden Stellvertreter Thorsten Behle und Uwe Becker teilen sich die Arbeit auf.

Während Gemeindebrandinspektor Karl-Wilhelm Römer Beförderungsurkunden unterzeichnet, stimmt er sich kurz mit seinen beiden Stellvertretern Thorsten Behle und Uwe Becker ab: Wer besucht welche Jahreshauptversammlung der Ortsteilwehren? Schnell sind sie sich einig. Führung in der Diemelsee Feuerwehr? „Wir funktionieren als Team“, betont Römer.

Als er 2015 sein Amt antrat, führte er die „Vision 2020“ ein. „Wir mussten uns strategisch aufstellen“, sagt Römer. Er entwickelte eine Struktur aus einer kollektiven Führung an der Spitze und zwei untergeordnete Ebenen. 

Die zwölf Einsatzabteilungen verfügen derzeit über 327 Aktive, darunter 37 Frauen. „Bei so vielen Ortsteilwehren und Mitgliedern geht es nur, wenn wir uns die Arbeit aufteilen“, sagt Behle. Das laufe auch harmonisch, das Trio ergänze sich. 

„In den vergangenen zehn Jahren haben wir nie ein hartes Wort sprechen müssen“, sagt Römer. Diese Einigkeit „strahlt auf die Mannschaft aus“. 

Die drei „Chefs“ haben untereinander Arbeitsschwerpunkte gebildet. Thorsten Behle kümmert sich um die Ausbildung und Übungen, Uwe Becker um den Atemschutz und die Alters- und Ehrenabteilung, Karl-Wilhelm Römer um Verwaltungsaufgaben und Beschaffungen. 

Die zweite Ebene

Zweite Ebene ist der Ausschuss der Wehrführer. „Sie halten uns den Rücken frei – anders geht es auch gar nicht“, sagt Römer. „Durch die enge Abstimmung miteinander können wir viel bewegen“, sagt er. „Nur gemeinsam sind wir stark.“

 Jährliche Fahrten dienen auch der Teambildung, im Juni geht es zur Fachmesse Interschutz nach Hannover. 

Die dritte Ebene

Die dritte Ebene sind vier fachspezifische Gruppen: 

  • das Team Technik,
  • das Team Führerschein, 
  • das Team Kleiderkammer 
  • und das Team Atemschutz. 

So werkeln die Gerätewarte nicht für sich in ihren Dörfern, einmal im Jahr kommen sie zur Überprüfung von Fahrzeugen und Geräten in Adorf zusammen. Auch die Kameradschaft untereinander wird dabei gepflegt.  Und jede Ortsteilwehr hat zentrale Ansprechpartner. 

Feuerwehr wächst zusammen

Erwünschter Nebeneffekt: Die Einsatzabteilung wird eine Einheit. „Wir müssen das Kirchturmdenken überwinden“, mahnt Römer. „Wir sind eine Feuerwehr.“

 Die Ortsteile wüchsen Stück für Stück zusammen, berichtet Behle, sichtbares Zeichen: Wehren verabredeten sich inzwischen auch untereinander zu Übungen. Das motiviere. 

Wichtig sei auch die richtige Ansprache der Aktiven, erklärt Römer. Vom Bäcker und Friseur bis zum Ingenieur komme eine große Bandbreite an Berufen zusammen. „Unsere Aufgabe ist es, wie in Unternehmen zufriedene Mitarbeiter zu haben.“ Grundsatz sei: „Wir sind nur so stark wie die Mannschaft, die hinter uns steht.“ 

Gute Ausstattung motiviert

Ebenso wichtig: Die Feuerwehr werde von der Gemeinde und Bürgermeister Volker Becker gut unterstützt, hebt Römer hervor. Neben der Ausstattung vom Helm über Schutzanzüge bis zum Gerät gebe es noch die Vereinsförderung. Eine gute Ausrüstung motivierte die Aktiven, stellt Becker fest. Werde ein neues Fahrzeug ausgeliefert, kämen mehr Aktive zu Übungen. Und mehr nähmen an Schulungen teil. 

Was steht in den nächsten fünf Jahren an? Eine Herausforderung sei, bei Tageseinsätzen genügend Aktive zusammenzubekommen, erklärt Römer. „Das könnte besser sein.“ Problem: Viele Aktive arbeiten auswärts. Gerade bei Schichtwechseln kann es eng werden. Allerdings gebe es ein konstant hohe Zahl von Aktiven und eine motivierte Rumpfmannschaft, betont Römer. "Ohne sie geht es nicht."

Nachwuchs gewinnen

Größere Sorgen bereite ihm die Jugendarbeit. Es sei ein gesellschaftliches Perioblem, genügend nachwuchs zu gewinnen. Er wünsche sich, dass Eltern nicht nur an Sportangebote dächten, sondern ihre Kinder für den ehrenamtlichen Einsatz in den Kinder- und Jugendfeuerwehren motivierten. Außerdem will die Feuerwehr enger mit der Adorfer Mittelpunktschule zusammenarbeiten.

Neue Fahrzeuge

 Die Feuerwehr erhält drei neue Fahrzeuge. Im Herbst sollen die Vasbecker ihr Löschgruppenfahrzeug 10/Katastrophenschutz und die Deisfelder ihr Tragkraftspitzenfahrzeug-Logistik erhalten, außerdem soll dieses Jahr der Bewilligungsbescheid fürs Adorfer Hilfeleistungslöschfahrzeug 20 kommen. 

Damit sei der größte Teil des Bedarfs- und Entwicklungsplanes für die Feuerwehr umgesetzt, sagt Römer. Bei Gebäuden und Fahrzeugen „spielen wir kreisweit in der oberen Liga“, stellt er fest. Das bescheinigt der technische Prüfdienst den Diemelseern.

 Als nächstes gelte es, den Plan fortzuschreiben. So ist die Anschaffung eines weiteren Tragkraftspitzenfahrzeugs mit Wassertank vorgesehen. Dann geht der „Ringtausch“ von Fahrzeugen innerhalb der Ortsteilwehren weiter. Ersetzt werden muss auch der Mannschaftstransporter. Im Zuge der kreisweiten Beschaffungsaktion seien 60 Atemschutzgeräte umgerüstet worden, berichtet Uwe Becker. Diese interkommunale Zusammenarbeit sei sinnvoll. Die Gemeinde least die neuen Geräte.

 Bewährt hat sich die von Klaus Fischer und Andreas Figge betreute zentrale Kleiderkammer. Sie gewährleiste einen „vernünftigen Standard“, urteilt Römer, Aktive könnten schnell komplett ausgestattet werden. 

Kein Problem gebe es mit Arbeitgebern: Sie stellen Aktive ohne Umstände für Einsätze frei. 

Viel Freizeit geopfert

Trotz der Arbeitsaufteilung haben die drei Gemeindebrandinspektoren noch allerhand in ihrer Freizeit zu leisten. Folge: Ihre Familien müssen oft auf sie verzichten. Römer: „Es steckt ein Haufen Freizeit fürs Gemeinwohl und die Sicherheit in Diemelsee drin.“

Doch das Trio ist sich einig: Ihr Führungsprinzip hat sich bewährt. Das sehen auch die Aktiven so: Bei ihrer Jahreshauptversammlung vor knapp anderthalb Wochen haben sie es mit hohen Zustimmungswerten bestätigt. (-sg-)

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