Musiker im Portrait

Starke Soul-Stimme: Viktoria Nierhaus aus Flechtdorf

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Vor allem gefühlvolle Soul-Songs liegen Sängerin Viktoria Nierhaus.

Rock, Pop, Soul oder Heavy Metal: Zahlreiche Solokünstler und Bands aus Waldeck-Frankenberg sorgen für handgemachten Sound. In einer Serie stellen wir Musiker vor. Heute: Viktoria Nierhaus aus Flechtdorf.

Flechtdorf – Mit einer Band ohne Namen im Heimatort der damals 13-Jährigen ging es los. Eher durch Zufall kam Viktoria Nierhaus, geborene Rohde, als Sängerin zu der Musikgruppe. „Da habe ich zum ersten Mal gedacht, dass ich vielleicht tatsächlich singen kann“, sagt sie. Schließlich machte sie bei der Rock-AG der Alten Landesschule mit und rutschte zufällig auch in die Big Band der Christian-Rauch-Schule in Arolsen und war Mitbegründerin der bekannten Korbacher Band „Cazara“. Stets stand sie als Solistin im Fokus.

Dabei ist das Rampenlicht der 29-Jährigen nicht wichtig. „Den großen Auftritt brauche ich nicht“, sagt sie. Im Mittelpunkt stehen soll ihre Musik. Am liebsten singt sie Lieder aus dem Bereich Soul, aber auch Rock-Klassiker stehen immer mal wieder auf ihrer Setlist. Eher ruhig und gefühlvoll sei ihr Gesang.

Als Hochzeitssängerin wird sie oft gebucht

Das wissen mittlerweile Musikfans aus ganz Deutschland zu schätzen. Oft wird sie als Hochzeitssängerin gebucht, dieses Jahr ist sie unter anderem bei Trauungen in Gießen und Frankfurt. Eine Anfrage aus Augsburg hat sie abgelehnt, der Aufwand wäre einfach zu groß. „Für mich ist es eine Ehre, bei Hochzeiten zu singen.“ Manches Mal stehen sogar zwei Eheschließungen am Tag an. Begleitet wird sie dabei oft von Heiko Seibel am Klavier.

Doch auch immer wieder steht Nierhaus bei eigenen Konzerten auf der Bühne, manches Mal auch mit befreundeten Musikern wie Mark Freier. „Mir ist es wichtig, dass wir Musiker uns gegenseitig unterstützen.“ Gibt einer von ihnen ein Konzert, versucht sie als moralische Unterstützung im Publikum dabei zu sein. Konkurrenz untereinander? Gibt es nicht.

Auch ihren bislang größten Erfolg hatte sie mit einer befreundeten Sängerin: Caro Best aus Korbach. Zusammen sangen sie als „Two Voices“ im vergangenen August. Ein halbes Jahr hatten die beiden Sängerinnen geprobt, sich um die Technik und die Versorgung der Zuschauer gekümmert, die gesamte Vorbereitung zu zweit gestemmt. „Und die Resonanz war unglaublich“, sagt Nierhaus. Auf 200 Besucher hatten sie damals gehofft, gut 400 seien gekommen. Eine Neuauflage ist in diesem Dezember geplant.

Viktoria Nierhaus studiert in Kassel auf Lehramt

Bis dahin hat die verheiratete Mutter eines Dreijährigen einen vollen Terminkalender: Für 2020 ist sie komplett ausgebucht, für 2021 schon teilweise. Derzeit muss sie das Lehramtsstudium der Wirtschaftspädagogik in Kassel mit der Kindererziehung, Auftritten und der Arbeit als Vertretungslehrerin unter einen Hut bekommen. In Zukunft möchte sie mehr Musik machen. Allerdings nehme sie nicht jeden Auftrag an. „Es soll authentisch sein“, betont sie.

Nicht jede Richtung liege ihr, nicht alles könne sie mit ganzem Herzen singen. Und das ist ihr Anspruch. Entsprechend wählt sie auch neue Lieder für ihr Repertoire aus: Nach Gefühl. Immer und immer wieder singt sie es dann, entwickelt es so weiter bis es einen Vikoria-Nierhaus-Touch hat.

Trotz zahlreicher Auftritte: „Ich bin immer noch extrem aufgeregt vor einem Auftritt.“ Besonders trifft das auf den 21. März dieses Jahres zu. Dann wird sie beim Box-Event von Mario Jassmann in Korbach die deutsche Nationalhymne singen. Für jeden Sänger ist das eine besondere Herausforderung.

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