33-Jähriger berichtet von 16-monatiger Weltreise - Derzeit auf Island

Manuel Rabanus aus Stormbruch: Mit dem Rucksack um die ganze Welt

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Unterwegs mit dem Bulli: Manuel Rabanus ist Globetrotter aus Leidenschaft. Das Foto entstand vor kurzem auf den Färöer Inseln. 

Mit dem Rucksack bis ans Ende der Welt, mit dem Bulli durch Island: Manuel Rabanus aus Stormbruch ist Globetrotter aus Leidenschaft.

Diemelsee – Immer wieder zieht es den Stormbrucher hinaus in die Welt. Nicht nur einmal hat er fürs Reisen bereits Job und Wohnung gekündigt.

Mit dem Rucksack unterwegs sein, das war 2015 noch neu für Manuel Rabanus. Auf Island und in den USA war er schon einmal, doch das Gefühl, spontan und frei sein zu können, nicht immer alles exakt durchzuplanen, das sei erst auf der Reise nach Indonesien 2015 gekommen, erzählt er. Mit Zug und Bus war er dort unterwegs, sauste auf Bali mit einem Roller entlang der Reisfelder – und lernte auf einem Bootstrip zur Insel Lombok seine heutige Freundin Paula Michel kennen. Gemeinsam waren die beiden noch in Bangkok, doch für Rabanus stand die Rückreise an. „Ich hatte schon einen neuen Arbeitsvertrag in der Schweiz unterschrieben“, sagt er.

Auf einem Parkplatz im indischen Ra jasthan hat der Stormbrucher diesen Mann fotografiert.

Dort lebt der 33-Jährige seit einigen Jahren, arbeitet als Werbetechniker. Spontan sei die Entscheidung damals gewesen, in die Schweiz zu ziehen. Doch für seine Zwecke war sie genau richtig: Man verdiene gut, sagt er. Er führe ein einfaches Leben, der größte Teil des Gehalts wird für Reisen gespart. Alles sei eine Frage der Prioritäten.

Anderthalb Jahre arbeitete das Paar nach dem Kennenlernen und sparte auf die ganz große Tour, die in Namibia in Afrika begann und in Neuseeland endete, wo beide für vier Monate blieben, ehe es nach insgesamt 16 Monaten wieder zurück nach Hause ging.

In traumhaften Bildern um die Welt: Fotos von Globetrotter Manuel Rabanus

Ein Auto mieteten die beiden, ein Allrad mit Dachzelt, und fuhren damit mehr als 10 000 Kilometer durch mehrere Länder Afrikas, sahen Wüsten und Nationalparks, fuhren schließlich mit dem Bus nach Kapstadt, machten in Port Elizabeth den Tauchschein und fuhren mit dem Auto die Küste hinauf nach Johannesburg. Doch das emotionalste Erlebnis hatte das Paar mit dem Holzschnitzer Shylock aus Simbabwe. Spontan organisierten sie damals eine große Spendenaktion, um ihn und seine Familie zu unterstützen, damit sie ein kleines Haus bauen und für ein Jahr die Schulgebühren bezahlen konnten.

Über die Seychellen ging es weiter nach Indien, ein zwar schönes, aber dennoch chaotisches Land, wie Rabanus erzählt. Einen Monat reisten die beiden dort herum, machten unter anderem eine Kameltour durch die Wüste, wo sie unter freiem Himmel schliefen, und flogen dann weiter nach Sri Lanka, besuchten Thailand, Myanmar und Borneo, wo sie sich über Orang-Utans gefreut und riesige Palmölplantagen erschrocken haben. Für einige Wochen flog Manuel Rabanus von Asien aus nach Stormbruch, um dort das Schützenfest und die Hochzeit eines Freundes zu feiern.

Fortgesetzt wurde die Rucksacktour schließlich auf den Philippinen und dann in Neuseeland, wo Manuel und Paula spontan zu Housesittern wurden. Ein Einheimischer, den sie vorher nie getroffen hatten, bat sie um Hilfe, am Ende waren sie knapp eine Woche allein in seinem Haus, während der Besitzer unterwegs war. „Aus deutscher Sicht klingt das naiv, aber der Menschenschlag dort ist ganz anders“, sagt der 33-Jährige. In vielen Ländern haben die Reisenden besondere Gastfreundschaft erfahren. Gerade die Menschen, die selbst kaum etwas zum Leben haben, beispielsweise in Afrika, seien sehr selbstlos.

Das Menschliche ist es denn auch, das den Stormbrucher interessiert. Er wolle bei seinen Reisen nicht nur Hot Spots abklappern, sondern Land und Leute wirklich kennen lernen.

Im Krüger Nationalpark in Südafrika hat Rabanus diese Elefanten fotografiert.

Das Zurückkommen nach der großen, 16-monatigen Reise sei schwierig gewesen. „Wir wussten nicht, was uns erwartet.“ Wieder lebten und arbeiteten sie in der Schweiz, sparten Geld für weitere Reisen. Und wieder kündigten sie Job und Wohnung, wollten noch einmal nach Afrika – als Corona kam. Die Pandemie warf jede Planung um, beide kamen jeweils für ein paar Monate bei den Eltern unter.

Seit kurzem sind sie nun wieder unterwegs, erst auf den Färöer Inseln, derzeit auf Island, überquerten dort den Polarkreis. Währenddessen warten sie auf eine Entscheidung aus Kanada. Dort wollen sie 2021 leben, reisen und arbeiten. Auch Südamerika steht noch auf der Liste. Ob das Paar irgendwann sesshaft wird? Zunächst wollen sie weiter reisen, sagt Rabanus. „Wir wüssten auch gar nicht, wo wir leben sollten.“

Viele Fotos von den Reisen gibt es auf der Internetseite von Manuel Rabanus.

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