Beste Stimmung bei der Sitzung in der Walmehalle - Kinderkarneval kommt gut an

Tänze, Tratsch und Tusch: Vasbecker feiern Karneval

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Gute Laune im Publikum: Zahlreiche Narren strömten am Samstag in die Walmehalle, um ausgiebig zu feiern.

„Ob Köln oder Mainz, in Vasbeck ist der TSV die Nummer eins.“ Unter diesem Motto feierten die Vasbecker am Samstag ihre Karnevalssitzung. Ein Motto, das gleich das nächste Fest ankündigt, denn der TSV feiert in diesem Jahr auch sein 75-jähriges Bestehen.

Seit mehr als zehn Jahren moderiert Traudel Engelhard die Vasbecker Karnevalssitzungen. Ein bisschen Lampenfieber aber hat sie noch immer. „Ich weiß gar nicht so genau, wann ich angefangen habe. Ich bin irgendwie so reingerutscht. Aber egal ob es zehn oder zwölf Jahre sind, das erste Helau auf der Bühne aber ist für mich noch immer das schwerste. Wenn dann aber aus dem Zuschauersaal ein fröhliches Helau zurückkommt, ist alles gut“, sagt sie.

Und fröhlich waren die Vasbecker in der vollbesetzten und aufwendig geschmückten Walmehalle, als pünktlich um 19.11 Uhr die Mädchen der Funkengarde Immighausen einmarschierten. Mit der ersten berühmten Vasbecker Welle zum Auftritt des „Chörchens des MGV Adorf“ war dann endgültig der Bann gebrochen.

Traudel Engelhard war längst in ihrem Element. Mit Witz und Humor nahm sie das dörfliche Leben auf die Schippe und so mancher im Saal wird sich wohl auch wiedererkannt haben. „In Zeitungen und im Internet sammle ich das ganze Jahr über Witze“, erklärt sie ihren schier unerschöpflichen Fundus „Kurz vor der Sitzung sortiere ich dann aus, schaue, was ich für uns umschreiben kann und dann passt das schon.“

Mit Witz: Moderatorin Traudel Enge lhard.

Dorfgeschichten und auch das Thema der Büttenrede von Ingetraut Steinbock ließ sie mit einfließen. Klatsch, Tratsch und aktuelle Themen aus der Dorfgemeinschaft wurden schließlich mit Witz, Humor und vielen Pointen vorgetragen – und natürlich mit Tusch und viel Applaus belohnt.

Christian Becker, Vorsitzender des TSV und selbst als Hafensänger gemeinsam mit Dirk Lutrup und Sven Behle-Grebe auf der Bühne aktiv, weiß, wie viel Arbeit in diesem Spaß steckt. „Viel Herzblut ist bei jedem dabei, Vorbereitungen und viele Proben gehören dazu. Ohne unsere Alten Herren vom Fußball wäre das alles nicht möglich. Natürlich werden sie von allen unterstützt, aber sie sind die wirklichen Organisatoren im Vasbecker Karneval“, sagte er.

Wie jung die Alten Herren geblieben sind, zeigten sie dann selbst mit ihrem „Tanz der Old Bones“. Die Knochen mögen vielleicht schon etwas älter sein, aber sie tanzten 15 Minuten voller Energie über die Bühne.

Ihre Trainerin Marianne Schilling war ihnen in den vergangenen elf Jahren dabei sicher ein gutes Vorbild. Mit 70 Jahren hat sie allerdings zum letzten Mal das Training und die Choreographie „ihrer“ Männer übernommen. „Eigentlich wollte ich schon letztes Jahr aufhören, aber dann kam der Protest. Wenn man schon mit dem Karneval aufhört, dann nach dem elften Jahr und so habe ich heute meinen Abschiedsorden bekommen. Es sind eben echte Karnevalisten“, sagte sie. „Es war eine wunderschöne Zeit und ich werde sie vermissen, aber mit 70 ist eben auch mal Schluss. Den heutigen Abend werde ich aber noch einmal aus vollem Herzen genießen.“

Nicht nur die Alten Herren waren nach ihrem Auftritt aus der Puste. Seit Anfang Januar hatten die 14 Tänzer der Dorfjugend ihren Auftritt geübt. Neue Hits, Lieder der Fußball-WM und als Zugabe ein Gardetanz. Unter dem Motto „Es lebe der Sport“ war mit Hilfe von Heidi Wetekam eine aufwendige und mitreißende Choreographie entstanden, die mit stehendem Applaus begleitet wurde.

Eine Art Tanz zeigten dann noch die ehemaligen Fußballer „Die 3 lustigen vier“ – und mit „We will rock you“ stimmte die „Alte-Herren-Karnevalsgruppe“ endgültig auf das große Finale ein. Helau Vasbeck – besser kann die Stimmung an Karneval nicht sein.

Kleine Narren singen und toben beim Kinderkarneval

"Können wir nicht schon anfangen? Es ist doch fast zwei Uhr.“ Die zehnjährige Alina Heyer konnte es kaum erwarten, mit ihren Freundinnen Mara Gerhold und Amrei Wetekam die närrische Bühne zu betreten. Am Sonntag gehörte die Walmehalle in Vasbeck den kleinen Karnevalisten – und die drei Mädchen führten zum ersten Mal als Moderatorinnen durch das Programm. 

„Wir waren total aufgeregt“, sagte Alina. Auch Amrei war „total nervös“ und Mara hatte sogar ein „bisschen Angst, Fehler zu machen“. Aber schon nach der ersten Moderationen waren sich alle einig: „Es klappt ganz gut, wir kriegen das hin und auch mit der Aufregung wird es besser.“ Sehr professionell erkannten sie schnell, dass die Vasbecker Welle mit den Kleinen noch nicht so gut funktioniert und riefen deshalb immer wieder mit großem Erfolg die Rakete auf. 

Kinderkarneval in Vasbeck: Bei den Sketchen hörten die Kleinen genau zu.

Hummeln, Bienen Astronauten, Punker, Feuerwehrmänner, Waldfeen, Schlümpfe Prinzessinnen, Polizisten, Piraten, Katzen und viele andere – alle waren da, sangen, tanzten und tobten durch die Halle. Sie hörten aber auch genau zu bei den kurzen Sketchen des Kindergartens Sinai. Und das „Spiel der Beine“ lockte viele Kinder ganz nah an die Bühne. Keiner wollte verpassen, was diese Gesellen dort auf der Bühne trieben. Zwischendurch gab es leckeren Kuchen, Pommes und Würstchen. 

Der Kinderkarneval hat eine gut 20-jährige Tradition in Vasbeck. Christian Becker, Vorsitzender des TSV, organisiert ihn seit einigen Jahren und weiß aus Erfahrung: „Die Kinder wollen sich vor allem austoben, Spaß haben und sich zeigen. Selbst die Kleinsten sind stolz auf ihre Kostüme. Sie kommen sogar aus vielen Nachbargemeinden, um hier zu feiern. Für die Dorfgemeinschaft ist der Sonntag genauso wichtig wie das Fest der Großen.“ Zwei Stunden wurde fröhlich getanzt und gesungen, bevor mit einer Polonaise ein aufregender Nachmittag endete.

Von Barbara Liese

Karneval in Vasbeck: Beste Stimmung in der Walmehalle

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