Überlebensstrategien für Tier- und Pflanzenarten im Naturpark Diemelsee

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Auf den Klimawandel reagieren: Der fünf Städte und Gemeinden und zwei Kreise umfassende Naturpark Diemelsee plant derzeit umfassende Projekte, um heimische Tier- und Planzenarten zu schützen und Heideflächen im Hochland auszuweiten.

Diemelsee. Neue Projekte sollen es Tier- und Pflanzenarten im Naturpark erleichtern, den Klimawandel zu bewältigen. Über die Pläne und die im Frühjahr abgeschlossenen Forschungen dazu berichtete Prof. Eckhard Jedicke im Diemelseer Parlament

Der Klimawandel wirkt sich auch auf die heimischen Tier- und Pflanzenarten aus: Wird es wärmer, „wandern“ einige Arten in höher gelegene Gebiete. Der Mensch kann ihnen dabei helfen – indem er ihnen „grüne Verkehrsachsen“ verschafft, also Verbindungen zwischen den verschiedenen Biotop genannten Lebensräumen.

Dies ist die wichtigste Erkenntnis eines Forschungsprojekts, das von 2014 bis zum April 2017 im Naturpark Diemelsee lief. Titel: „Biotopverbund als zentrale Strategie des Naturschutzes“. Der Bad Arolser Projektentwickler Prof. Eckhard Jedicke stellte den Diemelseer Gemeindevertretern am Freitag Ergebnisse und die weiteren Planungen vor.

Ziel bleibt, mit dem Bund ein Naturschutz-Großprojekt zu starten, um die Überlebensfähigkeit von teils seltenen und nur lokal vorkommenden Pflanzen- und Tierarten zu sichern. Dazu müssen ausreichend große und miteinander verbundene Biotope geschaffen und dauerhaft gepflegt werden.

Inzwischen liegt ein Konzept samt „Maßnahmenkatalog“ vor. Aus dem könnten sich Behörden, Kommunen oder Bauträger „bedienen“, sagte Prof. Jedicke – etwa wenn „Ausgleichsmaßnahmen“ für Bauten erforderlich sind.

Drei Projekte sind schon konkret:

  • Auf dem Willinger „Köppelchen“ soll eine 1,3 Hektar große Heidefläche erhalten werden - als „Ausgleichsmaßnahme“ für den Schwalefelder Sportlatz.
  • Das Projekt „Bergheiden im Rothaargebirge“ soll im Herbst starten. Dabei arbeiten die Naturparke Diemelsee und Sauerland/Rothaargebirge als Träger zusammen.
  • Parallel zum Heideprojekt werden die Anträge für das seit Jahren diskutierte Naturschutz-Großprojekt vorbereitet. Geld soll aus dem Förderprogramm „chance.natur“ des Bundesumweltministeriums für „Natur und Landschaften mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung“ kommen. Das Programm habe einen „großflächigen Ansatz“ und sei finanziell hervorragend ausgestattet – mehrere Millionen Euro könnten fließen, erläuterte Prof. Jedicke. Zwei Jahre würden fürs Konzept veranschlagt, dann werde die Umsetzung zehn Jahre lang gefördert. Derzeit würden die Projektskizze fachlich abgestimmt und die Fördergebiete festgelegt. Start könne 2020/21 sein.

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