Festgottesdienst und Gemeindefest an Pfingstmontag:

Vasbecker feiern den 140. Jahrestag der Grundsteinlegung ihrer Kirche

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Die neuromanische Vasbecker Kirche noch weitgehend im Erbauungszustand: Diese Aufnahme entstand 1933. Vor 140 Jahren war der Baubeginn, daran wird Pfingstmontag erinnert.

Diemelsee-Vasbeck. Pfingsten als das „Geburtstagsfest der Kirche“ wird in Vasbeck in diesem Jahr in besonderer Weise gefeiert: Die Kirchengemeinde gedenkt am Pfingstmontag dem 140. Jahrestag der Grundsteinlegung ihrer neuromanischen Michaels-Kirche am 21. Mai 1878.

Traurige Bekanntheit erlangte das Gebäude am 23. Juli 1940, als es britische Bomben um 2.40 Uhr weitgehend zerstörten. Es handelt sich um die erste zerbombte deutsche Kirche des Zweiten Weltkriegs. Standen bei bisherigen Jahrestagen und Gemeindefesten die Zerstörung und die Einweihung der in vereinfachter Form wieder aufgebauten Kirche im Fokus, so geht es in diesem Jahr um den Baubeginn vor 140 Jahren. 

Mehr als drei Jahrzehnte des Ansparens und Planens waren bis zum Abbruch der baufälligen romanischen Basilika und dem anschließenden Baubeginn vergangen. Den Neubau einer sogenannten „Musterkirche“ – nach den Grundsätzen des „Eisenacher Regulativs“ – plante der waldeckische Baudirektor Hermann Brumhard, fast sämtliche Arbeiten führte Bauunternehmer Johann Bartholomé aus Obermarsberg zum Gesamtpreis von rund 31 000 Mark aus. Eine große, zweimanualige Orgel mit elf Registern lieferte die Firma Vogt aus Korbach. 

Von der kunstvollen Ausgestaltung vor der Zerstörung zeugen lediglich einige Fotografien, daneben sind – angefangen von den Original-Bauplänen – zahlreiche Quellen vorhanden, sie dokumentieren die Kirchenbaugeschichte detailliert. 

Aus ihnen konnte August Orths Mitwirken herausgearbeitet werden: Der bedeutende Berliner Architekt hat seine Kindheit und Jugend im Waldeckischen verlebt, er gab während der Bauphase verschiedene Impulse, die sich in Anpassungen des Aussehens, der Statik und Akustik auswirkten. Damit steht in Vasbeck die einzige Kirche Waldecks, die – wenn auch nur in Details – seine Handschrift trägt. In Korbach hat der Ehrenbürger der Stadt das Pfarrhaus hinter der Kilianskirche erbaut, das heute Teil des Kreiskirchenamtes ist. 

Der markante Vasbecker Turmhelm mit seinen vier Giebeln als weithin sichtbares Erkennungszeichen des Dorfes geht auf einen seiner Änderungsvorschläge zurück. 

Der Kirchenvorstand um Pfarrer Sascha Biehn-Tirre lädt am Pfingstmontag um 10 Uhr zum Festgottesdienst unter Mitwirkung des Posaunenchors ein. Im Anschluss findet ein gemeinsames Grillen auf dem Kirchhof statt. 

Eine Bilderausstellung öffnet um 12.15 Uhr, Philipp W. Emde bietet ergänzend dazu eine Kirchenführung mit geschichtlichem Vortrag an. Erstmals werden auch einige der erhaltenen Original-Kirchenbaupläne sowie die nahezu vervollständigte Galerie ehemaliger Vasbecker Pfarrer ausgestellt. 

Sämtliche Spenden und Erlöse des Tages werden an den Vasbecker Orgelbaufonds überwiesen, das Instrument soll wie berichtet gereinigt und saniertwerden. (r)

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