Projekt „Seelenorte“ bietet 43 Ziele zum Entschleunigen

Wandern auf emotionaler Ebene in Diemelsee und im Upland

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Lohnendes Ziel: Unterwegs zu Seelenorten wie dem St. Muffert am Diemelsee sollen Wanderer „sich selbst einfach mal rausnehmen und zur Ruhe kommen“.

Willingen/Diemelsee – Das Projekt „Seelenorte“ bietet 43 Ziele zum Entschleunigen. Zehn davon liegen in Waldeck-Frankenberg.

Touristikfachleute aus dem Sauerland haben bei der Internationalen Tourismusmesse in Berlin aufhorchen lassen: 43 Plätze, Landmarken und Gebäude mit besonderer Ausstrahlung haben sie als Wanderziele gebündelt – als „Seelenorte“. Jeweils fünf davon liegen in Willingen und Diemelsee.

„Der klassische Meilenmacher, der sportlich wandert und einfach nur möglichst viel Strecke absolvieren möchte, macht nur einen Bruchteil unserer Wanderklientel aus“, erklärt Susanne Kleinsorge von der Tourist-Info in Winterberg. Sie und ihre Kolleginnen haben die Erfahrung gemacht, dass die Nachfrage nach standortgebundenen Touren zunimmt. „Die Leute möchten ein Ziel haben und sie möchten sich selbst einfach mal rausnehmen und zur Ruhe kommen“, erklärt die Touristikfachfrau.

Die Sauerland-Seelenorte sollen das Wandern in der Region auf eine neue, emotionale Ebene heben. Die Plätze sind völlig unterschiedlich in ihrer Art und doch alle von ähnlicher, inspirierender Energie beseelt. „Vertreter aus Tourismus, Kirche und Kultur haben in Workshops zusammengesessen und diese Orte benannt und inhaltlich erschlossen“, erklärt Wanderexpertin Sabine Risse vom Verein Sauerland-Tourismus. Auf ihre jeweils ureigene Weise sollen die Orte den Besucher dazu einladen, sie in aller Stille mit den eigenen Gedanken zu umkreisen, zu verstehen und vielleicht sogar eine persönliche Erkenntnis mitzunehmen.

Spirituell sind die Orte – in dem Sinne, dass sie seelische Bedürfnisse befriedigen, erklärt Willingens Tourismus-Manager Miro Gronau: „Die Sehnsucht nach Natur ist im Menschen ganz tief verankert.“ Bei den Seelenorten gehe es darum, bewusst zu genießen.

Das 249 000-Euro-Projekt wurde als besonders innovativ eingestuft und gefördert zu 50 Prozent vom Land Nordrhein-Westfalen, zu 30 Prozent durch die EU.

Jeder der 43 Orte hat übrigens einen Paten. Das ist jemand, der den Ort besonders gut kennt und etwas über ihn erzählen kann. Der Journalist, Buchautor und Moderator Michael Bleich hat all diese Stätten bereist, mit den Paten gesprochen und wird nach und nach zu jedem Ort Geschichten schreiben, die in einem Magazin erscheinen werden. Der renommierte Fotograf Klaus-Peter Kappest hat die Orte außerdem magisch in Szene gesetzt. „An den Orten soll kein Remmidemmi stattfinden – das wäre völlig gegen die Idee. Aber die Paten können dort sehr wohl kleine Veranstaltungen organisieren“, sagt Strenger. Gedacht ist etwa an Lesungen, Gottesdienste oder Sonnenaufgangs-Meditationen – eben was für die Seele.

VON THOMAS WINTERBERG UND WILHELM FIGGE

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