Waldecksches Diakonissenhaus Sophienheim stellt Pläne vor

Neues Seniorenheim in Adorf kostet rund 6,2 Millionen Euro

Bei der Vorstellung der Pläne fürs neue Adorfer Seniorenheim im Diemelseer Gemeindevorstand. Vorn von links: WDS-Vorstandschef Pfarrer Oswald Beuthert, Bürgermeister Volker Becker, WDS-Vorstand Stefan Kiefer und die Ingenieurin Ivonne Steinbach. Hinten: Gerhard Behle, Eckhard Köster, Hans Hiemer, Karl-Heinz Heinemann, Reinhold Kalföfer-Köchling und Ortsvorsteher Bernd Becker
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Bei der Vorstellung der Pläne fürs neue Adorfer Seniorenheim im Diemelseer Gemeindevorstand. Vorn von links: Pfarrer Oswald Beuthert, Bürgermeister Volker Becker, Stefan Kiefer und die Ingenieurin Ivonne Steinbach.

Insgesamt 6,2 Millionen Euro investiert das Waldecksche Diakonissenhaus Sophienheim in Bad Arolsen in den Bau des neuen Seniorenheims in Adorf. 

Der Vorstandsvorsitzende Pfarrer Oswald Beuthert und der neue Vorstand Stefan Kiefer stellten den aktuellen Planungsstand am Montag dem Gemeindevorstand vor. Auch der Adorfer Ortsvorsteher Bernd Becker nahm teil.

Bauherrin werde die WDS-Stiftung, bei der alle Immobilien gebündelt seien, berichtete Kiefer. Die Planung und Projektleitung liege beim Bad Arolser Büro Steinbach.

Mit 48 modernen Einzelzimmern

Geplant ist ein T-förmiger Gebäudekomplex. Die 48 Einzelzimmer liegen auf zwei Etagen in zwei Flügeln, die sich entlang der Flechtdorfer Straße erstrecken.

Die Ansicht: das Adorfer Seniorenheim von der Hofseite aus. Rechts ist einer der beiden Flügel mit Zimmern zu sehen, links steht der Funktionstrakt, in der Mitte der Zentralbau.

In der Mitte entsteht ein Zentralbau mit Terrasse und Balkon. Herzstück ist ein rund 120 Quadratmeter großer, abteilbarer Raum mit einer Küche. Ein Teil solle als „Wohnbereich“ genutzt werden der zweite als Esszimmer, berichtete Kiefer. Außerdem ist ein Raum für die Pfleger vorgesehen.

Friseursalon und „Wohnsimmer“

Nach hinten schließen sich der Aufzug und das Treppenhaus sowie ein Gebäude mit Funktionsräumen wie Lager, Sanitärräumen, Sozial- und Besprechungsraum und Verwaltungsbüros an. Auch ein Friseursalon ist vorgesehen. Außerdem wird im Untergeschoss ein „Wohnzimmer“ eingerichtet, das auch für Privatfeiern genutzt werden kann. An der Hofseite ist auch der Eingang. Der gesamte Komplex ist barrierefrei. Wegen des Brand- und Schallschutzes sei ein Bau aus Stahlbeton geplant, erläuterte die Diplom-Ingenieurin Ivonne Steinbach. Das bringe eine längere Bauzeit mit sich. Die Fassade sieht weiße und ockerfarbene Elemente vor.

Den Bau übernimmt die Frankenberger Firma Finger-Haus. Alle Wände im Inneren werden in Ständerbauweise eingezogen, die Wandelemente werden vorgefertigt.

Hoch flexible Bauweise

Vorteil der Bauweise ist die hohe Flexibilität: Wände lassen sich je nach Bedarf oder nach neuen Pflegekonzepten einfach herausnehmen, so lassen sich Zimmer zusammenlegen. Auch eine separate Demenzstation lasse sich so leicht einrichten.

Und: Das Heim lässt sich in Ständerbauweise problemlos um eine Etage aufstocken, wenn der Platzbedarf steigt. Der Bedarf sei schon groß, sagte Bürgermeister Volker Becker. Es wäre aber auch möglich, Plätze für Betreutes Wohnen einzurichten.

Ungewöhnlich hoher Energiestandard

Außerdem plane der Fertighausbauer mit dem Energiestandard „KfW 40 +“ – das sei in Pflegeheimen bundesweit etwas besonderes, betonte Beuthert. Der WDS arbeite so nachhaltig zur Bewahrung der Schöpfung. Das sei eine „prima Ergänzung zur Klimakommune Diemesee“, bemerkte Becker. Das Konzept sei „sehr schlüssig und modern“.

WDS-Gesellschaft betreibt das Heim

Es werde ein „zukunftsorientierter Bau“, sagte Kiefer. Und alle Bauaufträge gingen an heimische Firmen. Im September soll der Abriss des alten Bauhofes beginnen. Noch im Dezember soll die Bodenplatte fürs neue Heim gelegt werden. Und bis März 2022 ist die Fertigstellung vorgesehen.

Betreiberin des Adorfer Heims wird die gemeinnützige Gesellschaft WDS-Altenhilfe Diemelsee, die bereits für das Landeshospital in Flechtdorf zuständig ist. Das Essen werde „wahrscheinlich“ aus der Großküche in Flechtdorf geliefert, sagte Stefan Kiefer. Im Adorfer Heim entstünden 50 neue Arbeitsplätze, viele davon in Teilzeit. Am Pflegekonzept wird noch gearbeitet. Auch Dinge wie die Kurzzeitpflege müssen noch geklärt werden.

Weniger Plätze in Flechtdorf

In Flechtdorf werden 18 Heimplätze gestrichen, Doppelzimmer werden in Einzelzimmer umgebaut. Dadurch gewinne das Heim an Qualität, betont Kiefer. Derzeit sei die Hälfte der Zimmer Einzelzimmer, erklärt Pfarrer Beuthert. Ein Teil Doppelzimmer werde aber weiter gebraucht – es sei für Demenzkranke besser, wenn sie nicht allein lägen.

„Wir wollen das Heim als offenes Haus gestalten“, hob Beuthert hervor. Die Zusammenarbeit mit den Diemelseern sei „sehr gewünscht“. Auch Kiefer betonte: „Wir wollen einen Ort haben, in dem die Vereine ein und ausgehen“, die Bewohner sollten ihre Verbindungen zur Familie, zu Freunden und Bekannten halten.

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