Schüler lernen Mechaniker-Alltag kennen

Weidemann zieht positives Fazit der ersten „Werkstatt-AG“ in Flechtdorf

Abschluss der ersten „Werkstatt-AG“ bei der Firma Weidemann in Flechtdorf. Von links: die Schüler Max Kister, Ben Bitterlich, Nick Bergmann, Peter Ashauer, Philipp Biederbick und Robin Teuber, Lorenz Ulrich am Schaufelgrill sowie Ausbildungsleiter Timo Schulze, Schulleiterin Eva Trilling und Geschäftsführer Bernd Apfelbeck mit dem Scheck.
+
Abschluss der ersten „Werkstatt-AG“ bei Weidemann in Flechtdorf - von links: die Schüler Max Kister, Ben Bitterlich, Nick Bergmann, Peter Ashauer, Philipp Biederbick und Robin Teuber, der Auszubildende Lorenz Ulrich am Schaufelgrill sowie Ausbildungsleiter Timo Schulze, Schulleiterin Eva Trilling und Geschäftsführer Bernd Apfelbeck mit dem Scheck.

Das Unternehmen Weidemann zieht positives Fazit der ersten „Werkstatt-AG“ in Flechtdorf. Sie fand in Zusammenarbeit mit der Adorfer Mittelpunktschule statt.

Diemelsee-Flechtdorf – „Es hat Spaß gemacht“, sagt Peter Ashauer, und seine Mitstreiter stimmen ihm zu: An acht Terminen haben acht Haupt- und Realschüler der 7. Klasse an der Adorfer Mittelpunktschule die „Werkstatt-AG“ der Firma Weidemann besucht.

Tesaroller aus Metall gebaut

Bei der abschließenden Projektpräsentation am vorigen Mittwoch legen sie das Ergebnis ihrer Arbeit vor: Alle acht haben aus Metall einen Tesaroller gebaut. Stolz zeigen die Jungen ihre Werke der Schulleiterin Eva Trilling. „Dann kann ich meine Büroausstattung ja künftig bei euch bestellen“, merkt sie an.

Die Schüler waren jeden Mittwoch von 13.30 bis 15 Uhr zu Gast in der Flechtdorfer Ausbildungswerkstatt des Unternehmens. Dort lernten sie die Arbeit in Metallberufen bei praktischen Tätigkeiten kennen. Unter der Aufsicht von Weidemann-Ausbildungsleiter Timo Schulze und begleitet von Auszubildenden legten sie los.

Arbeiten nach Plan

Zunächst brauchte es einen Plan, den die Schüler richtig lesen mussten, um ihn dann Schritt für Schritt umsetzen: Metall zuschneiden und biegen, Löcher und Gewinde bohren, die Einzelteile zusammensetzen. Dabei zeigte sich, wie wichtig genaues und sauberes Arbeiten ist. Und: „Man muss alle Sinne beisammen haben“, beschreibt Schulze – schnell war einmal ein Bohrer abgebrochen. Auch die Sicherheit war stets großgeschrieben. Schließlich lagen die fertigen Roller auf der Werkbank.

Schüler für Metallberufe begeistern

Für Weidemann ist das Projekt in Zusammenarbeit mit der Adorfer Mittelpunktschule eine Premiere. Firmen haben es immer schwerer, genügend Lehrlinge und damit die künftigen Facharbeiter zu finden, das erfordert neue Wege. Und für die Schule ist das Projekt ein Baustein der Berufsorientierung.

„Ich kann sagen, dass das Projekt ein voller Erfolg war“, sagt Timo Schulze. Die Schüler hätten „in den Berufsalltag eines Mechanikers schnuppern können“. Auch den Auszubildenden hat die Betreuung Spaß gemacht – sie hatten die Gelegenheit, den Schülern Erlerntes zu erklären. Und Schulze konnte gleich sehen, „ob es meine Auszubildenden verstanden haben und weitergeben konnten.“

Teilnahme-Zertifikat für die Schüler

Geschäftsführer Bernd Apfelbeck überreicht allen Schülern ein Teilnahme-Zertifikat – er ruft die Schüler auf, es bei Bewerbungen um eine Lehrstelle zu nutzen, Betriebe achteten darauf. Er fragt, ob sich Schüler eine Ausbildung bei Weidemann vorstellen könnten – manche zeigten durchaus Interesse.

Schulze wirbt für die gewerblichen Berufe. Trotz moderner Maschinen sei bei Weidemann gerade in der Montage solides Handwerk gefragt. „Handwerk hat goldenen Boden.“ Und die Produktion sei im Wandel – so wolle Weidemann künftig auch Elektriker ausbilden.

Auch Apfelbeck wirbt fürs Handwerk: „Wer Spaß daran hat, sollte es machen“ – statt zu studieren. Für Weidemann als Arbeitgeber sei wichtig, Berufsbilder attraktiv zu gestalten, betont er. Es gelte, auch die Eltern anzusprechen. Eva Trilling verweist auf die Bedeutung von Praktika, um unterschiedliche Berufe kennenzulernen.

HNA-Ausbildungspreis gewonnen

Das Pilotprojekt „Werkstatt-AG“ brachte für Weidemann noch einen zweiten Effekt: Es kam wie berichtet auf Platz zwei beim Wettbewerb um den HNA-Ausbildungspreis.

An einem zehnten Termin haben die Schüler dafür ein Bewerbungsvideo gedreht. „Unsere Familien waren schon begeistert, das wir uns das getraut haben“, sagt Peter Ashauer. „Jeder von euch ist gut rübergekommen“, urteilt Geschäftsführer Bernd Apfelbeck.

Spende für die Mittelpunktschule

Von dem 1000 Euro Preisgeld gab er 250 Euro als Spende an die Adorfer Mittelpunktschule weiter. Das Geld fließt in die Arbeitslehre: Die Ausstattung der Metallverarbeitung werde verbessert, erklärt Rektorin Eva Trilling, „da haben wir noch Nachholbedarf.“ Alle Schüler erhielten zudem einen Stick mit Bildern vom Dreh und dem Videofilm

„Wir werden die Werkstatt-AG wieder anbieten“, verspricht Apfelbeck. Auch andere Schüler sollten so Einblicke ins Berufsleben erhalten.

Gemeinsames Grillen

Das gemeinsame Grillen am Weidemann-Schaufelgrill rundet den Nachmittag ab. Nachdem sie sich mit Würstchen und Steaks gestärkt haben, nutzen die Jugendlichen noch einmal die Gelegenheit, im Fahrsimulator zu sitzen und einen Radlader virtuell zu steuern.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare