Festzug am Sonntag mit Regenschauer

Wirmighäuser feiern nach fünf Jahren wieder historisches Schützenfest

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Das Wirmighäuser Regentenpaar Reinhold und Christine Kalhöfer-Köchling fuhr beim Festzug am Sonntag mit Enkel Nils inder geschmückten Königskutsche

Diemelsee-Wirmighausen. Die Wirmighäuser feiern nach fünf Jahren wieder historisches Schützenfest. Bei aller Planung: Aufs Wetter haben sie keinen Einfluss. Es verregnete ihnen am Sonntag die schönen Bilder, die sich Hunderte Zuschauer an den Straßen vom prächtigen Festzug erhofft hatten.

Die Frauen des Hofstaates in ihren langen roten Kleidern, die Ehrendamen in festlichen Roben und aufwendigen Frisuren, die Königinnen der befreundeter Schützenvereine in ihren langen Kleidern – sie alle mussten über nasse Straßen schreiten. Auch die Uniformen der Formationen wurden durchnässt. 

Die drei Vorreiter des Wirmighäuser Schützenvereins trugen Uniformen der Musketiere, Oberst Dirk Sude und seine Chargierten wie seit 30 Jahren üblich die blauen Husaren-Uniformen. Die Geschützgruppe trat in ihrem rot-weißen friederizianischen Waffenrock an, die Männer- und Burschenkompanie in grünen Schützenjacken und die Kinder in weißen Hemden. 

Fahnenabordnungen stellten neben den Schützen die Wirmighäuser Vereine: der Kriegerverein, die Landjugend, der Männergesangverein und der TSV. Gastvereine waren die Schützen aus Adorf, Rhenegge, Flechtdorf und Mühlhausen mit ihren Regenten. Bei den Ehrengästen zogen auch Bürgermeister Volker Becker und Pfarrerin Anna Katharina Heyer mit ihrem jüngsten Kind mit. 

Neben den Volkmarser Kugelsburg-Musikanten sorgen der Spielmanns- und Musikzug der Adorfer Feuerwehr und die Spielmannszüge aus Mühlhausen und Twiste für Marschmusik. 

Regen geht nieder

Schon beim ersten Angetreten mittags gingen Schauern nieder. Doch als das Königspaar Reinhold und Christine Kalhöfer-Köchling die Front abschritt, blieb es trocken. Es bestieg die vom Hofstaat mit einer Buchsbaum-Krone geschmückte Kutsche, ein mehr als 100 Jahre alter „Schiffslandauer“. Auch Enkel Nils und Marie, die Tochter von Kalhöfer-Köchlings Patenkind Lisa Figge, nahmen dort Platz. Auch die ehemaligen Könige fuhren in Kurschen. 

Doch als es los gehen sollte, ging der nächste Regenguss auf den Festzug nieder. Musiker eilten mit ihren Instrumente in Scheunen. Nach der Schauer setzte sich der Festzug in Bewegung, zum Bedauern der Zuschauer drehte er nur eine verkürzte Runde durchs Dorf und marschierte direkt zum Festplatz. Dort folgte die Königsparade: Alle Formationen zogen an den Königen vorbei – die Wirmighäuser im Stechschritt. 

Noch einmal nahmen Kalhöfer-Köchlings in der Kutsche Platz, Kutscher Heiner Wilke von der Usselner Wilke-Mühle ließ seine vier aus Warstein übernommenen französischen Perchon-Kaltblüter im gestreckten Galopp über den Festplatz laufen.

Konzert und Tanz

 In der Halle gaben alle Kapellen des Festzuges ein Konzert, dem sich der Königstanz und der Kindertanz anschlossen. Am Abend folgte der Schützenball mit der ungarischen Kapelle „Donau-Power“. 

Auftakt am Samstag

Mit Böllerschüssen der Geschützgruppe, der Kranzniederlegung am Ehrenmal und dem Festzug zur Halle hatte das Schützenfest am Samstag gegen Abend begonnen. Der Kommersabend  in der geschmückten Wirmetalhalle folgte. Bürgermeister Volker Becker,  Pfarrerin Katrin Schröter, Ortsvorsteher Hartmut Bangert und  Jagdpächter Dieter Tepel würdigten die über Generationen bewahrten Traditionen und Ideale der Schützen. 

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König Reinhold Kalhöfer-Köchling stellte das Kleinod vor, das seine Frau Christine und er zum Abschluss ihrer Regentschaft gestiftet haben. 

Vereint: Der Frauenchor und der Männergesangverein traten beim Kommersabend der Wirmighäuser Schützen unter der Leitung von Jens Kreten gemeinsam auf.

Der Frauenchor, der Männergesangverein und die Landjugend präsentierten sich mit Gesang und Tänzen, der Volkmarser Musikverein unter der Leitung von Karl-Heinz Trautmann gab Einblicke in sein breites Repertoire. Moderator Axel Fischer führte wieder durchs Programm.

Bevor das „Waldecker Lied“ erklang, hatte der Bürgermeister noch eine Überraschung: Er überreichte dem seit 30 Jahren amtierenden Vorsitzenden Klaus-Heinrich von Hagen den Ehrenbrief des Landes Hessen.

Nach dem offiziellen Teil spielten die Volkmarser zum Tanz auf. 

Nach Mitternacht folgte noch ein Höhepunkt: der Große Zapfenstreich vorm stimmungsvoll beleuchteten Haus des Königspaares. Die Volkmarser und der Mühlhäuser Spielmannszug gestalteten die feierliche Zeremonie.

Montag ist Königschießen

Höhepunkt am Montagist das Königsschießen am Vormittag in der Wirmetalhalle. Um 19.30 Uhr startet am Königshaus die Polonaise zur Wirmetalhalle, wo es noch einmal Tanz gibt.

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