Wirmighäuser wickeln Girlanden fürs Historische Schützenfest

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Gemeinschaftsarbeit: Wirmighäuser Frauen sortieren die Berge an Tannenästen, schneiden handliche Zweige zurecht und wickeln sie gleichmäßig um die langen Holzstangen, die später an den Dorfstraßen zu Toren zusammengebaut werden.

Wirmighausen. Die Wirmighäuser bereiten sich aufs Historische Schützenfest am Wochenende vor: Sie schmücken ihr Dorf mit umwickelten Toren und Girlanden.

Dicke Stricke und lange Holzstangen liegen bereit, Kinder tragen Äste herbei, Frauen schneiden Zweige zu und reichen sie an, weitere Frauen legen sie sauber an und fixieren sie mit Blumendraht. Ganz Wirmighausen ist derzeit auf den Beinen – in wenigen Tagen beginnt das Historische Schützenfest, vom 21. bis 23. Juli wird gefeiert. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Ein Höhepunkt dabei: das traditionelle Girlandenwickeln. 

Schon am Mittwoch voriger Woche waren Männer mit Schleppern und Anhängern ausgerückt, um Tannengrün vom Gürenberg zu holen. Am Wochenende beginnt das Wickeln. In der Straße „Am Wasser“ füllt sich am Freitag Abend der Hof Bangert, Hausname Dormann.

Alle Altersschichten vertreten

 „Aus jedem Haus ist jemand dabei“, stellt der amtierende König Reinhold Kalhöfer-Köchling zufrieden fest. Der älteste Teilnehmer ist mit 90 Jahren sein Vater Reinhold Kalhöfer-Köchling, der jüngste ist der anderthalbjährige Elias Figge-Böttger. Schützenfest feiern die Wirmighäuser nur alle fünf Jahre, für die jüngsten Kinder ist das Wickeln eine Premiere. Dabei gibt es einiges zu entdecken. 

In der schattigen Scheune liegt schon alles bereit, überwiegend Frauen machen sich an die Arbeit. Viele haben bereits Erfahrung. So sitzt neben der „Hausherrin“ Gisela Bangert Ursula Kalhöfer-Köchling mit einem Strick und Grün in der Hand. Die Mutter des Königs hat mit ihren 83 Jahren schon für so manches Schützenfest im Dorf gewickelt. 

Die einige Meter langen Rundhölzer werden später an den Straßen zu Ehrentoren zusammengesetzt, die umwickelten Stricke dienen als Girlanden. Bis Mitte der Woche soll alles fertig sein. 

Aber auch die Geselligkeit kommt nicht zu kurz. Am Freitag Abend werfen Männer auf dem Hof den Grill an – sie sorgen für Essen und kühle Getränke, während die Frauen arbeiten. Beim Wickeln am Samstag gibt es ein Kaffeetrinken. 

Arbeit in mehreren Straßen 

Gleich in mehreren Straßen laufen parallel die Arbeiten.

  •  „Am Wasser“ treten die Schützen an, dort wickeln die Anwohner für drei Tore, die am Hof Mehrhof, an der Brücke und am Eingang zur Wirmetalhalle aufgebaut werden. Hinzu kommen fünf Stricke, die als Girlanden über die Straße gezogen werden. 
  • „Im Tale“ wird für zwei Tore und eine Girlande gewickelt, 
  • „In der Stede“ für ein Tor, am Flechtdorfer Berg sind zwei Tore und eine Girlande vorgesehen, 
  • bei Brinkmanns soll ein weiteres Tor stehen. 

Am Donnerstag und Freitag werden die Tore aufgestellt und die Girlanden über die Straßen gespannt. Auch in der Wirmetalhalle rücken ehrenamtliche Helfer an. Schon am Dienstag wurden Tische und Bänke aufgestellt, am Freitag Abend wird geschmückt. Im Dorf wird noch weiteres Grün an den Straßenrändern verteilt. 

Dann kann das Fest losgehen. Es beginnt am Samstag um 17.45 Uhr mit den Böllerschüssen der Geschützgruppe, der Kommersabend folgt. Noch bis Montag Abend steht das festlich geschmückte Dorf ganz im Zeichen des Historischen Schützenvereins. 

Waldecker Stern

Eingebrannt: der 30 Meter hohe Waldecker Stern am Gürenberg.

Auch in diesem Jahr hat die Burschenkompanie zum Schützenfest den Waldecker Stern am „Gürenberg“ erstrahlen lassen - nun bereits zum dritten mal seit 2008 und 2013. Der Stern wurde in mühevoller Handarbeit mit der Hilfe von Motorsensen, Rasenmähern und Unkrautbrennern in die Wiese eingebracht und leuchtet allen Gästen entgegen, die aus Richtung Flechtdorf anreisen. 

Der Stern mit zwei Farbabstufungen in den Strahlen hat einen Durchmesser von etwa 30 Metern und soll die Verbundenheit der Männer  zu ihrer Heimat zum Ausdruck bringen.

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