Investoren lassen Standortfrage weiter unbeantwortet

Wo wird die Hängebrücke gebaut: Willingen oder Diemelsee?

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Bei der Vorstellung des Projekts Hängebrücke über den Diemelsee im Februar 2017: Ideengeber Gert Göbel aus Willingen, Bürgermeister Volker Becker und Planer Detlef Schmidt aus Grebenstein.

Diemelsee. Die Gemeindevertreter setzen weiter auf die Hängebrücke über den Diemelsee, das bekräftigten sie bei ihrer Sitzung am Freitag in Adorf.

Doch ob am Diemelsee oder im Willinger Strycktal gebaut wird, ließen die beiden Geschäftsführer der Investorengesellschaft „Skyline Diemelsee“, Markus Wilke und Björn Becker, bei ihrer Präsentation offen. Jörg Weidemann von der CDU stellte daher die zentrale Frage: Wo planen die Investoren denn jetzt?

„Wir würden gern am Diemelsee investieren – wenn die Genehmigung da wäre, fangen wir morgen an“, sagte Wilke. Aber die Entscheidung sei noch nicht gefallen. „Es hängt von vielen Faktoren ab.“ Klar sei: „Wir würden kein Geld für Planungen ausgeben, wenn wir nicht bauen wollten – ob hier oder in Willingen.“

„Ich komme aus Adorf, ich will die Gemeinde und den Diemelsee nach vorn bringen“, bekräftige Becker. „Uns ist daran gelegen, das Projekt in Diemelsee zu realisieren.“ Aber das sei zum Teil kompliziert. „Wir haben auch eine Verantwortung gegenüber den Investoren“, sagte er. Sie kritisierten, es passiere nichts, erklärte Wilke. Becker verwies auf Gerüchte in der Bevölkerung, zum Teil hätten Anleger Angst vor der Kritik am Projekt. „Der Druck ist enorm“, schilderte er.

Wilke ergänzte: „Wir machen uns angreifbar bei einer Fehlinvestition, wir haben die Pflicht, das Geld gut zu investieren.“ Deshalb sei es erforderlich, auch einen alternativen Standort zu prüfen. „Verantwortung haben wir auch“, konterte Weidemann, auch die Gemeinde habe Planungskosten. „Deshalb ist es enorm wichtig, ein klares Bekenntnis zu dem Projekt zu bekommen.“ Doch Wilke blieb dabei: „Wir haben vor zu bauen – ob hier oder in Willingen wissen wir noch nicht.“

„Alle haben das Ziel, dass die Hängebrücke nach Diemelsee kommt“, sagte SPD-Fraktionschef Martin Tepel. Bei der Bauleitplanung „sind wir im guten zeitlichen Fenster, die Gemeinde hat planerisch alles in die Wege geleitet, die Mehrheit der Gemeindevertreter will die Brücke.“

„Der Bauausschuss hat Gas gegeben, wir stehen hinter ihnen“, rief FWG-Fraktionschef Horst Wilke den Geschäftsführern zu. „Ich hoffe, dass die Brücke realisiert wird.“ Bürgermeister Volker Becker hob die gute Abstimmungsarbeit mit der Gesellschaft, Planern und dem Büro Bioline hervor.

Planer Detlef Schmidt aus Grebenstein stellte den Verfahrensstand vor: Der Entwurf des geänderten Flächennutzungsplanes lag bis zum 3. April öffentlich aus, im Juni soll das Parlament über Anregungen entscheiden. Und beim Bebauungsplan stimmten die Gemeindevertreter dafür, den Vorentwurf den „Trägern öffentlicher Belange“ vorzulegen.

Nur die Projektgegnerin Dr. Beate Schultze stimmte dagegen. Parlamentschefin Hannelore Behle kommentierte zum Schluss: „Hoffen wir, dass das Projekt Hängebrücke weiter Fahrt aufnimmt.“

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