Keine Sicherheitsleistung - Korbacher Amtsgericht muss Bieter abweisen 

Zwangsversteigerung des Rhenegger „Sonnenhofs“ erneut geplatzt

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Nur noch eine Ruine: die einst mondäne Kurklinik „Sonnenhof“ auf dem Rhenegger „Hübbel“. Am freitag scheiterte der versuch, die Gebäude zu versteigern.

Diemelsee-Rhenegge – Das einstige Sanatorium „Sonnenhof“ in Rhenegge stand am Freitag beim Korbacher Amtsgericht wieder zur Zwangsversteigerung an. Diesmal gab es sogar einen Bieter für die Klinikgebäude – doch Rechtspfleger Friedrich Vogel musste ihm den Zuschlag verweigern.

Die WLZ berichtete schon mehrfach über das Verfahren, das bereits seit Jahren läuft. Die Gemeinde Diemelsee und das Berliner Bankhaus Lübbecke betreiben es – die Gemeinde will knapp 300 000 Euro Außenstände an nicht bezahlten Steuern und Abgaben eintreiben, die Bank hat etwa 3,7 Millionen Euro als Grundschuld im Grundbuch des Amtsgerichts eintragen lassen. Eigentümer sind zu gleichen Teilen das Land Hessen und die Witwe des ehemaligen Klinikbetreibers. 

Villa und Grundstücke sind versteigert

Ein Teil des Geländes ist bereits versteigert: Die ehemalige Arztvilla und zwei etwa 2700 Quadratmeter große Grundstücke gingen an eine Interessentin aus Diemelsee. Die ehemaligen Klinikgebäude sind noch übrig. 

Die sind in einem üblen Zustand: Diebe haben alles Brauchbare herausgerissen, Randalierer wüteten über Jahre, der Müll liegt knöcheltief. 

Dennoch sieht das Gutachten vom April 2016 noch einen Verkehrswert von 1,44 Millionen Euro vor. Die „Komplettentkernung“ würde laut Gutachten etwa 380 000 Euro kosten, der Abriss des Komplexes weitere rund 324 000 Euro. 

Seit dem Versteigerungstermin vom Dezember 2018 gibt es keine Wertgrenze mehr. Beim nächsten Termin im Mai fand sich kein Interessent. 

Sicherheitsleistung gefordert

Am Freitag waren immerhin zwei erschienen, einer gab auch ein Gebot über 10 000 Euro ab. Allerdings forderte der Rechtsvertreter der Bank eine Sicherheitsleistung von 142 300 Euro. So viel Geld hatte der Bieter nicht parat– Vogel durfte ihm keinen Zuschlag erteilen, der Termin platzte. 

Die Gemeinde strebe an, das Verfahren fortzusetzen, berichtet Bürgermeister Volker Becker. Der neue Termin sei voraussichtlich im Januar, erklärt Vogel. „Die Geschichte geht weiter.“ (-sg-)

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