Firma Sybac Solar stellt Diemelseer Gemeindevertretern das Vorhaben vor

Zweiter Solarpark ist bei Flechtdorf in Planung

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Aufbau von Solarmodulen bei Flechtdorf: Schon Ende 2016 hat die Firma Sybac Solar einen Solarpark im Süden Flechtdorfs in Betrieb genommen. Ein zweiter Park soll auf dem „Gelben Stucken“ entstehen.

Auf dem „Gelben Stucken“ bei Flechtdorf will die Firma Sybac Solar aus Polch bei Koblenz 2021 einen 4,2 Hektar großen Solarpark errichten. Die Diemelseer Gemeindevertreter billigten bei ihrer Sitzung am Freitag einstimmig, in die Bauleitplanung einzusteigen.

Die Kosten des Verfahrens trägt der Investor. 

Entstehen soll der Solarpark am Südhang des zehn Hektar großen Geländes der einstigen belgischen „Hawk“-Raketenstellung, das inzwischen einer Korbacher Gesellschaft gehört. Der Leiter der Abteilung Planung und Entwicklung bei Sybac, der Diplom-Ingenieur Claus Lemke, stellte den Gemeindevertretern das mit rund zwei Millionen Euro kalkulierte Projekt vor. 

Strom für 500 Vier-Personen-Haushalte

Die Bauleitplanung berücksichtige eine Fläche von etwa 4,2 Hektar, Sybac wollte etwa 2,7 Hektar für die Aufstellung der Module pachten, sagte Lemke. Der Solarpark solle eine Leistung von 2,68 Megawattstunden im Jahr haben, das reiche für die Versorgung von rund 500 Vier-Personen-Haushalten.

Der Aufbau der Module sei in nur vier Wochen möglich. Der Strom solle über eine etwa 700 Meter lange Leitung ins Netz der Energie Waldeck-Frankenberg eingespeist werden. Der Bau und technische Prüfungen könnten weitere drei Monate dauern. Möglicht noch im nächsten Jahr soll der Park in Betrieb gehen. 

Mittelständische Firma

Die 2004 gegründete mittelständische Firma Sybac Solar habe rund 30 Mitarbeiter und sei ein Bauherr und Projektierer von Photovoltaikanlagen in Deutschland, sagte Lemke. Sie habe sich vor zehn Jahren auf Freiflächen von einen bis 15 Hektar Größe spezialisiert. 

Sie ist in Diemelsee bereits bekannt: Sie hat bereits Ende 2016 einen Solarpark im Süden Flechtdorfs in Betrieb genommen.

Bebauungsplan beantragt

Seine Firma habe bereits bei der Gemeinde einen Antrag auf Aufstellung eines Bebauungsplanes gestellt, sagte Lemke. Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises habe die Fläche schon in Augenschein genommen. 

Bürgermeister Volker Becker erinnerte daran, dass es schon vor zehn Jahren Pläne für einen Solarpark gegeben habe, damals sei er wegen des Magerrasens auf dem Gelände an Naturschutz-Vorgaben gescheitert. Lemke kündigte eine artenschutzrechtliche Prüfung an, bei der es neben dem Erhalt des Silokat-Magerrasens auch um den Reptilien- und Vogelschutz gehe. 

In einem weiteren Gutachten gehe es um die Umwandlung des Geländes von einer militärischen in eine wirtschaftliche Nutzung, Konversion genannt. Für das Kasseler Regierungspräsidium erfülle das Gelände die Kriterien für eine Konversionsfläche, informierte Becker. Die Regionalplanung habe daher keine Bedenken. Die "räumliche Doppelnutzung" mit Solarpark und benachbarten Windrädern werde sogar begrüßt.

Ortsbeirat ist skeptisch

Der Flechtdorfer Ortsbeirat habe sich mehrheitlich gegen den Park ausgesprochen – er befürchte, dass auch außerhalb des Areals weitere Solaranlagen entstehen könnten, berichtete Becker im Parlament. Das sei nicht gewünscht. Gegen einen Park im eingezäunten Gebiet spreche hingegen nichts, habe ihm Ortsvorsteher Walter Rohde mitgeteilt.

Nutzungsdauer 30 Jahre

Geplant sei eine Nutzungsdauer von 30 Jahren, sagte Lembe auf Nachfrage Beckers. Ein Rückbau der Module sei im Pachtvertrag vorgesehen. Becker fragte auch nach einer Bürgerbeteiligung. „Die können wir uns vorstellen, aber noch ist nichts in Planung“, sagte er. Sie sei wegen der Finanzierung über Einspeisevergütungen oder andere Vermarktungsmodelle kompliziert. 

Was erhält die Gemeinde?

Und was ist mit Gewerbesteuer? „Sie erwarten, dass wir die Bauleitplanung machen, dann sollen Sie sich Gedanken machen, wie sich die Gemeinde beteiligen kann“, sagte Becker. Auch das Landschaftsbild ändere sich. 

Auch das sei kompliziert, sagte Lemke. Einen Teil der Parks betreibe seine Firma, andere verkaufe sie an andere Betreiber. Über deren Planungen könne er keine Aussagen treffen. Für die Kabeltrasse könne die Gemeinde Pacht einnehmen, „über alles andere werde ich mir Gedanken machen.“ (-sg-)

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